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Schaden beim Kunden verursacht: Haftbarkeit und Absicherung

Fehler und Missgeschicke passieren. Auch Unternehmer und deren Mitarbeiter sind davor nicht gefeit. Und nicht immer bleiben Fehler folgenlos. Wenn bei Auftragsarbeiten ein Schaden beim Kunden entsteht, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann auch rechtliche Folgen haben. Doch was gilt im Schadensfall. Wer ist wann haftbar? Und wie sichern sich Unternehmer richtig ab?

06.01.2022
Schaden beim Kunden verursacht

Haftung im Schadensfall


Ein Malermeister schickt seinen Mitarbeiter zum Kunden. Dort soll eine Wand angestrichen werden. Der Mitarbeiter ist unachtsam und läuft im Haus des Kunden mit farbverschmierten Schuhen über einen Teppich, der daraufhin Flecken aufweist. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen recht wertvollen Perserteppich handelt. Der Kunde nimmt den Schaden deshalb natürlich nicht einfach hin, sondern fordert Schadenersatz. Und auch zwischen dem Malermeister und seinem Mitarbeiter drohen Konflikte – schliesslich wäre der Schaden am Teppich leicht vermeidbar gewesen.

Tatsächlich gehört es bei Werkverträgen zu den sogenannten Nebenpflichten, Rechtsgüter und Interessen des Auftraggebers rücksichtsvoll zu behandeln. Der Angestellte hätte also auf den Teppich achten müssen. Doch haftet er deshalb als Verursacher? Erst einmal nicht, denn Unternehmer haften prinzipiell auch für von ihnen beauftragte Personen, wie Angestellte oder sogar Subunternehmer. Für eine fachgerechte Reinigung des Teppichs oder, falls das nicht möglich ist, einen Schadenersatz muss also der Unternehmer sorgen.

Ein Fall für die Betriebshaftpflichtversicherung

Der beim Kunden verursachte Schaden ist ein Fall für die Betriebshaftpflichtversicherung des Unternehmers.
Bei einem kostspieligen Schaden, wie etwa im Beispiel an einem kostbaren Teppich, wird die Versicherung möglicherweise einen Sachverständigen einschalten wollen. Ein entsprechendes Gutachten kann dann Aufschluss darüber geben, ob eine professionelle Teppichreinigung möglich ist, ob ein Wertverlust entsteht oder ob gegebenenfalls der Zeitwert des Teppichs zu ersetzen ist. Wichtig für die Abwicklung mit der Versicherung: Der Schadensfall sollte umgehend gemeldet und sofort durch den Mitarbeiter mit Fotos gut dokumentiert werden. Das ist nicht nur für den Geschädigten wichtig, sondern kann auch für den versicherten Unternehmer entscheidend sein. Würde etwa, im Falle des Teppichs, der Kunde unmittelbar nach dem Schaden eigene, unsachgemässe Reinigungsversuche unternehmen, könnte er dadurch selbst den Teppich weiter beschädigen. Das im Nachhinein nachzuweisen, kann ohne sofortige Dokumentation schwierig werden. Es ist also empfehlenswert, Mitarbeiter entsprechend anzuweisen.

Wann haftet der Mitarbeiter?

Inwieweit Mitarbeiter als Schuldverursacher zur Verantwortung gezogen werden können, muss im Einzelfall geprüft werden. Entscheidend ist hier der Grad des Verschuldens. Hat der Mitarbeiter absichtlich oder nur fahrlässig gehandelt? Unterschieden wird weiterhin zwischen leichter, mittlerer und grober Fahrlässigkeit. Das Missgeschick mit dem verunreinigten Teppich würde im Normalfall in den Bereich der leichten Fahrlässigkeit fallen. Der Mitarbeiter wäre in diesem Fall nicht haftbar. Lässt ein Mitarbeiter die gebotene Sorgfalt deutlich ausser Acht, kann das als mittlere Fahrlässigkeit gelten. Dann wäre zumindest eine Teilhaftung denkbar. Bei ausgeprägter Verletzung der Sorgfaltspflicht durch den Mitarbeiter und damit grober Fahrlässigkeit oder sogar Vorsatz kann der Mitarbeiter auch allein haftbar sein. Die Grenzziehung kann mitunter schwierig sein und entsprechende Gerichtsurteile fallen oft sehr unterschiedlich aus. Oftmals kommt es allerdings gar nicht erst so weit, da viele Betriebshaftpflichtversicherung Bagatellschäden lieber übernehmen, als es auf ein aufwendiges Verfahren ankommen zu lassen. Inwiefern eine Abmahnung sinnvoll und zulässig ist, ist im Einzelfall zu prüfen.

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