19.07.2019

Hausplanung: Tipps zur Hausplanung in Eigenregie

Wer sich den Traum vom Eigenheim verwirklichen möchte, der muss viele kleine Schritte gehen, um sich am Ende am fertigen Eigenheim erfreuen zu können. Welche Meilensteine dabei auf die künftigen Hausbesitzer zukommen, verrät dieser Beitrag.

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Hausplanung

Auswahl des Bauplatzes

Vielerorts sind die Bauplätze derart rar, dass vom Aussuchen eines Bauplatzes kaum mehr die Rede sein kann. Stattdessen haben die Kommunen Losverfahren ausgetüftelt, die regeln sollen, wer größere Chancen auf einen Bauplatz haben könnte. Vor allem im ländlichen Bereich spielen Vereinszugehörigkeiten sowie ehrenamtliches Engagement im Ort zu diesen „Pluspunkten“, die sich beim Gerangel um einen Bauplatz positiv auswirken könnten.

Tipp: Auch wenn die Bauplätze rar sind, ist das Investment groß, deswegen sollte im Vorfeld sorgfältig geprüft werden, welcher Bauplatz gekauft wird. Besuche zu den unterschiedlichsten Tageszeiten geben Aufschluss über die Belebtheit des Baugebiets. Zudem sollten Bauinteressierte prüfen, ob die kommunale Infrastruktur zu den individuellen Ansprüchen passt. Darüber hinaus ist ein Blick in den Bebauungsplan Pflicht. Wer den Bau-Traum von der spanischen Finka hat, muss vermutlich recht lange nach einem Bauplatz suchen, auf dem dieser Traum wahrwerden darf.

Abbildung 1: Vor allem der Weg bis zum Baubeginn des eigenen Traumhauses ist entscheidend.

Abbildung 1: pixabay.com © paulbr75 (CC0 Public Domain)

Baufinanzierung aufstellen

Banken beraten gerne, wenn es um die Finanzierung einer Immobilie geht, denn: Selbst wenn der Kreditnehmer seine Raten irgendwann einmal nicht mehr zahlen könnte, so ist am Ende der Wert einer Immobilie vorhanden. Problematisch ist es nur dann, wenn die Bauherren von den falschen finanziellen Größen ausgehen.

Tipp: Bauinteressenten tun gut daran, sich eigenständig über verschiedene Finanzierungsmodelle zu informieren. Die Gesamtkosten des Grundstücks ergeben sich aus dem Kaufpreis des Grundstücks, der Grunderwerbssteuer (3,5 bis 6,5 Prozent), der Maklerprovision (3 bis 6 Prozent), den Notarkosten (1,5 bis 2 Prozent), den Erschließungskosten (15 Euro pro Quadratmeter) sowie ggf. Kosten, die für Baumfällungen oder Vermessungsarbeiten anfallen. Wer dann das verfügbare Eigenkapitel plus das verfügbare Darlehen addiert und davon die Grundstückskosten abzieht, erhält die Summe, die zeigt, wie viel das Haus kosten darf. Der Zahlungsplan, der Teil der Baufinanzierung ist, sollte in jedem Fall an den Baufortschritt gekoppelt werden.

Die Hausplanung

Spätestens jetzt ist räumliches und abstraktes Denken nötig, denn nun muss auf dem Papier geplant werden, wie das künftige Eigenheim aussehen soll. Wer Inspiration braucht, kann in eine Hausausstellung pilgern. Hier sind potentielle Traumhäuser zum Greifen nah und vermitteln einen besseren Eindruck von Raumgröße und Ausstattungsmerkmalen. Wer sich gut vorstellen kann, wie ein Raum in einer bestimmten Raumgröße wirkt, kann auch aus Katalogen und mithilfe eines Planers das Traumhaus skizzieren.

In dieser entscheidenden Phase auf dem Weg zum Eigenheim müssen diese Entscheidungen fallen:

  • Welcher Haustyp soll es werden? Grundsätzlich muss zwischen Fertighaus- und Massivbauweise unterschieden werden. Auch der Stil, der laut Bebauungsplan erlaubt ist, regelt die Optik des künftigen Eigenheims.
  • Wieviel Arbeit steckt der Bauherr ins Haus? Wer sein eigenes Organisationstalent und sein handwerkliches Geschickt kennt und nicht gerade große Stücke darauf hält, wird sich gerne für die schlüsselfertige Hausbau-Variante entscheiden, denn: Hierbei übernimmt der Bauträger bzw. der Fertighaushersteller die komplette Abwicklung. Wird keine Eigenleistung vereinbart, übernimmt der Eigentümer dann die Schlüssel zum Haus, wenn alles fertig ist. Im Bauvertrag wird in einem Bau- und Leistungsverzeichnis minutiös genau dokumentiert, wer welche Aufgaben zu erledigen hat.
  • Wie groß sollen die Räume werden? Eine Familie lebt gut auf 100 bis 140 Quadratmetern. Wie diese aufgeteilt werden, liegt an den individuellen Wünschen und daran, wie viele Personen im Haushalt leben. Ein offener Grundriss verschenkt nichts vom Raum an Mauern und Türen, muss aber einrichtungstechnisch anders geplant werden. Wichtig sind in Wohnhäusern für Familien vor allem auch gut genutzte Verkehrsflächen, wie etwa der sinnvoll genutzte Eingangsbereich. Die Richtwerte die ausgewiesen werden sehen folgendes vor, 40 Quadratmeter für den Wohn- und Essbereich, 15 Quadratmeter für die Kinderzimmer, 22 Quadratmeter für das Schlafzimmer, zehn Quadratmeter für das Badezimmer und sechs Quadratmeter für den Flur. Dies sind jedoch lediglich Orientierungswerte.
  • Wie soll die Innengestaltung aussehen? An dieser Stelle geht es nicht in erster Linie darum, die Farbe der Wände und des Bodens vorzugeben, sondern darum, Baustoffe auszuwählen, die einen Aufenthalt in einem wohngesunden Ambiente ermöglichen. Unter dem Stichwort der „wohngesunden Baustoffe“ lassen sich Dämmmaterialien aus Hanf und Holzfasern, gesunde Farben und Putze, Lehmbaustoffe, Porenbeton, Protonsteine, Klemmfilzen und viele weitere Baustoffe entdecken.

Tipp: Wer den Hausbau in Ruhe bewerkstelligen möchte, tut gut daran, die Zeitplanung mit Zeitpuffern zu versehen und die alte Bleibe nicht vorschnell aufzugeben. Je mehr im Vorfeld geplant, organisiert und festgelegt wird, desto stressfreier kann dann der Hausbau erfolgen.

Die Baustelle

Wer den Hausbau in Eigenregie bewerkstelligen möchte und nicht auf die professionelle Arbeit eines Bauträgers setzen möchte, muss viele kleine Schritte unternehmen, bevor das Haus errichtet werden kann. Das Baugrundgutachten klärt im Vorfeld, wie es um den Boden bestellt ist. Wenn ein Keller geplant ist, ist diese Vorarbeit Pflicht.

Auch die Baustelleneinrichtung ist eine wichtige Pflichtaufgabe des künftigen Eigenheimbesitzers. Zur Einrichtung gehören in der Regel Schuttcontainer, Miettoilette, Baustrom, Wasseranschluss und weitere wichtige Baustellendetails. Auch die Zufahrt zur Baustelle muss ordentlich aufgestellt und geregelt sein.

Tipp: Viele einzelne Punkte werden durch Eigenleistung günstiger als mit einem Bauträger, aber günstiger werden die Aufgaben dann wirklich nur mit Blick auf die finale Abrechnung. Die Zeit, die ein Laie aufwendet, um die Aufgaben eines Profis zu übernehmen, steht in keinerlei Verhältnis zu dem, was die Arbeiten kosten.

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