24.06.2020

Schutz vor Diebstahl: Wie sich Eigentum und Vermögen optimal schützen lassen

Seit Anbeginn der Zeit zählt die Sicherheit zu den Grundbedürfnissen des menschlichen Daseins. Egal, ob es sich um den Schutz der körperlichen Unversehrtheit oder jenen des privaten oder Firmen-Eigentums bzw. -Vermögens handelt – Maßnahmen zur Erhaltung der Sicherheit haben für viele oberste Priorität.

Teilen Drucken

Schutz vor Diebstahl

In der Schweiz muss man sich generell nicht unsicher fühlen. Ein Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik 2019 zeigt jedoch, dass in einigen Bereichen durchaus Vorsicht geboten ist. 2019 stellten mit 66,3 Prozent aller polizeilich registrierten Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch (StGB) jene Straftaten gegen das Vermögen den größten Anteil dar. Von insgesamt 286'207 Vermögensstraftaten entfielen 110'140 auf Diebstahl (ohne Laden- und Fahrzeugdiebstahl) und 41'944 auf Fahrzeugdiebstahl. 42'582 Straftaten waren 2019 dem Bereich der Sachbeschädigungen zuzuordnen, die ebenfalls zu den Vermögensstraftaten zählen.

Vermögensstraftaten kontinuierlich rückläufig

Durch technische Hilfsmittel ist die Anzahl der Vermögensstraftaten in der Schweiz von 2018 auf 2019 um 2'448 Straftaten (minus 0,8 Prozent) gesunken. Dieser Wert ist seit 2013 stetig rückläufig. Mit 286'207 Vermögensstraftaten sank er im Jahr 2019 auf den niedrigsten Wert seit der Einführung der polizeilichen Kriminalstatistik 2009. Rückgänge gab es 2019 hauptsächlich

  • bei Diebstählen (ohne Laden- und Fahrzeugdiebstahl) mit 2'213 weniger Straftaten (minus 2,0 Prozent)
  • beim Einbruchdiebstahl mit 2'445 weniger Straftaten (minus 8,0 Prozent)
  • beim Taschendiebstahl mit minus 672 Straftaten (minus 5,1 Prozent)
  • beim Fahrzeugeinbruchdiebstahl mit minus 551 Straftaten (minus von 10,1 Prozent) und
  • beim Trickdiebstahl mit minus 335 Straftaten (minus 10,9 Prozent).

Zuwächse waren lediglich

  • beim Diebstahl ohne nähere Spezifikation mit einem Plus von 1'531 Straftaten (plus 3,5 Prozent) und
  • beim Diebstahl aus einem Fahrzeug mit einem Plus von 293 Straftaten (plus 4,4 Prozent) zu verzeichnen.

Einbruch- und Einschleichdiebstähle haben sich von 2018 auf 2019 ebenfalls rückläufig entwickelt: von durchschnittlich 106 auf nunmehr 100 pro Tag. Damit erreichten sie den niedrigsten Stand seit 2009. Zwischen 2012 und 2019 ist die Zahl der Einbruch- und Einschleichdiebstähle um 50,6 Prozent gesunken.

Auch beim Fahrrad-, Motorrad- und Autodiebstahl konnten 2019 die niedrigsten Werte seit der Revision der Statistik im Jahr 2009 dokumentiert werden. Beim Fahrzeugdiebstahl gab es zwischen 2018 und 2019 zwar einen leichten Anstieg um 148 Straftaten (plus 0,4 Prozent), beim Fahrrad-Diebstahl mit 901 Straftaten (minus 2,7 Prozent) hingegen einen Rückgang. Einen Zuwachs musste man hingegen beim Diebstahl von E-Bikes mit plus 1'459 Straftaten (plus 49,2 Prozent) hinnehmen.

Umfassender Schutz von Hab und Gut

In der Gegenwart stehen für den Schutz von Häusern und Wohnungen – und damit dem Hab und Gut – zahlreiche mechanische und elektronische Sicherheitsfeatures zur Verfügung. Ein wichtiger Punkt ist die Wohnungs- oder Hausschlossanlage und damit verbundene Sicherheitstüren. Bewohnt man ein Haus, so fängt die Sicherheit bereits an der Grundstücksgrenze an. Zäune und Mauern sollten massiv ausgeführt sein und über einen Überkletterschutz verfügen. Offene Gartentüren, Garagentore und Hofeinfahrten, die nicht verschlossen sind, sollten tunlichst vermieden werden. Sinnvoll sind darüber hinaus selbstschließende Gartentore oder Tore mit einem elektrischen Türöffner. Mit einer Türsprech- oder Videoanlage kann man bereits im Vorfeld Besucher überprüfen. Telefonleitungen sollten – wenn möglich – unterirdisch ins Haus geführt werden. Die Außenbeleuchtung ist möglichst lückenlos auszuführen – im Idealfall in Verbindung mit einem Bewegungsmelder. Falls sich im Garten oder an der Hauswand Außensteckdosen befinden, so sollten diese absperrbar sein. Zudem ist es sinnvoll, an einbruchsgefährdeten Stellen auf übersichtliche Bepflanzung direkt am Haus zu verzichten. Gegenstände, die Einbrecher missbräuchlich verwenden können, sollten entfernt oder sicher verstaut werden. Dazu zählen beispielsweise Leitern, Müll- und Wassertonnen, Gartenmöbel, Rankhilfen für Pflanzen oder nahe am Haus stehende Bäume. Am Gebäude selbst gilt es Türen, Fenster und Rollläden besonders zu sichern. Generell empfohlen wird der Einbau von Einbruch-hemmenden Türelementen. Darunter versteht man vollständige Türelemente, einschließlich Zarge. Sie sollen in eingebautem, geschlossenem und verriegeltem Zustand dazu beitragen, einen Einbruch zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Der Sicherheitswert einer Verschlusseinrichtung hängt dabei im Wesentlichen von der Ausführung des Schließbleches und seiner Befestigung ab. Winkeleisen und Schließbleche aus Chromnickelstahl erhöhen die Sicherheit merklich. Außerdem sollten Schließbleche mittels Schwerlastdübel in der Zarge oder im Mauerwerk verstärkt befestigt eingebaut werden. Bei der Türe selbst sollte auf Mehrfachverriegelungen geachtet werden. Diese können auch nachträglich in die meisten Türen eingebaut werden. Dafür müssen allerdings auch die Zargen entsprechend massiv ausgeführt sein. Zusatzschlösser sind prinzipiell empfehlenswert, aber nur dann sinnvoll, wenn die Schließkästen gut im Mauerwerk befestigt werden können. Auch bei der Wahl der Fenster sollte auf Einbruch-hemmende Ausführungen zurückgegriffen werden – das betrifft die Art der Rahmen, der Scheiben, der Gläser und der Verriegelung. Auch Rollläden sollten Einbruch-hemmend ausgeführt sein, um ein leichtes Aufschieben zu verhindern.

Schutz von Fahrzeugen und anderen Gegenständen

Eine wesentliche Rolle kommt im privaten Umfeld den Garagentoren zu, sowie im unternehmerischen Bereich den Industrietoren. Garagentore dienen im privaten Umfeld meist der sicheren und wettergeschützten Verwahrung von Fahrzeugen und anderen Gegenständen wie Fahrrädern oder Werkzeugen. Wer ein Haus sein Eigen nennt und genügend Platz zur Verfügung hat, der bevorzugt oftmals eine eigene Garage. Diese bietet Schutz vor Tieren wie Katzen oder Mardern, die entweder ihr Revier markieren oder – im Fall der kleinen Nagetiere – gerne in Motorräumen von Fahrzeugen ihr Unwesen treiben. Eine Garage dient, wie angesprochen, vielen auch als Lagerfläche. Gegenstände, die in Haus, Keller oder Schuppen keinen Platz mehr finden, werden gerne dorthin ausgelagert. Meist steht allerdings der Schutz von Autos im Vordergrund. Gut belüftet und im Idealfall auch beheizt, bieten diese Unterstellmöglichkeiten Vorteile bei der Versicherungsprämie und schonen auch das Fahrzeug selbst – besonders in der kalten Jahreszeit. Motor, Batterie und Anlasser werden nämlich in den Wintermonaten in einem kalten Umfeld besonders stark beansprucht. Eine mögliche Folge könnte der frühzeitige Ausfall von einzelnen Komponenten sein.

Garagen mit erhöhtem Einbruchsschutz

Zu den Kernelementen einer Garage zählt das passende Garagentor. Vorbei sind die Zeiten, in denen dieses als vermeintlich simpler Bauteil galt. Heutzutage sind Garagentore hinsichtlich ihres technischen Aufbaus vielfältig und beispielsweise als Sektionaltor, Rolltor oder Schwingtor ausgelegt. Garagentore verfügen über einen manuellen oder elektrischen Antrieb, eine stabile Bauweise und auf Wunsch auch über einen erhöhten Einbruchsschutz nach NEN 5096. Dieser wird unter anderem durch abgedeckte Laufschienen, Laufrollen und Zugfederkästen gewährleistet. In den meisten Ländern Europas wird der europäische Standard implementiert, konkret EN 1627, EN 1628 und EN 1630. In EN 1627 gibt es sechs Klassifizierungen, auch Resistance Classes (RC) oder Widerstandsklassen (Wk) genannt, mit denen Tore versehen werden können. Widerstandsklasse 1 (Wk 1/RC 1) bietet lediglich Schutz vor körperlicher Gewalt. Widerstandsklasse 2 (Wk 2/RC 2) schützt gegen körperliche Gewalt und Zuhilfenahme einfacher (kleinerer) Werkzeuge. Widerstandsklasse 3 (Wk 3/RC 3) sichert Garagen vor Gewalt unter Zuhilfenahme von Werkzeugen (beispielsweise einem Brecheisen). Widerstandsklasse 4 (Wk 4/RC 4) bietet Schutz gegen Gewalt unter Zuhilfenahme von Werkzeugen (beispielsweise Schlagäxten, Hämmern und Stemmeisen). Widerstandsklasse 5 (Wk 5/RC 5) schützt vor körperlicher Gewalt mit Sachverstand und unter Zuhilfenahme von kleineren Elektrowerkzeugen. Und Widerstandsklasse 6 (Wk 6/RC 6) gewährt schließlich Schutz vor körperlicher Gewalt mit Sachverstand und unter Zuhilfenahme von Hydraulik- und Elektrowerkzeugen.

Egal, auf welches Garagentor die Entscheidung letztendlich fällt – in allen Anwendungsfällen werden an das Tor gewisse Erwartungen gestellt. Die Anwendungen sollen vorrangig vielseitig, funktional, sicher und langlebig sein. Qualitätshersteller wie die Firma Normstahl geben zehn Jahre Werksgarantie auf Garagentore inklusive Verschleißsteile, fünf Jahre Garantie auf die Mechanik und zwei Jahre Garantie auf die elektronischen Komponenten der Torantriebe.

Der Blick auf den Markt

Erhebungen gehen davon aus, dass der Anteil der Sektionaltore bei den Garagentoren in der Schweiz nahezu 65 Prozent beträgt. Eine Experteneinschätzung für die Jahre 2017 bis 2020 – natürlich damals noch ohne Einberechnung der zu erwartenden Rückgänge in Folge der Corona-Krise – prognostizierte ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 3,4 Prozent. Durch ein verlangsamtes Wachstum bei den Baugenehmigungen und -fertigstellungen sollte vor allem der Nicht-Wohnbau das Wachstum am schweizerischen Markt vorantreiben.

Produkt-Empfehlung

BaurechtPraxis

BaurechtPraxis

Bauprojekte sicher nach SIA-Norm 118 und OR umsetzen.

ab CHF 298.00

Produkt-Empfehlung

Newsletter Bau- und Immobilienrecht

Newsletter Bau- und Immobilienrecht

Aktuelle Themen. Kommentierte Entscheide. Praxisfälle.

CHF 78.00

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Stockwerkeigentum für Praktiker

    Rechtssichere Gründung, Verwaltung und Sanierung

    Nächster Termin: 21. Oktober 2020

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Mietrecht für Immobilienprofis

    Praxiswissen erfolgreich vertiefen und aktualisieren

    Nächster Termin: 11. November 2020

    mehr Infos

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos