Unsere Webseite nutzt Cookies und weitere Technologien, um die Benutzerfreundlichkeit für Sie zu verbessern und die Leistung der Webseite und unserer Werbemassnahmen zu messen. Weitere Informationen und Optionen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Ok

Mietzinsreduktion bei Lärm: So sieht die Rechtslage bei Bars und Restaurants aus

Besonders in grösseren Städten bedeutet zentrales Wohnen oftmals auch die unmittelbare Nähe zu gastronomischen Betrieben. Was sich für manche aufgrund der kurzen Wege in die Bar oder ins Restaurant als praktisch erweist, ist für andere ein Ärgernis, denn die Gastronomie ist meist mit einer gewissen Lärmentwicklung verbunden. Besonders in den Abend- und Nachtstunden kann diese ein Problem darstellen. Wer in ein Haus oder eine Wohnung (gegen)über einer gastronomischen Einrichtung zieht, sollte daher die Rechtslage kennen: Unter Umständen ist eine Mietzinsreduktion möglich.

23.07.2021
Mietzinsreduktion bei Lärm

Lärmbelästigung durch Nachbarn oder Gastronomie: Was ist zulässig?

Grundsätzlich gilt im Bereich Mietverhältnisse folgender Grundsatz; Der Mieter kann die angemietete Immobilie nur dann in vollem und sachgemässem Umfang nutzen, wenn er darin nicht durch dauerhaften oder regelmässigen Lärm beeinträchtigt wird. Befindet sich eine Mietwohnung etwa in unmittelbarer Nähe zu einem gastronomischen Betrieb wie etwa einer der beliebten Bierbrauen Hannover, ist derartiger Lärm aber kaum auszuschliessen. Dies bedeutet aber nicht, dass Mieter Lärmbelästigungen durch die Gastronomie oder auch einfach durch die Nachbarn einfach hinnehmen müssen. Insbesondere in den Nachtstunden gilt in der Schweiz nach wie vor die Nachtruhe, und zwar zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr. Während dieser Stunden sollen alle Mieter die Gelegenheit haben, sich zu erholen und Schlaf zu finden.

Wird die Nachtruhr deutlich und dauerhaft gestört, bedeutet dies oftmals negative Auswirkungen auf den Schlaf, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Mieter haben in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, eine Mietzinsreduktion vorzunehmen, wenn ihre Nachtruhe durch etwa von Privatpersonen in der Nachbarschaft, aber auch durch gastronomische Einrichtungen beeinträchtigt wird. Der Vermieter sollte im Falle einer Mietzinsreduktion unbedingt über diesen Schritt informiert werden, damit er die Chance hat, etwas gegen den Lärm zu unternehmen und eine Lösung zu finden. Oftmals hilft auch ein persönliches Gespräch.

Gastronomie in Wohngebieten: Schallschutz ist gesetzlich vorgeschrieben

Da Bars und Restaurants naturgemäss mit einer gewissen Lärmentwicklung verbunden sind, sieht der Gesetzgeber in der Schweiz vor, dass ein ausreichender Schalschutz bestehen muss, um die Tages- und Nachtruhe der Mieter zu gewährleisten. Ist der Schallschutz unzureichend, unterliegt es der Verantwortung des Vermieters, diesen nachzurüsten. Mieter, die das Gefühl haben, dass der Lärmpegel in ihrer Wohnung oder ihrem Mietshaus das normale und zulässige Niveau überschreitet, kann mit einem Schallpegelmesser sicher gehen. Es ist ratsam, die genaue Ausprägung des Lärms sowie die jeweiligen Uhrzeiten zu notieren oder gegebenenfalls Aufnahmen etwa mit dem Smartphone anzufertigen, um die Lärmbelästigung nachweisen zu können.

Entsteht dauerhafter oder regelmässiger Lärm nicht nur die Gäste in der Gastronomie, sondern durch private Nachbarn, die etwa gerne feiern und laute Musik hören, sollten betroffene Mieter davon absehen, direkt rechtliche Schritte einzuleiten. Dies führt meist nur dazu, dass sich die Fronten verhärten und eine einvernehmliche Lösung deutlich erschwert wird. Ein ruhiges und sachliches Gespräch mit den lauten Nachbarn sollte immer der erste Schritt sein, bevor etwa der Vermieter hinzugezogen wird. Auch Betreiber gastronomischer Betriebe sollten zunächst persönlich auf die Lärmbelästigung angesprochen werden: Nicht selten lässt sich das Problem lösen, indem beide Parteien Kompromisse eingehen.

Newsletter W+ abonnieren