01.09.2017

Investition per Hypothek: Warum und wie?

Investitionen in Geschäftsimmobilien vom Bürogebäude bis zur Fertigungsanlage sind vor allem eins: kostspielig. Dennoch können sich derartige Ausgaben mittel-bis langfristig positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken – sei es durch eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit, eine grössere Produktionskapazität, geringere Herstellungskosten oder eine verbesserte Energieffizienz. Aktuell lohnen sich solche Investitionen besonders aufgrund der Situation am Geldmarkt. Ein Blick auf den Status quo und verschiedene Investitionsoptionen.

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Investition per Hypothek

Vom Geldmarkt profitieren

Es ist fast egal, auf welchen Kontinent man derzeit schaut: In den Zentralbanken in Europa, Asien und Amerika bedient man sich derzeit bevorzugt eines Instruments, um die Wirtschaft anzukurbeln: Extrem niedrige Zinsen auf den Geldmärkten sollen Verbrauchern den Konsum und Unternehmern Investitionen schmackhaft machen.

 

Bildrechte: Flickr Subprime Crisis No Barrier to Affordable Housing woodleywonderworks CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Denn liquide Mittel auf Tages- bzw. Festgeldkonten oder in Staatsanleihen anzulegen, bringt dadurch kaum noch Zinsen – wenn überhaupt: Negativzinsen auf Kapitalanlagen sind schon seit einiger Zeit keine Seltenheit mehr. Indizien dafür, dass sich diese Situation kurz- bis mittelfristig ändern könnte, sind indes Mangelware.

Es ergibt also durchaus Sinn, überschüssiges Kapital perspektivisch zu investieren. Denn mit dem Niedrigzins zielen die Zentralbanken auch darauf ab, Geldinstituten die Möglichkeit zu geben, günstige Kredite zu vergeben. Hierbei sind immobiliengebundene Finanzierungen besonders hervorzuheben: Dadurch, dass bei solchen Kreditgeschäften die betreffenden Immobilien im Normalfall als Sicherheit dienen, ist der Zinssatz dort noch niedriger als zum Beispiel bei Verbraucherkrediten, die ohne Sicherheiten abgeschlossen werden.

Eine sichere Hypothek

Das sieht man am Beispiel der derzeitigen Zinssätze für Hypotheken. Vergleicht man die Angebote verschiedener Schweizer Kreditinstitute, stellt man fest: Die Zinsbelastung liegt je nach Anbieter, Laufzeit und Art der Hypothek teilweise deutlich unter einem Prozent pro Jahr.

Nun stellt sich die Frage: Welches Angebot ist das attraktivste? Ausser dem Zinssatz sind für eine Bewertung weitere Faktoren relevant. Eins vorweg: Vor unseriösen Angeboten von Bankenseite braucht man prinzipiell keine Angst zu haben: Der Schweizer Bankensektor ist stark staatlich reguliert und wird von der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA kontrolliert.

Auch wer vor dem Hintergrund des Finanzmarktcrashs von 2008, bei dem schliesslich selbst bedeutende und etablierte Geldinstitute in Schieflage gerieten oder gar Konkurs gingen, Bedenken hat, kann unbesorgt sein: Hypotheken sind nämlich qua Definition direkt an die jeweilige Finanzierung gebunden. Im Fall einer Pleite der Bank gilt eine Hypothek also als eine Art "Sondervermögen", das nicht in die Konkursmasse fällt – somit ist die Hypothek aus Kundensicht eine besonders sichere Art der Kreditabsicherung.

Insofern stellt sich vor allem die Frage nach der Art der Hypothekenfinanzierung. Hierbei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Einerseits die Vereinbarung einer Festhypothek, andererseits den Abschluss einer Hypothek mit variablem Zinssatz. Beide Varianten bieten Vor- und Nachteile.

Zinsen sichern oder variabel bleiben?

Der Vorteil einer Festhypothek ist, wie der Name bereits suggeriert, der fest vereinbarte Zinssatz – er bedeutet vor allem Planungssicherheit. Marktüblich sind Zinsfestschreibungen für eine Dauer von zwei bis zehn Jahren. Mit der Laufzeit steigt dabei der Zinssatz an: Eine Hypothek mit für zehn Jahre garantierten Zinsen ist somit die teurere Lösung – allerdings ist der Unterschied aufgrund des allgemein sehr niedrigen Zinsniveaus nicht besonders gross. Jedoch haben Festhypotheken einen entscheidenden Nachteil: Ausserplanmässige Amortisierungen sind üblicherweise nicht vorgesehen. Sollten also während der Laufzeit unerwartet Mittel freiwerden, mit denen die Hypothek ganz oder teilweise abbezahlt werden könnte, wäre das nicht oder nur gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Variable Hypotheken bieten hingegen die Möglichkeit, vorzeitig zu amortisieren – dafür orientiert sich der Zinssatz aber am jeweiligen Geldmarktniveau, beispielsweise durch Kopplung an den 3- oder 6-Monatslibor. Somit entfällt die Planungssicherheit, da die im Vergleich zur Festhypothek niedrigeren Zinsen bei entsprechenden Bewegungen am Geldmarkt ansteigen können. Dadurch kann eine Hypothek mit variablem Zinssatz potenziell teurer werden als die feste Variante.

Welche der beiden Lösungen besser ist, muss also von Fall zu Fall anhand folgender Fragen evaluiert werden:

  • Wie wichtig ist Planungssicherheit?
  • Für welchen Zeitraum wird die Hypothekenfinanzierung benötigt?
  • Soll die Möglichkeit zur Amortisation gegeben sein?
  • Welches Zinsniveau wird mittel- bis langfristig erwartet?

Mehr Chancen per Hypothek

Unabhängig davon, wie die Entscheidung ausfällt, ist die Finanzierung über eine Hypothek nicht nur aufgrund der niedrigen Zinsen eine attraktive Finanzierungsform. Denn die Tatsache, dass klassische Geldanlagen momentan nur wenig Rendite bringen, hat Auswirkungen auf den Immobilienmarkt: Aufgrund der erhöhten Nachfrage durch Investoren und Kaufwillige sind die Preise ortsweise extrem angestiegen. Davon können auch Hypothekennehmer profitieren: Eine höhere Bewertung der eigenen Immobilie bedeutet auch eine potenziell höhere Hypothek – so steigt im Optimalfall das mögliche Investitionsvolumen an. Das kann zusätzliche Chancen bedeuten: Wer anstatt einer einfachen Renovation beispielsweise eine energetische Sanierung durchführen kann, kann so mittel- bis langfristig die Energiekosten senken und so effizienter produzieren – oder vielleicht sogar über den im letzten Jahr erhöhten Zuschlag für erneuerbare Energien zusätzliche Einnahmen generieren.

 

 

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