29.09.2015

Automatischer Informationsaustausch: So arbeiten die Steuerbehörden bezüglich des Bankgeheimnisses in Zukunft zusammen

Die Übereinstimmung und der internationale Druck, steuerrelevante Informationen zwischen Steuerbehörden austauschen zu wollen, haben stark zugenommen. Das bedeutet ein Umdenken für die Schweiz, denn ein Abseitsstehen ist offensichtlich nicht mehr zu verteidigen. So hat die Schweiz am 19. November 2014 die multilaterale Vereinbarung der zuständigen Behörden bezüglich automatischer Informationsaustausch über Finanzkonten (MCAA) unterzeichnet. Weltweit haben sich bisher über hundert Staaten zur Einführung des Standards Automatischer Informationsaustausch (kurz: AIA) entschlossen.

Von: Stefan Piller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Stefan Piller

Stefan Piller, dipl. Steuerexperte und Treuhänder, ist zuständig für die Steuerberatung und Steuerplanung für natürliche sowie juristische Personen. Ausserdem führt er steuerliche Due Diligence Prüfungen durch und unterstützt Steuerrevisionen.

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 
Automatischer Informationsaustausch

Automatischer Informationsaustausch – Fortschritt oder das Ende des Bankgeheimnisses?  

Die Schweiz konkretisierte am 27. Mai 2015 ihre Absicht zum automatischen Informationsaustausch mit der EU durch Unterzeichnung des Abkommens zur Einführung des globalen Standards automatischer Informationsaustausch in Steuersachen. Die Schweiz und die 28 EU-Länder beabsichtigen, bereits ab 2017 Kontodaten zu erheben und ab 2018 auszutauschen.    

Die Europäische Union ist und bleibt nicht die einzige Partnerin, mit welcher die Schweiz ein AIA-Abkommen unterzeichnen wird. Bereits am 3. März dieses Jahres hat sich die Schweiz mit Australien auf eine gemeinsame Erklärung zur Einführung des AIA geeinigt. Gespräche mit diversen anderen Ländern sind im Gang.    

Automatischer Informationsaustausch – um was geht es?

Die Idee des AIA ist, dass die beteiligten Staaten Gelder, welche ihre Steuerpflichtigen im Ausland anlegen, nach den nationalen Regeln besteuern können. Die Banken melden an die eigenen nationalen Behörden ihre Kunden-Kontendaten, die sie anschliessend automatisch an die entsprechenden Herkunftsländer der Anleger weiterleiten. So soll das Aufdecken von Steuerhinterziehung erleichtert und das Deklarieren von im Ausland angelegten Geldern gefördert werden.    

Die von der Schweiz abgeschlossenen AIA-Abkommen richten sich nach dem globalen Standard der OECD, welcher wiederum stark an die FATCA-Regeln der USA angelehnt ist. Entsprechend dem Standard Automatischer Informationsaustausch müssen die Banken Kontonummer, Steueridentifikationsnummer, Name, Adresse, Geburtsdatum von Steuerpflichtigen im Ausland, sowie Zinsen, Dividenden, Einnahmen aus bestimmten Versicherungsverträgen, Kontoguthaben und Erlöse aus der Veräusserung von Finanzvermögen an die lokalen Steuerbehörden melden. Der Standard umfasst sowohl natürliche als auch juristische Personen.    

Gleichzeitig mit den neuen AIA-Abkommen hat die Schweiz Ende 2013 das multilaterale «Übereinkommen über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen» unterzeichnet. Mit diesem Übereinkommen verpflichtet sich die Schweiz, den spontanen Informationsaustausch einzuführen. Dies bedeutet, dass Steuerdaten künftig nicht mehr lediglich aufgrund eines vorgängigen Ersuchens an einen anderen Staat übermittelt werden, sondern es müssen sämtliche bei den Steuerbehörden vorhandenen Daten, sofern ein Interesse eines ausländischen Staates vermutet wird, ausgetauscht werden. Das Übereinkommen definiert klar und in exemplarischer Weise, wann Steuerdaten spontan ausgetauscht werden müssen (z.B. bei vermuteter Steuerverkürzung oder künstlichen Gewinnverlagerungen). Als «austauschfähige» Steuerdaten gelten sämtliche Informationen, welche für die Anwendung und Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts eines Staates erheblich sein können.  

Der zukünftige automatische wie auch der spontane Informationsaustausch wird für Schweizer Banken, steuerpflichtige sowie multinationale Unternehmen zur grossen Herausforderung! Vor allem die Banken werden enorme Anstrengungen zur Implementation der notwendigen Meldesysteme unternehmen müssen. Aber auch multinationale Unternehmen müssen ihre Hausaufgaben machen und prüfen, inwiefern Steuerdaten, wenn mit anderen Staaten ausgetauscht, zum Risiko werden können.  

Quelle: Dieser Beitrag stammt aus der BDO Info, Ausgabe September 2015.

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

Erfolgreiche Finanz- und Liquiditätsplanung

Finanz- und Liquiditätsengpässe erkennen und vermeiden

Erkennen Sie Finanz- und Liquiditätsengpässe rechtzeitig: Lernen Sie wertvolle Instrumente und Techniken für eine weitsichtige und verlässliche Finanz- und Liquiditätsplanung kennen.

Nächster Termin: 26. Juni 2018

mehr Infos

Produkt-Empfehlungen

  • Newsletter Finanz- und Rechnungswesen

    Newsletter Finanz- und Rechnungswesen

    Aktuelles Praxiswissen für Finanzverantwortliche

    CHF 98.00

  • FinanzberatungsPraxis

    FinanzberatungsPraxis

    Die griffigsten Methoden und die erfolgreichsten Vorgehensweisen zur individuellen Finanzberatung.

    Mehr Infos

  • Jahrbuch Finanz- und Rechnungswesen 2017

    Jahrbuch Finanz- und Rechnungswesen 2017

    Hochkarätige Autoren informieren Sie über die aktuellen Trends im Finanz- und Rechnungswesen.

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

Erfolgreiche Finanz- und Liquiditätsplanung

Finanz- und Liquiditätsengpässe erkennen und vermeiden

Nächster Termin: 26. Juni 2018

mehr Infos