26.01.2015

Basel III: Wird die Krisenfestigkeit der Banken erhöht?

Die Banken bestimmen nicht nur den Alltag im Accounting, sondern auch in der Politik. Unser Beitrag zeigt die Elemente unter dem Stichwort Basel III auf.

Von: Prof. Dr. Marco Passardi   Drucken Teilen   Kommentieren  

Prof. Dr. Marco Passardi

Prof. Dr. oec. publ. Marco Passardi ist seit 1.9.2012 vollamtlicher Professor für Accounting an der Hochschule Luzern, Institut für Finanzdienstleistungen IFZ, Zug. Davor war er von 2006 bis 2012 an der ZHAW als Professor tätig. Seine Forschungs- und Beratungsschwerpunkte liegen im Kontext der Buchführung und Rechnungslegung nach OR, Swiss GAAP FER und IFRS. Marco Passardi ist Lehrbeauftragter der Universitäten Zürich und Neuchâtel sowie Mitglied der Core Faculty von EXPERTsuisse. Er wirkt zudem als Dozent und Gutachter für diverse Organisationen und Institutionen aus dem Wirtschafts- und Finanzbereich. Sein fachliches Studium absolvierte er an der Universität Zürich, wo er 2003 mit einer Arbeit über das kommunale Rechnungswesen promovierte. Ebenso erwarb er dort 2002 einen Master of Advanced Studies in Secondary and Higher Education. 2017 wurde Marco Passardi von der University of Melbourne, Australien, als Visiting Professor eingeladen.

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Basel III

Obwohl Krisen momentan die Agenda vieler Banken und Juristen bestimmt, geht es parallel dazu auch darum, die Banken weltweit krisenfester zu machen – selbstredend für ihre legalen Aktivitäten.  

Das Rettungspaket Basel III

Das Rettungspaket, das von Bund, Nationalbank SNB und Finanzmarktaufsicht FINMA im Oktober 2008 für die UBS bereitgestellt wurde, hat uns auf einen Schlag verdeutlicht, dass eine einzelne grosse Bank in Schieflage, das gesamte Finanzsystem akut bedrohen kann. Dies ist für die Schweiz von besonderer Bedeutung, da der Bankensektor – gemessen am Total aller Aktiven des schweizerischen Bankensektors – rund das Sechsfache des jährlichen Bruttoinlandprodukts, das BIP, der Schweiz erreicht. Diese Quote wird weltweit nur von wenigen anderen Ländern wie z.B. Grossbritannien, übertroffen.  

Allein die Aktiven der UBS machten Ende 2012 mehr als dass Dreifache des BIP aus. Die schweizerische Wirtschaft ist damit besonders verletzlich, falls ihr Bankensystem angeschlagen oder nicht mehr funktionsfähig ist. Deshalb ist eine Regulierung, die die Krisenfestigkeit des Bankensystems verbessert und die implizite Staatsgarantie für die Grossbanken abschafft – Sie alle kennen sicher den Slogan «too big to fail» – von zentraler Bedeutung.

Neue Eigenkapitalanforderungen an Banken

Die neuen Eigenkapitalanforderungen für die Schweizer Banken entsprechen grundsätzlich den Regeln von Basel III. Höhere Eigenmittel müssen sowohl die Grossbanken als auch rund hundert weitere grössere Banken vorhalten. Für die Grossbanken wird dies mit ihrer Systemrelevanz begründet. Für die anderen Banken wird der Zusatzpuffer nach Grösse, Komplexität und Geschäftsaktivitäten abgestuft. Praktiker sprechen hier auch vom «Swiss Finish» oder etwas boshafter, von «Bern III».  

Für die beiden Grossbanken gelten grundsätzlich die international weltweit geltenden Anforderungen. Jedoch ist bei der progressiven Komponente, d.h. den ab einer gewissen Grösse nötigen zusätzlichen Kapitalien, welche die Systemrelevanz widerspiegeln soll, der Kapitalbedarf höher. Gerechtfertigt wird dies mit der Grösse, die die beiden Grossbanken in der Schweizer Volkswirtschaft besitzen.  

Ende 2012 erreichte ihre kumulierte Bilanzsumme rund das Vierfache, die Bilanzsumme aller anderen in der Schweiz tätigen Banken dagegen nur rund das Zweieinhalbfache des BIP. Ein Ausfall einer Grossbank hätte für die Schweizer Volkswirtschaft somit unabsehbare Folgen. Weitere Banken sind bisher nicht als systemrelevant bezeichnet worden. Mit der Kategorisierung der Banken in grössenabhängige Kategorien und entsprechenden Eigenmittelzuschlägen wird ihrer Bedeutung aber teilweise Rechnung getragen.

Zum Schluss hier noch ein abschliessender Hinweis

Langfristig ist ein genügend hohes, qualitativ hochwertiges Eigenkapital unumgänglich für einen stabilen Finanzplatz resp. für schlagkräftige Banken. Kurzfristig ist jedoch bedeutsamer, dass die Finanzinstitute jederzeit in der Lage sind, ihre Verbindlichkeiten durch liquide Mittel zu decken. Auch dieser Bereich wird von Basel III erfasst, hat aber in der öffentlichen Diskussion etwas weniger Beachtung gefunden, weil die Illiquidität von Banken noch kein weltumspannendes Problem war – hoffen wir, dass dies noch lange so bleibt!  

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