29.08.2018

Initial Coin Offering: Die Geldanlage der Zukunft für neue Geschäftsideen

Egal, ob es sich um neuartige Apps, revolutionäre Behandlungs- und Heilungsmethoden in der Medizin, gesunde Grillwürste, verantwortungsvoll produzierte Taschen oder 3D-Sensorsysteme zur Objekt- und Personenerfassung handelt, der menschliche Erfindungsgeist steht niemals still. Doch fortschrittliche Geschäftsideen brauchen auch eine fortschrittliche Finanzierung. Ein Gespräch mit Banken, Business-Angel oder anderen Geldgebern steht nun auf der Tagesordnung. Doch es geht heutzutage auch einfacher – Kryptowährungen sei Dank. Bislang galten sie als das Geld der Freiheit, das nicht von fremden Mächten oder Staaten manipuliert werden kann, sondern wo jeder Einzelne mit seinen Transaktionen darüber mitentscheiden kann, welchen Wert die digitale Münze bekommt. Zusammen mit der ICO-Methode war es für Startups noch nie so einfach, schnell an sicheres Geld zu kommen.

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Die 96-Millionen-Dollar-Pizza

Einfach und unkompliziert Zahlungsvorgänge abzuwickeln, entspricht ganz den Imperativen der heutigen Zeit. Mit einem virtuellen Geldbeutel bzw. einem sogenannten «Wallet» kann kinderleicht mit Kryptowährungen wie Bitcoins (oder Anteilen davon) bezahlt werden. Bitcoins können bequem online gekauft und bei zahlreichen Händlern bzw. Seiten verwendet werden. Einen guten Überblick hierzu liefert beispielsweise die Übersichtskarte «Coinmap».

Abbildung 1: Gerade Startups können durch den Verkauf von Tokens schnell steile Kursgewinne erzielen. Quelle: unsplash.com © Chris Liverani (CC0)

Vor acht Jahren steckte die Bitcoin-Bezahlung jedoch zunächst noch in den Kinderschuhen. So kam es, dass sich am 18. Mai 2010 ein Nutzer namens «laszlo» im Forum «bitcointalk» meldete und ankündigte, 10.000 Bitcoins für die Auslieferung zweier Pizzen seiner Wahl zu zahlen. Zur Info: 10.000 Bitcoins waren damals nur 41 Dollar wert. Laszlo bekam seine Pizzen und freute sich wohl, seine Bitcoins losgeworden zu sein. Was er nicht ahnte: Seine Pizzen sind mittlerweile 96 Millionen Dollar (Stand: 12. März 2018) wert und es wird jeden Tag mehr. Sogar ein Twitter-Account widmet sich mittlerweile diesem Thema: Jeden Tag wird ein Tweet abgesetzt, der den aktuellen Gegenwert der Pizza-Bestellung angibt. Dass sich der Bitcoin-Kurs im Laufe der Jahre stets vervielfacht hat, ist überwiegend Investoren zu verdanken, welche Bitcoins sowohl als Geldanlage als auch zur Finanzierung von Startups nutzen. Und das Beste daran: Bitcoin-Kursgewinne gelten bei der Steuererklärung als steuerfreie Kapitalgewinne.

Die ICO-Methode als Paradigmenwechsel

Wir leben in einer Welt, in der es keine Mittelsmänner mehr geben muss – eine Welt, in welcher Geld- und Vertragsgeschäfte direkt erledigt werden können – ganz ohne Banken und Notare. Wie bereits im Jahre 1993 – also ein Jahr, bevor sich das Internet im grossen Stil etablierte – so stehen wir auch jetzt vor einem neuen Paradigmenwechsel: Die verschiedensten Facetten der Blockchain- und Kryptowährungswelt sind gerade im Begriff, sich herauszubilden. Eine solche neue Dimension ist das sogenannte «ICO» oder auch «Token Sale» genannt. Hierbei geht es aber nicht um Spielereien, die auf eine etwaige «Wild-West-Stimmung» im digitalen Bereich abstellen, sondern um Möglichkeiten, wie sich nicht nur technikaffine Unternehmen die Unterstützung neuer Geldgeber sichern können – und das ganz ohne die klassischen Investoren oder den Gang zur Börse. Die Methode namens «Initial Coin Offering» ist in etwa vergleichbar mit der Ausgabe von Wertpapieren an einer Börse, denn sie ermöglicht jedem Internetnutzer, Token für Crowdfunding-Projekte im Blockchain-Stil zu erwerben. Der Investor verspricht sich durch den Kauf der Token eine zur späteren Zeit erhöhte Rendite des Projekts. Ein Startup beispielweise kann kinderleicht solche virtuellen Tokens «erzeugen» und diese anschliessend direkt gegen bare Münze eintauschen.

Die Token-Varianten

Bei sogenannten «Utility Token“ werden dem Käufer keinerlei Rechte am Projekt bzw. am Unternehmen per se übertragen. Der Besitz von Token impliziert somit weder eine Teilhabe an der Dividende, noch an der Firma beispielsweise durch ein Stimmrecht. Nach Fertigstellung des Projekts dient es den Nutzern lediglich als inhärentes Zahlungsmittel. Bei den sogenannten «Revenue Share Token», welche sich eher mit Aktien vergleichen lassen, ist der Besitzer zum Empfang von Gewinnausschüttungen berechtigt. Auch hier werden die Token nicht zwangsläufig benötigt, um beim Projekt selbst mitzuwirken, sondern sie dienen lediglich als Investmentvehikel für die Gewinnverteilung. Diese kann heutzutage bereits ganz automatisiert erfolgen. Sämtliche Projekte bzw. der Token-Besitz wird für gewöhnlich auf Blockchain-Basis abgebildet. Dies ist eine Art dezentralisierte Kontrollmethode, bei der jeder Teilnehmer automatisch die anderen Nutzer überwachen kann («Full-Nodes») oder auch nicht («Light-Nodes»). Je mehr Leute dabei sind, desto mehr Überwacher gibt es und desto stabiler wird das ganze System. Um an einem Verkauf von Tokens teilzunehmen, müssen Sie mit dem Handel von Kryptowährungen wie Bitcoins vertraut sein. Da sich bisher noch keine separate Plattform etabliert hat, über die solche sogenannten «Tokensales» durchgeführt werden können, wickeln die Veranstalter derartige Verkäufe im Moment noch überwiegend über ihre eigenen Webseiten ab.

Der Erwerb von Tokens macht Investmentmöglichkeiten im Internet für eine breitere Zielgruppe zugänglich. Schliesslich lassen sich Token in kleineren Stückzahlen flexibler handhaben als etwa Aktien an der Börse. Doch bei den Schweizern ist das Geschäft mit der Digitalwährung noch in den Startlöchern – und dies, obwohl sich der Wert von beispielsweise Bitcoins in einigen Jahren unglaublich vervielfacht hat. Ein Internetphänomen, welches die Welt erfasst hat, befindet sich derzeit noch in den Händen einer kleinen Minderheit. Sie können dies ändern!

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