21.06.2017

ISO 20022: Die wichtigsten Änderungen und Vorteile zum harmonisierten Zahlungsverkehr

ISO 20022 ist der neue internationale Standard für den elektronischen Datenaustausch in der Finanzbranche, der weltweit und insbesondere in Europa eine immer wichtigere Rolle einnimmt. Auch der Schweizer Finanzplatz führt diesen nutzbringenden Standard ein und ergreift dabei die Gelegenheit, den Zahlungsverkehr zu harmonisieren und auf den Schweizer ISO-20022-Zahlungsstandard auszurichten. Davon profitieren alle Akteure im Zahlungsverkehr und die Schweizer Wirtschaft insgesamt.

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ISO 20022

Was ist ISO 20022?

«Der neue internationale Standard für den Schweizer Zahlungsverkehr.»

Unter der Bezeichnung «ISO 20022 Financial services – Universal financial industry message scheme» hat die Internationale Organisation für Normung (ISO) auf Basis von XML (Extensible Markup Language) eine systematische Zusammenstellung von Meldungstypen für die Finanzindustrie herausgegeben. Ziel des ISO-20022-Standards ist eine weltweite Angleichung des elektronischen Datenaustausches und dadurch ein höherer Automatisierungsgrad der Zahlungsprozesse.

Die Akteure im Zahlungsverkehr

Abbildung 1: ISO 20022

Das Programm umfasst die folgenden Bereiche:

  • Überweisungen
  • Lastschriften
  • Avisierungen & Reporting
  • QR-Rechnung – Einzahlungsscheine

Was ändert sich bei Überweisungen?

Die Überweisungsverfahren der Banken (DTA) und von PostFinance (EZAG/EGA/ESR) werden unter Verwendung des ISO-20022-Standards harmonisiert. Die Zahlungsaufträge in der Kunde-Bank-Schnittstelle erfolgen neu mit der pain.001-Meldung (Customer Credit Transfer Initiation) und die Statusmeldungen mit pain.002 (Customer Payment Status Report) gemäss ISO-20022-Standard. Als primäres Identifikationsmerkmal für eine Bankkontoverbindung wird – ab 2020 – ausschliesslich die IBAN verwendet.

Diese Änderungen sorgen für eine effizientere Transaktionsabwicklung dank des einheitlichen, bankenunabhängigen Standards sowohl schweizweit als auch grenzüberschreitend. Durch die neue durchgängige Referenz wird jede Zahlung eindeutig gekennzeichnet. Dies ermöglicht unter anderem die automatische Zuordnung von Rückzahlungen. Die ausschliessliche Verwendung der Kontonummer im IBAN Format minimiert Fehler und erhöht die Straight-Through-Processing-Rate (STP-Rate).

Was ändert sich bei Lastschriften und E-Rechnungen?

Der Finanzplatz Schweiz kennt heute unterschiedliche Lastschriftverfahren. Im Zuge der Standardisierung beabsichtigen Banken und PostFinance, ein einziges schweizweites Verfahren mit einer gemeinsamen Ausprägung der Lastschriftmeldung auf Basis des ISO-20022-Standards (pain.008) zu implementieren. Zudem soll die Lastschrift in die E-Rechnungsprozesse eingebunden werden, sodass Unternehmen in Zukunft mit einem Vertrag über eine Schnittstelle Lastschriften und E-Rechnungen abwickeln können.

Die neue Lösung soll sowohl Unternehmen als auch ihren Kunden Vorteile bringen. Die Anmeldungen für das Lastschriftverfahren sollen künftig elektronisch an die Unternehmen ausgeliefert und damit an die E-Rechnungsprozesse angeglichen werden. Bereits erteilte Belastungsermächtigungen bleiben auch für die neue Lastschrift gültig. Die auf dem ISO-20022-Standard basierten SEPA-Lastschriftverfahren (in Euro) der Schweizer Finanzinstitute sind von der Harmonisierung nicht betroffen.

Was ändert sich bei Avisierungen/Reporting?

Für die regelmässige Kontoabstimmung sind aktuelle Kontostände und Anzeigen der Bewegungen unerlässlich.

Für diese Konto- bzw. Buchungsinformationen werden künftig camt-Meldungen («camt» steht für Cash Management) gemäss ISO-20022-Standard verwendet. Das ermöglicht eine durchgängig automatisierte Verarbeitung (Straight Through Processing, STP) der Transaktionen. Standardmässig kann der Kontoauszug am Tagesende (camt.053) mit oder ohne Detailangaben bezogen werden. Intraday-Kontoauszüge bzw. Belastungs- und Gutschriftsanzeigen werden mit camt.052- bzw. camt.054-Meldungen zur Verfügung gestellt.

Was ändert sich bei Einzahlungsscheinen?

Die QR-Rechnung wird ab Januar 2019 schweizweit eingeführt und ersetzt die heutigen – mindestens sieben verschiedenen – Varianten von Einzahlungsscheinen. Die QR-Rechnung eignet sich für sämtliche Zahlungsarten und unterstützt die Rechnungsstellung in CHF und in EUR. Sie wird die Kontonummer im IBAN-Format (IBAN/QR-IBAN) und einen QR-Code aufweisen. Dieser enthält alle wichtigen Zahlungsinformationen.

Neuer Einzahlungsschein ermöglicht verbessertes, automatisiertes Einlesen:

Auf dem neuen, einheitlichen Einzahlungsschein sind die Inhalte durch die gemeinsamen Richtlinien von Banken und PostFinance immer gleich strukturiert und können dank eines Datencodes (QR-Code) bequem eingescannt werden. Das erleichtert die Zahlungserfassung.

Der Zahlteil QR-Rechnung ermöglicht verbessertes, automatisiertes Einlesen:

Im Zahlteil sind die Inhalte gemäss Gestaltungsempfehlungen des Finanzplatzes Schweiz immer gleich strukturiert und können dank des QR-Codes bequem eingescannt werden. Das erleichtert die Zahlungserfassung.

Abbildung 1: Muster eines Zahlteils der QR-Rechnung mit Referenznummer.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Harmonisierte Verfahren, Standards & Formate: Weitestgehende Angleichung an bewährte internationale Standards.
  • Einheitliches Kontonummernformat IBAN: Ablösung der herkömmlichen Kontonummern durch die strukturierte Schweizer IBAN, die ihrerseits nach dem internationalen IBAN-Standard (ISO 13616) aufgebaut ist.
  • Reduktion der Belegvielfalt: Das Kunterbunt der Belege wird auf einen einzigen Einzahlungsschein reduziert, der in zwei Varianten verfügbar ist: eine mit Referenznummer und eine mit Mitteilung.
  • Umfassende Eliminierung von Doppelspurigkeiten: Standardisierung des dualen Systems von PostFinance und Banken.
  • Minimierte Weiterentwicklungs- & Unterhaltskosten: Angleichung von in- und ausländischen Überweisungsverfahren.
  • Höhere Automatisierungsrate: Automatisierte Verarbeitung dank durchgängigen Referenzen.
  • Zusatznutzen durch Integration eines QR-Codes: Erhöhung der Straight-Through-Processing-Rate (STP-Rate).
  • Einfachere Umsetzung regulatorischer Vorgaben: Flexibler ISO-20022-Standard ermöglicht die Einhaltung der Anforderungen des Geldwäschereigesetzes (GwG) und anderer regulatorischer Vorgaben.

Was haben Sie davon?

  • Raschere Verfügbarkeit von Geldern, weniger Kosten: Die eindeutige Identifizierung der Kontonummer im IBAN-Format reduziert Erfassungsfehler, Rückfragen und Rückweisungen durch Banken erheblich. Das vermindert den administrativen Aufwand.
  • Reduktion von IT-Investitions- & Wartungskosten: Standardisierte Auftrags- und Statusmeldungen bei allen Schweizer Finanzinstituten reduzieren die Komplexität der Softwarelösungen. Das entlastet das IT-Budget.
  • Standardisierte Validierung von Zahlungen: Eine einheitliche Validierung von File-Einlieferungen bei allen Schweizer Finanzinstituten erhöht die Verarbeitungsqualität. Das spart Zeit.
  • Erhöhte Automatisierung von Prozessen: Die Durchgängigkeit der Zahlungsprozesse dank des gemeinsamen Standards ermöglicht die automatische Erkennung einer Zahlung. Das erhöht die Effizienz.
  • Neuer Einzahlungsschein ermöglicht verbessertes, automatisiertes Einlesen: Auf dem neuen, einheitlichen Einzahlungsschein sind die Inhalte durch die gemeinsamen Richtlinien von Banken und PostFinance immer gleich strukturiert und können dank eines Datencodes (QR-Code) bequem eingescannt werden. Das erleichtert die Zahlungserfassung.
  • Einfachere Umsetzung regulatorischer Vorgaben: Der neue ISO-20022-Standard ermöglicht die Umsetzung regulatorischer Vorgaben (Ersatz ESR Gutschriftsverfahren). Das sorgt für Sicherheit.

Was müssen Sie tun?

Bei der Umstellung auf ISO 20022 ist es für Unternehmen entscheidend, welche Art der Software im Zahlungsverkehr eingesetzt wird.

Verwenden Sie standardisierte Softwarelösungen?

Solche Lösungen werden für Buchhaltung, Fakturierung, Zahlungsverkehr usw. entwickelt. Wenn Sie eine Standardsoftware im Einsatz haben, empfehlen wir Ihnen, umgehend Folgendes zu tun:

Abbildung 1: Checkliste für standardisierte Softwarelösungen

Verwenden Sie individuelle Softwarelösungen?

Wenn Sie eigene Softwarelösungen im Einsatz haben, müssen Sie diese ISO-20022-tauglich machen. In diesem Fall gehen Sie bitte wie folgt vor:

Abbildung 2: Checkliste für individuelle Softwarelösungen

Wen betrifft es sonst noch?

Treuhänder, Consultants, Institutionen, Verwaltungen oder Pensions- und Ausgleichskassen sind verpflichtet, die Zahlungen ihrer Kunden auch künftig effizient und den gesetzlichen Vorgaben entsprechend abzuwickeln. Um den Migrationsprozess effektiv umsetzen zu können, ist rechtzeitiger Kontakt mit Softwarepartnern bzw. der internen IT-Abteilung unerlässlich.

Quelle: Auszug aus der Infobroschüre «Harmonisierung Zahlungsverkehr Schweiz» mit freundlicher Genehmigung von paymentStandards.ch .

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