26.07.2019

Direkte Produkt-Rentabilität: In der Praxis ein weit verbreiteter, in der Lehre praktisch unbeachteter Kostenrechnungsansatz

Die direkte Produkt-Rentabilität (DPR) ist kein neues Konzept – die Basis für diesen Kostenrechnungsansatz wurde schon vor über vierzig Jahren in den USA geschaffen. Die Implementierung ist seither in der Praxis weit vorangeschritten.

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Direkte Produkt-Rentabilität

Direkte Produktrentabilität

Mit der direkten Produktrentabilität (DPR) wurde eine Kennzahl entwickelt, die sich vor allem für den Einsatz in Handelsunternehmen eignet. Im Prinzip handelt es sich bei der direkten Produktrentabilität um einen artikelspezifischen Stückdeckungsbeitrag, der wie folgt berechnet wird:

 

 

Verkaufpreis (netto)
- Einstandspreis (Einkaufspreis + Bezugskosten)
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
= Handelsspanne
- Direkte Produkt-Kosten (DPR)
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
= Direkte Produkt-Rentabilität

Wenn Sie dieses Berechnungsschema betrachten, so wird deutlich, dass Sie zunächst die absolute Handelsspanne berechnen. Darüber hinaus berücksichtigen Sie aber auch alle weiteren, den Artikeln direkt zurechenbaren Handlungskosten (direkte Produktkosten). Durch diese weitreichende Zurechnung zentraler Kostenarten auf Ihre verschiedenen Artikel erhalten Sie eine bessere Entscheidungsunterstützung für distributionslogistische Prozesse.

Über «Deckungsbeiträge» als unverzichtbare Risikoindikatoren erfahren Sie in diesem Beitrag mehr und der Artikel «Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung» informiert über den Zusammenhang von Umsatz, Kosten und Gewinn sowie dessen Analysemöglichkeiten.

Verwandte Deckungsbeitragsrechnung

Diese Art der Kostenzuordnung ist der Deckungsbeitragsrechnung nicht unähnlich, sodass die direkte Produktrentabilität häufig auch als artikelspezifischer Deckungsbeitrag bezeichnet wird. Tatsächlich trifft diese Bezeichnung insofern zu, als durch die direkte Produktrentabilität ein den Artikeln nicht zugerechneter Restkostenblock gedeckt werden soll. Dennoch darf diese Kennzahl nicht als Deckungsbeitrag im Sinne der Deckungsbeitragsrechnung verstanden werden. Die direkten Produktkosten beinhalten durchaus auch fixe Kosten, sodass gar keine Deckungsbeitragsrechnung im Sinne eines Konzepts zur Unterscheidung von fixen und variablen Kosten vorliegen kann.

Sämtliche Kosten, die einem Produkt nicht direkt zugerechnet werden, gehen in den sog. Restkostenblock ein. Die direkte Produktrentabilität dient als Mittel zur Deckung dieses Restkostenblocks und zur Erzielung eines Gewinns. Da vor allem auf Märkten mit starker Konkurrenz die Ein- und Verkaufspreise kaum beeinflusst werden können, liegt der Hauptansatzpunkt zur Erhöhung der direkten Produktrentabilität auf der Senkung der direkten Produktkosten.

 

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