14.09.2016

Digitalisierung im Finanzbereich: So profitieren Sie davon

Die Digitalisierung im Finanzbereich beeinflusst die Wirtschaft derzeit massiv. Dies erstreckt sich nicht nur auf einzelne Unternehmensbereiche, sondern stellt ganze Geschäftsmodelle auf den Kopf – und erfordert ein vollkommen neues Denken in Unternehmen. Strategie, Struktur, Kultur und Prozesse verändern sich grundlegend.

Von: Sven Hennige   Drucken Teilen   Kommentieren  

Sven Hennige

Sven Hennige verantwortet als Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands die Geschäfte von Robert Half in Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden. Der studierte Betriebswirt bringt über 20 Jahre Erfahrung in der Branche mit und ist damit ein ausgewiesener Marktkenner für die Vermittlung von Fach- und Führungskräften in Festanstellung, für Temporärarbeit und Interim Management.

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CFO

Finanzchefs sind optimistisch

Auch der Finanzfunktion steht möglicherweise die grösste Transformation ihrer Geschichte bevor. Prozessautomatisierung, Digitalisierung und die stete Notwendigkeit, Vermögenswerte zu schützen und ständig die Kosten im Griff zu haben, setzen Chief Financial Officers (CFOs) mit ihren Teams erheblich unter Druck.

Gleichzeitig kann der Finanzbereich von der Digitalisierung erheblich profitieren und sich weiterentwickeln: «CFOs sind mehr denn je gefordert, ihre Unternehmen als strategische Business-Partner auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten», stellt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half, fest.

In der Schweiz zeigt sich bei der Digitalisierung ein differenziertes Bild. Laut dem digital.swissIndex verfügt das Land bereits über eine gute Basisinfrastruktur und ist in hohem Masse international wettbewerbsfähig. Hingegen ist die digitale Transformation in einigen anderen Bereichen, wie etwa dem Themenfeld Industrie 4.0, kaum fortgeschritten.  

Insgesamt sind die CFOs in der Schweiz, die in der Arbeitsmarktstudie von Robert Half befragt wurden, zuversichtlich: 95% der Befragten glauben, dass sie mit dem aktuellen Niveau der Digitalisierung in ihrer Finanzabteilung bereits gut auf künftige geschäftliche Herausforderungen vorbereitet sind.

Allerdings sind auch mehr als zwei Drittel besorgt, ihren Teams mangele es an Fähigkeiten, um Projekte bis 2020 erfolgreich umzusetzen.

Im Hinblick auf die Projekte bis 2020 sind CFOS aufgrund fehlender Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter...

Abbildung: Übersicht der besorgten CFOS

Grösste Hürde: Mangelnde Vorgaben des Führungsteams

Trotz guter Voraussetzungen sind in Finanzabteilungen einige Hürden zu nehmen, um kommende Jahre aktiv zu gestalten. Dabei sehen die befragten CFOs in unzureichenden Vorgaben der Unternehmensführung das grösste Hindernis bei der Zielerreichung, die mangelnde Fachkompetenz der Mitarbeiter als zweitgrösstes.

Die grössten Herausforderungen bei der Digitalisierung im Finanzbereich

Abbildung: Die grössten Herausforderungen bei der Digitalisierung

Schon über die letzten Jahre hinweg berichtete eine Mehrheit der CFOs über Probleme bei der Rekrutierung qualifizierter Kandidaten. Fehlende Fachkräfte werden auch in den kommenden Jahren ein entscheidender Faktor des wirtschaftlichen Umfelds in der Schweiz bleiben.

Umso bedeutender wird es sein, den konkreten Personalbedarf für die kommenden Jahre zeitnah zu erkennen. «Es geht in erster Linie darum zu wissen, welche Kompetenzen in Zukunft benötigt und wo sich voraussichtlich Lücken auftun werden», so Sven Hennige. «Natürlich wird es CFOs kaum möglich sein, alle künftigen Entwicklungen vorherzusehen. Aber sie können sich bestmöglich auf die Zukunft vorbereiten. Dafür müssen CFOs neue Finanzfachkräfte mit den künftig erforderlichen Kompetenzen einstellen und gleichzeitig vorhandenes Personal fördern, um es besser einzusetzen.»

CFOS auf dem Scheideweg

«Zahlenschieber» war gestern: Die digitale Transformation erlaubt es Finanzchefs, Unternehmenswerte nicht nur besser zu schützen, sondern sie auch aktiver mitzugestalten. Die Finanzabteilung steht somit vor der Aufgabe, bestmögliche Rahmenbedingungen für Wachstum zu schaffen – und das in Zeiten immer komplexerer Prozesse und eines stetig wachsenden Kostendrucks. CFOs glauben, dass ihre grösste Herausforderung bis 2020 darin bestehen wird, ein steigendes Arbeitsvolumen effizient zu meistern.

Erwartungen an die Finanzabteilung bis 2020

Abbildung: Erwartungen an die Finanzabteilung bis 2020

Derzeit wenden die befragten Finanzmanager den Grossteil ihrer Zeit für operative Tätigkeiten und Teamführung auf. Laut Arbeitsmarktstudie bleiben ihnen damit lediglich fünf Stunden pro Woche für unternehmensstrategische Aufgaben.

Der holistische Blick

Wenn immer mehr Unternehmen in Echtzeit in komplexen Märkten agieren, steigt der Wert der Einblicke, die die Finanzfunktion bietet. Stakeholder – einschließlich der CEOs, Geschäftsleitung und Aktionäre – erwarten deshalb von Finanzchefs, dass sie sich aktiv an der Entwicklung der Geschäftsvision beteiligen und lukrative Geschäftschancen aufspüren.  

Um diese zentrale Rolle voll auszufüllen, möchten die in der Studie befragten CFOs im Rahmen ihrer Digitalisierungspläne hauptsächlich in die Datenanalytik investieren. Zudem haben die Themen Compliance und Regulierung sowie Schnittstellen zu internen und externen Geschäftspartnern grosse Bedeutung.

Wo CFO im Zuge der Digitalisierung Investitionen planen

Abbildung: Wo CFO im Zuge der Digitalisierung Investitionen planen

Die CFO-Agenda bis 2020

Die CFOs in der Schweiz haben erkannt, dass Digitalisierung und Regulierung die bestimmenden Trends sind, im Zuge derer sich Finanzabteilungen zu strategischen Business-Partnern wandeln. So hat aktuell die Einhaltung von Compliance-Vorgaben allerhöchste Priorität. Mit Blick auf 2020 hat dieses Thema weiter Top-Priorität. Allerdings rückt der Anspruch, mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten, noch stärker in den Fokus.

Die Prioritäten auf der CFO-Agenda

Kurzfristig – Bis 2017

  1. Einhaltung von Compliance-Vorgaben
  2. Schritthalten mit dem technologischen Wandel
  3. Einhaltung von Rechnungslegungsvorschriften und –standards
  4. Erfassung/Management von Big Data

Längerfristig – Bis 2020

  1. Schritthalten mit dem technologischen Wandel
  2. Einhaltung von Compliance-Vorgaben
  3. Einhaltung von Rechnungslegungsvorschriften und –standards
  4. Erfassung/Management von Big Data

Digitalisierung fordert neue Kompetenzen

Damit Finanzfachkräfte den künftigen Anforderungen gerecht werden, benötigen sie bewährte, aber auch neue Fähigkeiten. So wird etwa die Bedeutung der Kommunikationsfähigkeit weiter wachsen. CFOs und ihre Teams müssen in der Lage sein, die richtigen Fragen zu stellen, um Bedürfnisse unterschiedlicher Abteilungen zu verstehen – die Basis dafür, um Erkenntnisse so aufzubereiten und zu vermitteln, dass sie dem restlichen Unternehmen als Handlungsgrundlage dienen.

Diese Fähigkeiten müssen Finanzprofis in den nächsten 5 Jahren weiterentwickeln

Soziale Kompetenzen

 

KommunikationsfähigkeitFührungskompetenz Unternehmerisches Denken Flexibilität/Offenheit für Veränderungen
37%19%19%17%

 

Fachliche Kompetenzen

 

Finanzsoftware Regulierung/Risikomanagement/Compliance Analytische Fähigkeiten Rechnungslegungsvorschriften und -standards
40%32%18%10%

 In sechs Schritten bereit für 2020

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit im Finanzbereich ist ein erstklassiges Team. Mit sechs zentralen Massnahmen können Sie Ihre Finanzabteilung für die Agenda 2020 fit machen:

  1. Schaffen Sie einen Kompetenzrahmen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Team die neuenErwartungen und operativen Anforderungen unterstützt. Überlegen Sie, welche neuen Fachkompetenzen und Soft Skills dafür erforderlich sind.
  2. Führen Sie eine Gap-Analyse durch. Bewerten Sie Ihre aktuellen Ressourcen – Kompetenzen, Mitarbeiterzahl und Expertise. Beziehen Sie in diese Analyse auch die Veränderungsbereitschaft einzelner Mitarbeiter ein. Versuchen Sie abzuschätzen, ob sich Mitarbeiter in zentralen Funktionen beruflich weiterentwickeln möchten oder ob sie über einen Arbeitgeberwechsel nachdenken.
  3. Entwickeln Sie eine Talent-Pipeline und einen Weiterbildungsplan. Dafür müssen Sie analysieren, welches Potenzial in jedem Einzelnen Ihrer Mitarbeiter steckt. Wer sticht durch unternehmerisches Denken und ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeiten heraus?
  4. Identifizieren Sie Bereiche, die automatisiert werden können. Prüfen Sie, welche Prozesse oder operativen Tätigkeiten durch eine Automatisierung effizienter werden. Ist es an der Zeit, veraltete Finanzsysteme durch neue zu ersetzen, die Alltagsprozesse rationalisieren und Daten liefern, die Ihnen und der Geschäftsleitung wichtige Einblicke bieten?
  5. Setzen Sie auf eine flexible Personalstrategie. Damit Sie die passenden Fachkräfte zur richtigen Zeit in der idealen Position einsetzen können, müssen Sie sich eine gewisse Flexibilität einräumen. Planen Sie neben festen Mitarbeitern Experten auf Zeit mit wertvollen Kompetenzen projektbezogen ein.
  6. Entwickeln Sie Strategien zur Anwerbung und Bindung von Talenten. Planen Sie jetzt, damit Ihre Finanzabteilung 2020 über jene Mitarbeiter verfügt, die sie braucht, um erfolgreich zu sein. Vergewissern Sie sich, dass Ihr Gehaltspaket aus attraktiven Konditionen und Zusatzleistungen einschliesslich flexibler Arbeitsmodelle bestehen.

Die richtige Mischung

Die Digitalisierung betrifft das gesamte Unternehmen. Klare Vorgaben der Führung sind ebenso notwendig wie kompetente Fachkräfte, Prozess- und Systemlandschaften. Auch die Organisationsstruktur in den Unternehmen muss angepasst werden. Dadurch kommt es in den Unternehmen zumeist zu tiefgreifenden Veränderungen. Qualifizierte Temporärarbeitende und erfahrene Interim Manager können dabei unterstützen. Sie reduzieren den Arbeitsaufwand in der Finanzabteilung und ergänzen um fehlende Kompetenzen. Damit setzen sie Ressourcen frei, so dass sich bestehende Mitarbeiter auf die neuen Prozesse optimal einstellen und diese erfolgreich umsetzen können.

Für eine erfolgreiche Digitalisierung des Finanzbereichs müssen CFOs vor allem die Veränderungsbereitschaft fördern, aktuelle Finanzsysteme einsetzen, Schulungen anbieten und das steigende Arbeitsaufkommen auf mehr Schultern verteilen. Nur mit ausreichend Personal und digital versierten Finanzprofis werden Unternehmen das volle Potenzial, das die Digitalisierung bietet, ausschöpfen können.

Quelle: Studie «Finance 2020», mit freundlicher Genehmigung von Robert Half 

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