13.12.2016

Umsatz- und Vorsteuerabstimmung: Gesetzliche Verpflichtung für MWST-registrierte Unternehmen

Seit der Revision des Mehrwertsteuergesetzes im Jahre 2010 sind die für CH-Mehrwertsteuer registrierten Unternehmen gesetzlich verpflichtet, im Rahmen der Finalisierung eine Umsatz- und Vorsteuerabstimmung für das vergangene Fiskaljahr zu erstellen. Ende August ist die Frist für die Einreichung allfälliger Korrekturen für diejenigen Unternehmen abgelaufen, bei denen das Fiskaljahr dem Kalenderjahr entspricht.

Von: Andreas Wartmann, Silke Hildebrandt-Stürmer   Drucken Teilen   Kommentieren  

Andreas Wartmann

Andreas Wartmann arbeitet im EY Indirect Tax Team in Zürich als Consultant. Neben einem Master of Law und Erfahrung aus der Maschinenindustrie absolviert er zur Zeit die Weiterausbildung zum LL.M VAT.

Silke Hildebrandt-Stürmer

Silke Hildebrandt-Stürmer, Senior Manager, Indirect Tax Services, Ernst & Young AG, Zürich.

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Umsatz- und Vorsteuerabstimmung

Abschluss des (mehrwertsteuerlichen) Fiskaljahres durch die Umsatz- und Vorsteuerabstimmung

Mängel in MWST-Abrechnungen für das laufende Jahr werden anhand von Korrekturabrechnungen berichtigt und der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) angezeigt.

Korrekturen aufgrund von Differenzen, welche sich im Rahmen der Finalisierung aus der Umsatz- und Vorsteuerabstimmung ergeben, sind mittels einer sogenannten Berichtigungsabrechnung zu melden. Nebst der Umsatzabstimmungen ist ebenfalls eine (separate) Vorsteuerabstimmung zu erstellen. Nicht korrekt erfasste Vorsteuern müssen – analog zu den Umsatzsteuern – in der Berichtigungsabrechnung gegenüber der ESTV korrigiert werden.

Die Korrekturen müssen bis am 180. Tag seit Ablauf des entsprechenden Fiskaljahres gemacht werden (Art. 72 MWSTG); für die formelle Meldung an die ESTV verbleiben weitere 60 Tage. Für alle Unternehmen, bei denen das Fiskaljahr 2015 mit dem Kalenderjahr 2015 übereinstimmt und Korrekturen vorzunehmen sind, ist entsprechend die Berichtigungsabrechnung bis Ende August 2016 einzureichen. In der Berichtigungsabrechnung werden lediglich die zu korrigierenden Beträge deklariert. Ist keine Berichtigungsabrechnung notwendig oder wird diese fälschlicherweise nicht eingereicht, gilt dies als implizite Deklaration der Steuerpflichtigen gegenüber der Eidgenössischen Steuerverwaltung, dass die im vergangenen Fiskaljahr eingereichten MWST-Abrechnungen korrekt (final) sind.

Inhaltliche Anforderungen an die Umsatzabstimmung

Das Mehrwertsteuergesetz sieht diverse Anforderungen vor, die eine Umsatzabstimmung erfüllen muss (Art. 128 Abs. 2 MWSTV). Generell kann aber gesagt werden, dass anhand der Umsatzabstimmung gegenüber der ESTV dargelegt wird, dass die in der betreffenden Fiskalperiode deklarierten relevanten Umsätze (sämtliche Umsatzarten sind abzustimmen) per Umsatzart mit den Konti der statutarischen Jahresrechnung übereinstimmen. Es ist ebenfalls (anhand von Stichproben) sicherzustellen, dass eine Prüfspur vorhanden ist und die Umsatzarten mehrwertsteuerlich hinterfragt werden. Das Gesetz sieht kein bestimmtes Format für die Umsatzabstimmung vor, Excel ist aber das meist gesehene.

Anhand der erstellten Umsatzabstimmung lassen sich nicht nur allfällige Fehlbeträge zugunsten der ESTV feststellen und korrigieren, sondern auch zuviel deklarierte Steuern oder zu wenig deklarierte Vorsteuern, die dann durch die Berichtigungsabrechnung wieder zugunsten des Unternehmens ausgewiesen werden können.

Konsequenzen falls keine Umsatzabstimmung vorliegt

Umsatz- und Vorsteuerabstimmungen können durch die ESTV gemäss Mehrwertsteuergesetz von den steuerpflichtigen Unternehmen jederzeit eingefordert werden (Art. 128 Abs. 1 lit. d und e MWSTV). Auch in MWST-Kontrollen stellen die Umsatzabstimmungen den Einstiegspunkt für den Prüfer dar, um sich einen ersten Überblick über die verschiedenen Umsatzarten zu verschaffen. Mit einer sauber aufgearbeiteten Umsatzabstimmung kann entsprechend ein guter Ersteindruck hinterlassen werden und Fragen von Seiten der ESTV erfahrungsgemäss rascher, kompetenter und abschliessend beantwortet werden. Sollten alle notwendigen Prüfschritte der Umsatzabstimmung durchgeführt und allfällige Differenzen eindeutig dokumentiert worden sein, ist kaum damit zu rechnen, dass im Wege einer MWST-Revision durch die ESTV nachträglich erkannte Mängel als strafrechtlich relevant qualifiziert werden.

Liegt auf Nachfrage der ESTV hin keine Umsatzabstimmung vor oder wurde diese nicht ordnungsgemäss erstellt, kann die Steuerforderung eingeschätzt werden (Art. 79 MWSTG, Ermessenseinschätzung) und dies mit einer Busse geahndet werden.

Quelle: Beitrag aus Tax News Herbst 2016, mit freundlicher Genehmigung von EY.

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