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Buchführungs- und Rechnungslegungsrecht: Fallstudie mit Lösungen

Diese Fallstudie umfasst verschiedene Themen aus dem Bereich Buchführung und Rechnungslegung auf Basis des Schweizer Obligationenrechts. Anhand eines illustrativen Fallbeispiels werden zentrale Aspekte aus den ersten Anwendungserfahrungen des neuen Buchführungs- und Rechnungslegungsrechts erarbeitet. Daneben werden die Themen Cashflow Statement (Geldflussrechnung), Konzernabschluss, die Handhabung von Rückstellungen nach OR und Swiss GAAP FER sowie das Thema Eigenkapitalnachweis behandelt. Im Weiteren wird aufgezeigt, welche Besonderheiten bei der Verwendung von OR-Zahlen berücksichtigt werden müssen, wenn diese als Basis zur Unternehmensbewertung verwendet werden.

03.03.2020 Von: Reto Huber, Prof. Dr. Marco Passardi
Buchführungs- und Rechnungslegungsrecht

Das neue Buchführungs- und Rechnungslegungsrecht

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft verabschiedete am 23. Dezember 2011 mit grossem Mehr die komplett neu formulierten Bestimmungen zur kaufmännischen Buchführung und Rechnungslegung.1 Die neuen Bestimmungen sind im 32. Titel des Obligationenrechts enthalten. Die bisherigen Bestimmungen zur Rechnungslegung im Aktienrecht wurden, mit einigen wenigen Ausnahmen, entsprechend ausser Kraft gesetzt.2 Nach unbenutztem Verstreichen der Referendumsfrist im April 2012 setzte der Bundesrat das neue Rechnungslegungsrecht am 22. November 2012 per 1. Januar 2013 in Kraft.

Die neuen Bestimmungen betreffen grundsätzlich alle Arten von Unternehmen,3 sind demzufolge Grundlage für eine rechtsformneutrale Regulierung der Rechnungslegung. Davon ausgenommen sind nicht-juristische Personen (Einzelunternehmen und Personengesellschaften) mit einem Umsatz von weniger als CHF 500 000.–, Stiftungen und Vereine ohne Pflicht zum Handelsregistereintrag sowie von der Pflicht zur Bezeichnung einer Revisionsstelle befreite Stiftungen. Diese drei Kategorien haben lediglich eine Buchführung über Einnahmen und Ausgaben sowie über die Vermögenslage zu erstellen, die sog. Milchbüchleinrechnung.4

Bereits auf den 1. Januar 2012 sind die Schwellenwerte für die Pflicht zur Durchführung einer ordentlichen Revision nach Art. 727 Abs. 1 Ziff. 2 OR auf eine Bilanzsumme von CHF 20 Mio., einen Umsatzerlös von CHF 40 Mio. und 250 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt erhöht worden. Diese Kriterien sind im neuen Rechnungslegungsrecht die Grundlage für die Rechnungslegung «grösserer Unternehmen» (Art. 961961d OR). Beim Überschreiten zweier dieser Schwellenwerte in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ist eine ordentliche anstelle einer eingeschränkten Revision durchzuführen. Die Schwellenwerte für Vereine wurden nicht angepasst und bleiben auf CHF 10 Mio. Bilanzsumme, CHF 20 Mio. Umsatzerlös und 50 Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt.

In Verbindung mit der Inkraftsetzung per 1. Januar 2013 wurden Übergangsfristen von zwei respektive drei Jahren festgelegt. Aufgrund dieser haben die meisten Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2016 Erfahrungen mit dem neuen OR (erster Einzelabschluss Periode 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015) sammeln können. Erfahrungen mit der Konzernrechnung werden aktuell in der Praxis gesammelt (erster Konzernabschluss Periode 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016).5

Im Rahmen einer möglichen Umstellung der Buchführung und/oder Rechnungslegung stellte und stellt sich für alle Betroffenen eine Vielzahl von Fragen. Die vorliegende Fallstudie skizziert anhand eines Musterfallbeispiels mögliche Fragestellungen bei der Umstellung und gibt erste Hinweise für mögliche Auslegungen in der Praxis. Das gewählte Beispiel zeigt keine integrale Abbildung aller neuen Bestimmungen, weist jedoch auf zentrale Diskussionspunkte hin. Im Weiteren stellt das Fallbeispiel dar, welche besonderen Probleme die OR-Rechnungslegung im Kontext der Unternehmensbewertung stellen kann.

Die Rodanda AG6

Die Rodanda AG ist ein mittelständisches Kleinunternehmen mit 13 Mitarbeitenden (zehn Vollzeitstellenäquivalente). Die über einen Nominalwert von CHF 100.– verfügenden 10 000 Namenaktien befinden sich zu je 50% in den Händen der Gründerfamilien Rod und Anda.

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