13.07.2015

Swiss GAAP FER 21: Die Neuerungen im Überblick

Der spezifische Rechnungslegungsstandard für Nonprofit-Organisationen (Swiss GAAP FER 21) wurde überarbeitet und tritt am 1.1.2016 in Kraft. Tiefgreifende Änderungen bleiben aus, aber es erfolgen wichtige Präzisierungen.

Von: Dr. Daniela Schmitz, Prof. Dr. Daniel Zöbeli   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Daniela Schmitz

Daniela Schmitz, Dr. oec., ist wissenschaftliche Projektleiterin am Institut für Management und Innovation (IMI) der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) in Regensdorf.

Prof. Dr. Daniel Zöbeli

Daniel Zöbeli, Prof. Dr. rer. pol, dipl. Handelslehrer, ist Leiter des Instituts für Management und Innovation (IMI) der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) in Regensdorf.

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SWISS GAAP FER 21

Swiss GAAP FER 21 (kurz: FER 21) zeigt sich nun in einer strafferen Struktur: in 51 statt vormals 60 Ziffern wird die Rechnungslegung von Nonprofit-Organisationen (NPO) geregelt. Gleichzeitig ist FER 21 konsistenter in das Gesamtregelwerk von Swiss GAAP FER eingebettet. So wurden beispielsweise die früheren eigenständigen Bestimmungen von FER 21 zu den Grundlagen und Grundsätzen (z.B. Wesentlichkeit, Bruttoprinzip) sowie zur Konsolidierung ersatzlos gestrichen – stattdessen gelten die allgemeingültigen Regelungen des Rahmenkonzepts bzw. von FER 30 zur Konzernrechnung.

In der Einleitung von FER 21 zeigen sich nur wenige, meist sprachliche Anpassungen. Nahezu unverändert bleibt die Beschreibung des Anwenderkreises, der in erster Linie gemeinnützige, soziale NPO umfasst. Die Grössenkriterien zur Abgrenzung von kleinen und grossen NPO wurden ebenfalls beibehalten (Bilanzsumme CHF 2 Mio., Zuwendungen CHF 1 Mio., zehn bezahlte Vollzeitstellen). Aber: Kleine NPO dürfen zwar nach wie vor auf eine Geldflussrechnung verzichten, hingegen besteht für sie die Möglichkeit, den Aufwand und Ertrag bloss nach dem Geldfluss zu erfassen, nicht mehr. Eine weitere Neuerung ist die Beschreibung, wie sich FER 21 in den modularen Aufbau von Swiss GAAP FER (Kern-FER/Gesamt-FER) einfügt.

Der Grossteil der Änderungen betrifft die Empfehlungen und die Erläuterungen. An einigen Stellen verzichtet FER 21 nun auf eigenständige Regelungen und verweist konsistenterweise auf die Anwendung der übrigen FER, insbesondere in Bezug auf die Bewertung (FER 2), die Darstellung und Gliederung (FER 3) sowie die Konzernrechnung (FER 30). Dennoch sind NPO-spezifische Besonderheiten, z.B. Bewertungsfragen bei Aktiven aus Zuwendungen oder Kunstgegenständen, zu berücksichtigen. Für die NPO-Bilanz gilt weiterhin die Dreiteilung der Passivseite in Verbindlichkeiten, Fondskapital und Organisationskapital. Im Zuge der Überarbeitung wurden das Fondskapital und das Organisationskapital klarer voneinander abgegrenzt: Mittel, die einem von Dritten bestimmten und in der Verwendung beschränktem Zweck unterliegen, gehören zum Fondskapital. Demgegenüber zählen Mittel ohne Verwendungseinschränkung durch Dritte oder mit von der NPO selbst auferlegter Verwendungseinschränkung zum Organisationskapital. In der Betriebsrechnung bleibt die Veränderung des Fondskapitals (Fondsergebnis) zwingend auszuweisen, der Ausweis der Organisationskapitalveränderungen, welche automatisch zu einem Jahresergebnis=0 führt, ist hingegen freiwillig. Dezidiert fordert der Standard das Bruttoprinzip bei ausgelagerten Fundraisingaktivitäten: Allfällige Provisionen dürfen nicht mehr vorab mit Spendeneingängen verrechnet werden. Keine wesentlichen Änderungen ergeben sich für die Geldflussrechnung und den NPO-spezifischen Leistungsbericht. Änderungen betreffend die Rechnung über die Veränderung des Kapitals beziehen sich in erster Linie auf deren aussagekräftige Darstellung und Gliederung, d.h. insbesondere auf die Bezeichnung, Beschreibung und Zusammenfassung der auszuweisenden Fonds. In den Bestimmungen zum Anhang zur Jahresrechnung wurden einerseits überflüssige bzw. an anderer Stelle geforderte Anhangsangaben ersatzlos gestrichen. Andererseits sind verschiedene neue und präzisierte Offenlegungspflichten dazugekommen. Besonders zu erwähnen sind die im Standard nun klarer umschriebenen Anhangsangaben zum administrativen Aufwand und zum Fundraisingaufwand, inkl. deren Berechnungsmethoden, sowie die neu verlangte Offenlegung des Gesamtbetrags der Vergütungen an das oberste Leitungsorgan (Stiftungsrat/Vereinsvorstand) und an die Geschäftsleitung.

Der illustrative Anhang zu FER 21 gibt nach wie vor Beispiele zu den einzelnen Bestandteilen der NPO-Jahresrechnung. Das frühere Glossar wurde ersatzlos gestrichen.

Die Autoren erläutern und interpretieren die überarbeiteten Bestimmungen zur NPO-Rechnungslegung im Einzelnen in der 2. Auflage des FER-21-Praxiskommentars (Orell Füssli Verlag).

Die wichtigsten Änderungen von Swiss GAAP FER 21

Abbildung: Die wichtigsten Änderungen von Swiss GAAP FER 21 im Überblick

Links zum Swiss GAAP FER 21-Kommentar und weiteren NPO-Publikationen:

Link zum Verlag und zum Bestellformular: www.ofv.ch

Inhaltsverzeichnis: www.shop.ofv.ch

Cover: www.shop.ofv.ch

Weitere NPO-Publikationen der Autoren: www.ffhs.ch/prof-dr-daniel-zoebeli und www.ffhs.ch/dr-daniela-schmitz

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