06.12.2018

Abgrenzungen: Erlösschmälerungen periodengerecht abgrenzen

In der Buchhaltung werden die Nettoumsätze periodengerecht gebucht, nicht aber die anderen Erlösschmälernde Positionen. Für die monatliche managementrelevante Berichterstattung empfehlen wir, die erwähnten Positionen standardisiert in Abzug zu bringen.

Von: Markus Berger-Vogel, Dr. Lukas Rieder  DruckenTeilen Kommentieren 

Markus Berger-Vogel

Berater und Dozent für Themen des Rechnungswesens, insbesondere des Management Accountings, langjähriger Controller in einem Konzern der Baustoffzulieferindustrie, Mitredaktor des CWB Controller-Wörterbuchs der IGC International Group of Controlling, nebenamtlicher Dozent bei malik management und an verschiedenen Fachhochschulen.

Dr. Lukas Rieder

Deputy Chairman of IGC International Group of Controlling, langjähriger vollamtlicher Dozent der Universität St. Gallen, nebenamtlicher Dozent im AZ SBV, Autor und Herausgeber verschiedener Fachbücher zum Controlling sowie Berater für die Umsetzung integrierter Planungs- und Steuerungssysteme.

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Schritte bis zum Nettoerlös

In einem Unternehmen bestehen meistens ziemlich klare Vorstellungen zu welchem Preis ein Artikel an den Endverbraucher verkauft werden soll. Oft will man auch ein strategisches Preisziel festlegen. Der Endkunde sowie Händler und Weiterverarbeiter möchten auf der anderen Seite für sich eine Vergünstigung herausholen. Dies führt dazu, dass die in Preislisten festgehaltenen Bruttopreise sehr oft nicht durchsetzbar sind. Es werden laufend neue Begründungen entwickelt, weshalb Erlösschmälerungen zu gewähren seien. Wie der ROI-Baum offenlegt, führen die meisten Erlösschmälerungen zu einer direkten Reduktion der Deckungsbeiträge und als Folge davon des EBIT. In einem stufengerechten Kennzahlensystem ist deshalb der periodengerechten Offenlegung der Erlösschmälerungen ein hohes Gewicht beizumessen. Beispielhaft können die verschiedenen Arten von Erlösschmälerungen in einer Tabelle (Abb. 1) dargestellt werden:

 

Bruttoumsatz (Bruttoerlös)Gemäss Preisliste oder Vereinbarung mit dem Kunden.Bezogene Menge x Listenpreis
RabattGewährter Rabatt (meistens in Prozent), steht auf der Rechungz.B. für Händler oder Verarbeiter (OEM)

Nettoumsatz

Das steht auf der Faktura an den Kunden, Basis für Mehrwertsteuer

Findet Eingang in die Debitorenbuchhaltung

Bonus / Rückvergütung

z.B. bei Erreichung eines bestimmten Nettoumsatzvolumens, wird im Nachhinein gutgeschrieben oder ausbezahlt.

Steht nicht auf der Rechnung

Skonto

Für frühzeitige Bezahlung gewährter Rabatt, Zahlungskondition steht auf der Rechnung.

Wird vom Kunden erst nach Abschluss der  Berichtsperiode abgezogen.

Frachtkosten

Der nicht dem Kunden fakturierte Teil. Meistens nur pro Lieferung (und Kunde) ermittelbar, nicht pro Artikel.

Steht nicht auf der Rechnung.

Provision oder
Royalty

Umsatzabhängige Vergütungen an Dritte vertraglich vereinbart (Lizenzzahlung oder Know how-Nutzung)

Geld fliesst erst nach Periodenende ab. Steht nicht auf der Rechnung.

Aussendienstprovision

Wenn der eigene Verkauf umsatz- oder deckungsbeitragsabhängige Vergütungen als Lohnbestandteil erhält.

Wird erst in Lohnabrechnung definitiv berechnet.

Nettoerlös

Das was dem Unternehmen vom Umsatz netto bleibt

Relevant für Performance-Beurteilung

Abb. 1: Vom Bruttoumsatz zum Nettoerlös

In der Buchhaltung werden die Nettoumsätze periodengerecht gebucht, nicht aber die anderen Erlösschmälerungspositionen. Die Datenquelle für die monatliche Berichterstattung ist folglich in der Fakturierung und in den bestehenden Verträgen zu suchen, soll der Nettoerlös eines Monats managementrelevant ausgewiesen werden. Werden die Positionen für Boni, Rückvergütungen und Skonti nicht in Abzug gebracht, berichtet das Unternehmen unterjährig regelmässig zu hohe Nettoerlöse. Skonto, Bonus, Fracht im Monatsbericht standardisieren, da reale Beträge zu spät bekannt.

Abzüge standardmässig vornehmen

Für die monatliche managementrelevante Berichterstattung empfehlen wir, die erwähnten Positionen standardisiert in Abzug zu bringen. Dabei geht man davon aus, dass die mit den Kunden vereinbarten Ziele erreicht werden und zieht die entsprechenden Beiträge gleich vom Nettoumsatz ab. Bei den Skonti kann ebenfalls angenommen werden, dass die Kunden diese in Anspruch nehmen werden, da sie selbst diesen Zusatzrabatt realisieren möchten. Insoweit umsatzabhängige Royalties oder Lizenzen zu bezahlen sind, sollen diese ebenfalls gemäss Vertrag von den getätigten Nettoumsätzen abgezogen werden. Aussendienstprovisionen sind vertraglich geregelt und können demzufolge ebenfalls sofort abgezogen werden.

Ein wichtiger Faktor für die sofortige und periodengerechte Abgrenzung von Erlösschmälerungen ist auch der Umstand, dass viele der erwähnten Abzüge erst definitiv abgerechnet werden, wenn das Geschäftsjahr schon längst abgeschlossen ist. Die Manager haben dann keinen Anlass mehr, sich „um Schnee von gestern“ zu kümmern. Vielmehr wollen sie das Geschäft im laufenden Jahr erfolgreich führen. Die Kontrolle der Einhaltung der vertraglichen Konditionen erfolgt im Moment des Zahlungseingangs oder der Erstellung der nachträglichen Vergütungsabrechnungen (Verkauf und Debitoren).

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