02.07.2014

Konjunkturindikatoren: Im Quartalsabschluss

Auch wenn unsere tägliche Arbeit oftmals darin besteht, die Vergangenheit aufzuarbeiten und zahlenmässig zu illustrieren, was gut oder schlecht lief, so sollte es auch eine der wesentlichen Auswirkungen unseres täglichen Arbeitens sein, dass man aus unseren Zahlen ablesen kann, wie sich die Zukunft entwickelt. Sei es, weil unsere Zahlen Warnlampen darstellen können, sei es, weil man daraus Tendenzen, ja sogar Trends, ablesen kann. Im untenstehenden Beitrag erhalten Sie Wissenswertes über die Konjunkturindikatoren im Quartalsabschluss.

Von: Prof. Dr. Marco Passardi   Drucken Teilen   Kommentieren  

Prof. Dr. Marco Passardi

Prof. Dr. oec. publ. Marco Passardi ist seit 1.9.2012 vollamtlicher Professor für Accounting an der Hochschule Luzern, Institut für Finanzdienstleistungen IFZ, Zug. Davor war er von 2006 bis 2012 an der ZHAW als Professor tätig. Seine Forschungs- und Beratungsschwerpunkte liegen im Kontext der Buchführung und Rechnungslegung nach OR, Swiss GAAP FER und IFRS. Marco Passardi ist Lehrbeauftragter der Universitäten Zürich und Neuchâtel sowie Mitglied der Core Faculty von EXPERTsuisse. Er wirkt zudem als Dozent und Gutachter für diverse Organisationen und Institutionen aus dem Wirtschafts- und Finanzbereich. Sein fachliches Studium absolvierte er an der Universität Zürich, wo er 2003 mit einer Arbeit über das kommunale Rechnungswesen promovierte. Ebenso erwarb er dort 2002 einen Master of Advanced Studies in Secondary and Higher Education. 2017 wurde Marco Passardi von der University of Melbourne, Australien, als Visiting Professor eingeladen.

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Konjunkturindikatoren

Zukunftswirkung von Controlling- und Accountingdaten

Unter der Zukunftswirkung von Controlling- und Accountingdaten ist mehr zu verstehen als das blosse und für viele von uns lästige Budgetieren: Letzteres ist leider nie ganz frei von politischen und menschlichen Einflussfaktoren und vermag somit leider auch nie ganz verzerrungsfrei zukunftsbezogene Aussagen ermöglichen.

Einzelne Abschlüsse resp. einzelne Zahlen daraus können in gewissen Fällen aber weitaus bedeutender als blosse Totale sein. Ja, sie können sogar als Konjunkturindikatoren dienen, obwohl es sich ja um vergangenheitsorientierte Werte handelt.  

Gerade der bevorstehende Jahreswechsel ist oftmals ein guter Grund, inne zu halten, auf die Vergangenheit zurückzuschauen und in die Zukunft zu blicken – unser heutiger Beitrag soll aufzeigen, wie Accountingzahlen als Basis für einen gesamtwirtschaftlichen Zukunftsblick verwendet werden können.  

Am 20. Dezember 2011 legte der amerikanische IT-Konzern Oracle seine Quartalszahlen offen. Oracle gilt wegen seiner Grösse – der Konzern hat einen Quartalsumsatz von rund 8 bis 9 Milliarden Dollar und rund 110‘000 Mitarbeitende – sowie wegen seiner Produkte – Software für Datenbanken – als ein sehr interessanter und sehr guter Gradmesser für die konjunkturelle Entwicklung: Fragen nämlich Unternehmen weniger Produkte von Oracle nach, so kann dies als vorauslaufende Konjunkturindikatoren für eine sich abzeichnende wirtschaftliche Schwäche gelesen werden.  

Oracle hatte geplant, die Umsätze mit neuen Software-Lizenzen um 6 bis zu 16% steigern zu können. Im Quartalsbericht konnten aber gerade nur noch Zuwachsraten von 2% ausgewiesen werden. Wie das Unternehmen unumwunden zugab, lag der Grund darin, dass es schwieriger wurde, Unternehmen als Kunden zu gewinnen.

So würden viele Kunden Software-Entscheide mehr als nur sorgfältig abwägen, es würden neu zusätzliche Instanzen einbezogen, in einzelnen Fällen sogar der CEO. Immerhin konnte aber positiv vermerkt werden, dass die Budgets bei den Käufern noch nicht signifikant gekürzt worden waren.    

Noch stärker schien aber das Hardware-Geschäft betroffen zu sein, welches 2010 durch die Akquisition von Sun Microsystems integriert worden war. Dort ging der Umsatz um 10% zurück. Besonders stark sank hier der Ertrag aus dem Produkteverkauf, etwas weniger derjenige aus der Systemunterstützung – immerhin ein kleiner Lichtblick.  

Zum Schluss hier noch ein abschliessender Hinweis zu den Konjunkturindikatoren

In unserem Beitrag wurde oftmals erwähnt, dass Interimszahlen häufig vergangenheitsorientiert seien. Viele Kolleginnen und Kollegen werden hier wohl widersprechen, v.a. mit dem Hinweis, dass objektive Zahlen immer auch einen Bezug zu einer zukünftigen Entwicklung haben, was sich regelmässig in den zur Anwendung gelangenden Bewertungsmethoden zu zeigen hat resp. jeder gute Controller bezeugen könne.

Auch wenn wir diesen Einwand durchaus akzeptieren, plädieren wir gerade in den heutigen unsicheren Zeiten wieder stärker dafür, Vorsicht in der Bewertung walten zu lassen und somit die Abschlüsse wieder vermehrt auf Basis von effektiven Ist-Werten und nicht mehr so sehr auf Basis von Wunschzahlen zu erstellen.

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