08.10.2014

Frauen in Führungspositionen: Erfolgsfaktoren auf dem Weg nach oben

Natürlich haben sich die Startvoraussetzungen für Frauen in den letzten zwanzig Jahren enorm verbessert – die Hürde für Frauen ist nicht mehr das Reinkommen, aber immer noch das Aufsteigen in den Unternehmen.

Von: Barbara Schneider  DruckenTeilen Kommentieren 

Dr. Barbara Schneider

Dr. Barbara Schneider war viele Jahre selbst Executive Woman in einer „Männerwelt“ und arbeitet heute erfolgreich als Coach und Gender Diversity-Beraterin für eine Vielzahl von Unternehmen. Als Autorin hat sie sich mit ihren beiden Erfolgsbüchern „Frauen auf Augenhöhe: Was sie nach oben bringt und was nicht“ und „Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf“ einen Namen gemacht und ist gefragte Speakerin rund um das Thema „Frauen in Führung“. 

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 

Immer mehr Frauen sind hervorragend qualifiziert für Beruf und Karriere – die besseren Jobs und mehr Geld bekommen aber nach wie vor die Männer. Woran liegt das? Dazu sind Bibliotheken geschrieben worden. In der Quintessenz sind es drei Haupthürden für Frauen in Führungspositionen auf dem Weg nach „oben“: Erstens, die männlich geprägten Managementstrukturen und Seilschaften. Zweitens, die Vereinbarkeit bzw. Unvereinbarkeit von Kind und Karriere. Drittens, innere Bremsen von Frauen. Anders ausgedrückt: Männer machen es einem nicht leicht, Kinder machen es einem nicht leicht und wir uns oftmals selbst auch nicht.

In meiner gut fünfzehnjährigen Managementkarriere sowie heutigen Coaching- und Beratungspraxis sind mir fünf Erfolgs-Essentials von Frauen (und Männern) immer wieder begegnet. Was machen aufstiegskompetente Frauen in Führungspositionen anders?

Erstens: Sie setzen sich mit den eigenen Stärken, Wünschen und Zielen auseinander und das regelmässig. Ein klares Bild von sich selbst, von den eigenen Zielen und Bedürfnissen ist die Basis. Dies zu entwickeln, kostet Zeit und Mühe. Einige Leitfragen: Was kann ich richtig gut? Was liegt mir? Wo zieht es mich hin? Was bedeutet Erfolg für mich? Was ist mir wichtig? Will ich noch weiter? Wo liegt mein Karriereglück? Sich entscheiden und dann die eigenen Karrierevorstellungen kommunizieren. Lassen Sie Ihr Umfeld wissen, wohin Sie wollen, was Sie sich als nächsten Schritt vorstellen: mehr Kundenkontakt, ein Jahr in einer ausländischen Niederlassung, eine erste Führungsverantwortung, die Leitung des XY-Projektes und so weiter. Gerade wenn eine Frau im „Männerland“ Management schweigt, wird unterschwellig angenommen, sie will gar nicht weiterkommen. Frauen wollen lieber gefragt werden, während Männer von alleine an der Tür kratzen.

Tipp: Nicht darauf warten „entdeckt“ zu werden, sondern sagen, was man wirklich will.

Zweitens: Karrierewillige Frauen in Führungspositionen verlassen regelmässig die Komfortzone. Wer aufsteigen will, braucht den Willen und den Mut, sich immer wieder auf unbekanntes Terrain zu wagen, neue Herausforderungen anzunehmen, sich in verschiedenen Aufgaben und Rollen auszuprobieren – auch wenn sie sich anfangs zu gross anfühlen. Männer greifen nach Jobs, die ihnen locker ein bis zwei Nummern zu gross sind, während viele Frauen schon bei einer halben Nummer zweifeln und zögern. Man muss nicht schon in allen Themen sattelfest sein, in die meisten Aufgaben wächst man hinein. Gerade das Meistern von „hot jobs“ verschafft ihnen Sichtbarkeit und bringt sie in die Köpfe von Entscheidern. Formelle Karriereent-wicklungsprogramme können solche Bewährungsproben nicht ersetzen.

Tipp: Mutig loslaufen! Man muss auch mal was tun, wozu man glaubt noch nicht bereit zu sein. Und auch ausserberufliche Auftritte nicht aus dem Auge verlieren.

Drittens: Der Glaube, es komme im Berufsleben vor allem auf Fleiss und Leistung an, sitzt bei Frauen ganz tief. Viele Frauen überschätzen die Fachlichkeit und unterschätzen die Selbstpräsentation oder denken „Das hab ich nicht nötig“. Erfolgreiche Frauen in Führungspositionen haben keine Scheu vor Selbstmarketing. Sie wissen, dass sie topqualifiziert sind und gute Leistung liefern, und sie wissen auch, dass sie die Leistung gut verkaufen müssen in der Unternehmensöffentlichkeit. Sie sorgen dafür, dass man sie, ihre Kompetenzen und Ergebnisse zur Kenntnis nimmt, indem sie sie an den verschiedenen Kontaktpunkten  karrierefördernd „verkaufen“ und positiv über sich sprechen:„Das hab ich gut hingekriegt“, „den schwierigen Kunden bei der Stange gehalten“ oder „die knappe Deadline eingehalten“ statt das eigene Licht mit Sätzen wie „war doch halb so wild“ unter den Scheffel zu stellen. Natürlich ist für ein souveränes Selbstmarketing viel Fingerspitzengefühl gefragt. Auf die Dosis kommt es an! Gutes Selbstmarketing ergänzt gute Leistung, aber ersetzt sie nicht.

Tipp: Treten Sie gegen das „kleine Mädchen“ in sich an, das sich nicht in den Mittelpunkt stellen soll und tun Sie’s! Und das systematisch und regelmässig.  

Viertens: Aufstiegskompetente Frauen sind gut verdrahtet und nutzen Karrierenetze innerhalb und ausserhalb der Organisation, damit sie und ihre Leistungen wahrgenommen und weitergegeben werden. Sie wissen, ohne Verbindungen und Verbundenheit kommen sie auf der Chefetage nicht aus. Immer wieder höre ich, dass Frauen sagen, „Ich will nicht aufsteigen, weil ich jemanden kenne, sondern weil ich gut bin“. Ein Netzwerk ersetzt die Arbeit nicht, aber erhöht den Bekanntheitsradius Ihrer Leistung. Eine andere Netzwerkhürde ist Zeit. Viele Frauen stöhnen auf bei dem Gedanken: „Wann soll ich denn das noch machen?“. Verständlich, aber Net-Working ist nun mal Arbeit und dafür sollte man sich Zeit nehmen. Statt die Einladung zum Businesslunch oder den Besuch des wichtigen Branchenkongress aus dem Kalender zu kippen, „nur“ weil der Schreibtisch überquillt, lassen Sie sich blicken auf den Bürobühnen. Hinterm Schreibtisch hat noch niemand Karriere gemacht.  

Fünftens: Erfolgreiche Frauen in Führungspositionen bleiben am Ball. Gerade dort, wo die Luft dünner wird, muss man mit Absagen und Ablehnung rechnen, werden Ideen versenkt, muss man Umwege in Kauf nehmen. Wenn es durch die Vordertür nicht klappt, versuchen sie es an Hintertüren oder Nebeneingängen mit ihren Ideen. Und wenn es dort auch nicht geht: Auch andere Häuser haben schöne Türen.  

Schnurgerade Karrieren sind genauso selten wie Blitzkarrieren – auch bei Männern. Hindernisse oder Niederlagen sind Durchgangsstationen auf dem Weg zum Erfolg. Ein zweiter oder dritter Anlauf ist keine Schande, sondern demonstriert Durchhaltevermögen.    

Arbeitshilfen Kommunikation und Auftritt

Produkt-Empfehlung

Persönlichkeit!

Persönlichkeit!

Schritt für Schritt entwickeln und entfalten

CHF 78.00

Produkt-Empfehlung

LEADERSHIP PAKET

LEADERSHIP PAKET

Führen über Kompetenzen – Schritt für Schritt. Fall für Fall. Souverän.

CHF 396.00

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

Positive Manipulation in der Führung

Mitarbeiter fair und konstruktiv beeinflussen

Nächster Termin: 28. Februar 2019

mehr Infos

Um unsere Website laufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos