31.10.2017

Körpersprache einsetzen: Wie Sie Angriffe wirkungsvoll parieren können

Es kommt nicht nur darauf an, was wir sagen, sondern ebenso wichtig ist, wie wir das tun. Und bei diesem «Wie» spielt die Körpersprache eine ganz entscheidende Rolle. Hier bekommen Sie wertvolle Tipps, wie Sie durch eine bewusste Körperhaltung, Mimik oder Gestik Angriffe wirkungsvoll parieren können.

Von: Rolf Specht   Drucken Teilen   Kommentieren  

Rolf Specht

Dr. Rolf Specht, Management Coach und Organisationsentwicklungsberater. Seit 25 Jahren ist Dr. Rolf Specht spezialisiert auf die Begleitung von CEOs und Top-Managementteams in der systemischen und systematischen Umsetzung von Operational Excellence. Heute arbeitet er als Gründer und geschäftsführender Partner der CO3 AG | Corporate Coaching & Consulting, als Coach und Trainer in Management-Entwicklungsprozessen zu den Schwerpunkten Strategieentwicklung, Change Management, werteorientierte Führung und Unternehmenskultur. Daneben ist er als Dozent für Management- und Leadership-Themen an mehreren Hochschulen tätig.

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Körpersprache einsetzen

Damit schlagfertige Antworten auch richtig «sitzen», muss Ihre Körpersprache angemessen sein. Aber auch mit Ihrer Stimme können Sie die Wirkung Ihrer Worte erheblich steigern. Nutzen Sie diese 7 Tipps.

1. Achten Sie bewusst auf kleine Gesten (Körperhaltung, Hände)

Mit unserem Körper senden wir ständig Signale aus, meistens sind wir uns dessen aber gar nicht bewusst. Deshalb ist es in einem ersten Schritt wichtig, dass Sie Ihre Wahrnehmung für Ihre nonverbalen Signale schärfen. Leihen Sie sich einen Film aus, den Sie noch nicht kennen. Stellen Sie bei einer Gesprächsszene den Ton ab. Versuchen Sie an der Körpersprache abzulesen, über was gesprochen wird. Kontrollieren Sie später, ob Sie Recht hatten.

2. Strahlen Sie Zuversicht und Energie aus mit Ihrer Körperhaltung

Wie Sie bei jemandem ankommen, das entscheidet sich bereits durch Ihre Körperhaltung. Wer sich beispielsweise mit verschränkten Armen zurücklehnt, der signalisiert: Ich blocke ab. Hingegen wirkt es einladend, wenn Sie mit offenen Armen auf jemanden zugehen – so wie es die Showmaster im Fernsehen tun. Dabei kommt es auch hier auf die richtige Dosierung an: Gerät die Geste zu übertrieben, wirkt das eher aufdringlich. Machen Sie sich eher gross als klein. Sitzen Sie niemals zusammengesunken da, sondern richten Sie sich auf.

3. Erhöhen Sie die Wirkung Ihrer Aussagen mit Gesten

Sie können die Wirkung Ihrer Aussagen beträchtlich erhöhen, indem Sie sie mit Gesten unterstreichen, also Ihre Hände zu Hilfe nehmen. Vorsicht ist jedoch vor allem bei solchen Gesten geboten, die der Verhaltensforscher Peter Collett «Tells» genannt hat (to tell = erzählen), weil sie uns über denjenigen, der sie verwendet, etwas «erzählen» – was demjenigen häufig gar nicht recht ist.

  • Finger auf den Mund als verräterisch
    Für Collett gilt es als verräterische Geste, wenn jemand den Finger an den Mund legt. Das könnte nämlich bedeuten, dass er gerade die Unwahrheit sagt.
  • Schulterzucken als unsicher
    Das Schulterzucken und das Kopf wackeln gelten als Unsicherheitsgesten, «Gewaltgesten» wie Faustschläge oder Würgegriffe verraten oft mehr über den Sprecher, als ihm lieb ist.
  • Zeigefinger als besserwisserisch
    Ebenfalls stark in Verruf geraten ist der Gebrauch des Zeigefingers. Er gilt als Geste der Oberlehrer und Besserwisser. Daher empfiehlt es sich, auf solche Gesten bewusst zu verzichten.
  • Handfläche als vertrauensbildend
    Bei vertrauensbildenden Gesten kehren Sie Ihrem Gesprächspartner «weiche» und verletzliche Seiten zu: die Handflächen, den Innenarm, Bauch und Brust, ohne die Arme davor zu verschränken.
  • Handrücken als abweisend
    Bei abweisenden Gesten kehren Sie dem anderen Ihre «harten Seiten» zu: den Handrücken, den Aussenarm, den Ellenbogen, die Schultern, den Rücken.

4. Lassen Sie Ihre Gesichtszüge nicht «entgleisen»

Wer in Ihr Gesicht schaut, bekommt einen Einblick, was in Ihnen gerade vor sich geht. Doch unser Gesicht ist nicht nur ein Spiegel unseres Innenlebens, wir sind auch meisterhaft darin geschult, in Gesichtern zu «lesen». Wir nehmen selbst subtile Veränderungen wahr und sind in der Lage, sie zutreffend zu deuten. Werden Sie nun angegriffen, geht es zunächst einmal darum, dass Sie nicht in Panik geraten und Ihnen die Gesichtszüge «entgleisen». Denn dann werden Sie zu einer schlagfertigen Antwort gar nicht in der Lage sein, sondern allenfalls eine kleinlaute Bemerkung murmeln.

5. Machen Sie kein «Angstgesicht»

Versuchen Sie Ihre Mimik so weit zu steuern, dass Sie nicht die Augen aufreissen, die Augenbrauen nach oben und die Mundwinkel nach unten ziehen. Wenn Sie auch noch den Mund aufsperren, dann wäre das «Angstgesicht» perfekt, das Sie noch weiter lahm legt und Ihrem Angreifer das triumphale Gefühl beschert, dass er Sie getroffen hat.

6. Suchen Sie den Blickkontakt

Wenn Sie antworten, suchen Sie den Blickkontakt. Schauen Sie dem anderen direkt in die Augen. Bereits das kann ihn entwaffnen. Wenn er wegschaut, haben Sie schon halb gewonnen. Jetzt feuern Sie Ihre schlagfertige Erwiderung auf ihn ab. Schauen Sie ihn dabei an. Und dann wenden Sie Ihren Blick wieder ab. Unter Umständen können Sie dieses Abwenden noch mit einer Körperdrehung unterstreichen. Damit signalisieren Sie: Die Sache ist für mich abgeschlossen.

7. Nutzen Sie die Kraft Ihrer Stimme

Wenn Ihre Stimmte nicht passt, geht auch die treffendste Bemerkung daneben. Ist die Stimme zu schrill, zu dünn, zu blechern, zu leise oder zu vernuschelt, nehmen Sie einer schlagfertigen Antwort viel von ihrer Wirkung. Aber es geht nicht nur darum, artikuliert und laut zu sprechen. Mit Ihrer Stimme «färben» Sie Ihre Mitteilung ein. Und das eröffnet Ihnen interessante Möglichkeiten. Der Ton macht die Musik. Sie werden wenig Wirkung erzielen, wenn Sie mit zittriger ängstlicher Stimme sprechen. Antworten Sie hingegen in einem ruhigen, selbstbewussten Ton, können Sie fast alles äussern und wirken niemals schwach.

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