31.01.2017

Killerphrasen: Sie können das Klima vergiften

Jeder von Ihnen kennt die Situation im eigenen Unternehmen: Sie sitzen in einem Meeting. Es geht um die Einführung einer neuen Software und plötzlich kommt aus heiterem Himmel der Spruch: «Never change a running system». In diesem Beitrag geht es um Killerphrasen und wie Sie ihnen am besten entgegenwirken.

Von: Heike Eberle   Drucken Teilen   Kommentieren  

Heike Eberle

Heike Eberle, Jahrgang 1967, ist Unternehmerin und Beraterin. Seit fast 10 Jahren leitet sie die kaufmännischen Geschicke des familiengeführten Bauunternehmens. Als engagierte Dipl.-Betriebswirtin und Kommunikationstrainerin schlägt ihr Herz für die drei wichtigen Betriebssäulen KLR: Kommunikation (intern wie extern), Liquidität und Rentabilität. Sie führt, treibt an, hinterfragt und setzt sofort um – alles unkompliziert, zielstrebig und ergebniswirksam. Mit anderen Worten ausgedrückt: Die heutige Herausforderung besteht darin, das Unternehmen und sich selbst klug zu managen.

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Killerphasen

Killerphrasen richtig kontern

Grundsätzlich mag diese Aussage ja zutreffen. Wer wechselt schon gerne ein laufendes und funktionierendes System? Aber: Dieser Satz blockiert das Vorwärtskommen. Mit einem Wisch wird die Kommunikations- und Veränderungsbereitschaft zum Erlahmen gebracht. Ähnlich einer Streitsituation, bei der sich zwei Streithähne in die Wolle bekommen und zerstritten auseinandergehen.

Killerphrasen bringen die Beteiligte in ein Unternehmenskoma, in einen stauähnlichen Stillstand, wo gar nichts mehr vorwärts geht. Die Beteiligte verfallen in Ohnmacht. Ungute Gefühle begleiten das Geschehen. Der destruktive Satz tötet die laufende Kommunikation mit Worten, die Beteiligten landen in einer kommunikativen Sackgasse.

Killersätze reizen. Sie greifen an, verletzen, provozieren und vergiften die Beziehung zum Gegenüber. Jegliche Kommunikation wird in Grund und Boden geredet, abrupt zum Stillstand gebracht. Killerphrasen führen letztendlich zum Beziehungsabbruch.

Die berühmtesten Killerphrasen

Die häufigsten Killerphrasen sind jene, die unnachahmliche Pauschal- und verneinende Aussagen enthalten:

  • Das kann nicht sein.
  • Das funktioniert nicht.
  • Das geht gar nicht.
  • Das kann ich mir nicht vorstellen.
  • Das kann ich nicht entscheiden.

Der Sender dieser Botschaften nimmt mit solchen Sätzen übereilte Interpretationen vor. Nichts anderes ist der Satz «never change a running system». Er antizipiert ein schauderhaftes Szenario, weil der Killersatz-Verkünder längere Arbeitszeiten, langwierige Einarbeitungszeiten und ständiges Nachfragen bei der nur schwer erreichbaren Hotline befürchtet. All dies veranlasst ihn, mit Killerphrasen vorschnell eine opportunistische Haltung einzunehmen.

Der Killersatz ist ein Waffe, deren man sich gerne oft unbewusst bedient, weil man insgeheim «die Schnauze gestrichen voll». Irgendetwas ist im Argen. Statt mit konkreten Argumenten gegen die Software-Umstellung zu wettern, hat der Betroffene keine Lust lange herum zu diskutieren. Er bedient sich eines kurzes knackigen Satzes, wirft ihn wie ein Blitz in die Runde und lässt seine Mitmenschen erst mal im Regen stehen.

Killerphrasen enthalten eine zweite Botschaft

Häufig eine Beziehungsbotschaft, die heisst: «Mir stinkt’s». «Mir passt das nicht». «Ich habe die Nase gestrichen voll.» «Mir ist das egal.»

Wie in unserem Beispiel «Ich befürchte nichts Gutes ausser Überstunden und Ärger» gilt es die wahre Botschaft zu entschlüsseln, um dann im zweiten Schritt darauf einzugehen und den Aussagen den schalen Komacharakter zu nehmen.

«Was genau befürchten Sie, wenn wir die Software-Umstellung angehen?» Mit diesem Wechsel auf die Beziehungsebene entkommen Sie dem Kommunikations-Stillstand und wechseln von der egozentrierten Betroffenheit hin zum eigentlichen Problem. Sie wenden sich dem Sender zu und bringen ihm die nötige Wertschätzung entgegen.

Killerphrasen den Schrecken nehmen

Killerphrasen sind Gift für den Kommunikationsalltag. Jeder besitzt ein ganzes Repertoire, aber nicht jeder reagiert gleich darauf. Und wie wirken Sie ihnen am besten entgegen?

1. Wahrnehmung und Identifizierung

Der erste Schritt Killerphrasen aus dem Alltag zu vertreiben, ist es, sie erst einmal als solche wahrzunehmen. Denn oft schauen sich Menschen ungläubig an und fragen sich: «Was läuft denn hier jetzt ab?» oder «Warum stockt es gerade?» Mit dem Wissen um die Killersätze und deren Wirkung wird die Kommunikation leichter, das Klima entspannt sich allgemein und die Stimmung fährt nicht in den Keller.

2. Wechsel auf die Beziehungsebene

Wer Killerphrasen erkennt, kann damit bewusst anders umgehen. Er weiss um die versteckte Botschaft hinter der Killerphrase. Damit lässt er sich nicht auf ein unendliches Ping-Pong-Wortspiel ein, sondern wechselt auf die Beziehungsebene und fragt nach den Gründen der Wut, des Ärgers oder gar Ängsten.

Wenn Sie mit einer wertschätzenden und positiven Einstellung auf Ihre Mitmenschen zugehen, ob Mitarbeiter, Lieferanten oder Kunden sind Sie auf dem besten Wege, gefürchtete Killerphrasen zu entschlüsseln, um einen guten Nährboden für eine gelungene Kommunikation zu legen. Sie werden zu einem gern gesehenen Gesprächspartner, der jede brenzlige Kommunikationssituation rettet!

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