05.01.2017

Mediation: Richtig streiten und Wege bereiten – Teil 2

Gegenläufige Interessen verhärten die Fronten. Wut, Enttäuschung und Ärger belasten Beziehungen und entzweien Partnerschaften. Nicht umsonst setzen sich konfliktkompetente Führungskräfte mit mediativen Gesprächselementen auseinander. Sie wissen: Wer Spannungen konstruktiv meistert, gestaltet ein tragfähiges Miteinander. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie man Konflikte für beide Seiten gewinnbringend lösen oder klären kann.

Von: Susanne Kleiner   Drucken Teilen   Kommentieren  

Susanne Kleiner

Susanne Kleiner, Communications MSc, ist Trainerin (dvct), Coach (dvct), freie PR-Beraterin, Texterin, Journalistin (BJV) und Mediatorin in München. Den Beratungs- und Trainingsschwerpunkt der Diplom-Betriebswirtin (BA) bilden Kommunikation, strategische Öffentlichkeitsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist Expertin für Strategie und Kommunikation in Krisen, Konfliktfällen und Veränderungsprozessen.

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Würdigen Sie Kritik selbstbewusst

Wer Kritik einstecken muss, fühlt sich schnell an die Wand gestellt und blockt ab. Und schwächere Charaktere neigen dazu, sich jeden Schuh anzuziehen. Weder die eine noch die andere Reaktion führt zu einem wertschätzenden Dialog. Kluge Vorgesetzte und Kollegen verwerten konstruktive Anteile des Feedbacks zugunsten des gemeinsamen Zieles. Das gelingt, wenn Sie gute Intentionen hinter negativen Äusserungen erkennen und verbalisieren. Ein Beispiel: «Es frustriert mich, dass Sie Frau Müller befördert haben, obwohl ich mich so ins Zeug lege». Sie antworten: «Ich verstehe. Ihnen liegt es am Herzen, einen guten Job zu machen. Sie wünschen sich, dass ich Ihr Engagement und Ihre Kompetenz respektiere.» Und: Rechtfertigen Sie sich nicht und weisen Sie anderen nicht die Schuld zu. Schildern Sie positiv, worauf Sie wert legen. Dazu gehört es auch, Fehler einzugestehen oder eine Entschuldigung zu äussern. Wenn die Kritik berechtigt ist, handeln Sie reputationsstärkend, wenn Sie Konsequenzen ableiten und nachvollziehbar leben oder umsetzen. Machen Sie sich klar: Kritik anderer lichtet den «blinden Fleck» Ihrer Persönlichkeit. Davon können Sie nur profitieren. Wer das versteht, bedankt sich ganz selbstverständlich für offene Worte.

Investieren Sie in Win-Win-Lösungen

Setzen Sie nicht auf schnelle Deals. Nur mit tragfähigen Partnerschaften gewinnen Sie langfristig. Verhandlungen führen dann zum besten Ergebnis, wenn am Ende beide Seiten zufrieden sind. Setzen Sie sich für eine Win-Win-Lösung ein und sagen Sie das klar: «Sie wollen zum Mars, ich möchte zum Saturn. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dort anzukommen.» Diese konstruktive Haltung weitet den Blick für neue Wege. Gute Geschäftspartner pflegen ihre Beziehungen. Das heisst: Würdigen Sie die Verdienste und Perspektiven der anderen. Beziehungsfördernd ist es überdies, deren Lebenslauf zu kennen oder die Firmenhistorie und aktuelle Projekte zu respektvoll zu erwähnen.

Ihr Bauch verhandelt mit 

Vertagen Sie lieber eine Entscheidung, bevor Sie sich mit einem unguten Gefühl auf Kompromisse einlassen. Es gilt: Hüten Sie sich vor herzlosen Kompromissen. Schlechte Zugeständnisse haben ihren Preis und holen die Beteiligten früher oder später wieder ein. Ist eine Einigung in diesem Moment unmöglich, würdigen Sie diesen Stand als Zwischenergebnis der Gespräche. Zu einem späteren Zeitpunkt sieht die Situation womöglich ganz anders aus. Bedanken Sie sich für das gute Gespräch und gehen Sie wohlwollend auseinander. Diese Option im Hinterkopf bewahrt Sie ausserdem davor, um des lieben Friedens willen verfrüht klein beizugeben.

Stellen Sie sich einen Mediator zur Seite, wenn die Situation festgefahren ist


Es knirscht, es kracht – kein Ausweg in Sicht? Ungeklärte Konflikte belasten besonders Menschen, die in räumlicher, formaler oder familiärer Nähe zueinander stehen und langfristig miteinander auskommen müssen. Sie profitieren faktisch und persönlich von guten Lösungen, die beide mittragen. Denn dann ist es möglich, sich sich in Zukunft in die Augen zu schauen und wohlwollend miteinander umzugehen. Wenn negative Gefühle dominieren, sind wesentliche Bedürfnisse verletzt. Das Geschäftspartner oder Kollegen sind dann nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft anzunähern. Hinzu kommt: Streitereien kosten Zeit, Geld und legen die Nerven blank. Hier setzt Mediation an und bietet wertvolle Unterstützung. Denn in über 80 Prozent der Fälle gelingt es Streitpartnern, mit Hilfe eines neutralen Dritten eigenverantwortlich eine Lösung zu erarbeiten – und langwierige sowie kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Wie läuft eine Mediation ab?

Der Mediator moderiert die Gespräche und stellt sicher, dass die Standpunkte und Interessen der Medianten ausgewogen beleuchtet werden. Inhaltlich mischt er sich nicht ein. Als neutraler Dritter stellt er eine faire Atmosphäre sicher und strukturiert das Gespräch. Er wendet mediative Gesprächselemente an und hilft dadurch, die emotionalen Wogen zu glätten. So fördert er das Verständnis der Streitpartner füreinander und ermöglicht eine sachliche und wertschätzende Auseinandersetzung. Das heisst: Der Mediator begleitet das Gespräch. Doch die Konfliktparteien verantworten selbst ihr Ergebnis. Während Gerichtsverfahren öffentlich sind, laufen Mediationen vertraulich ab.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Bei einer Mediation kommen Gegner freiwillig zusammen und bringen die Bereitschaft mit, sich mit der Gegenseite zu einigen. Als Verhandlungspartner übernehmen sie die Verantwortung für ihre Vereinbarung, die idealerweise am Ende rechtsverbindlich unterschrieben wird.

Was passiert, wenn die Mediation nicht zum Ergebnis führt?

Jede Partei hat die Möglichkeit, die Mediation zu beenden, bevor ein Ergebnis vorliegt. Auch dann steht es den Konfliktparteien offen, den Rechtsweg zu beschreiten.

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