11.05.2020

Kommunikation verbessern: 3 Übungen stärken eine wertschätzende Kommunikation

Kommunizieren. Miteinander reden. Ins Gespräch kommen. Mal gelingt es. Mal eher nicht. Üben Sie gezielt, wie Sie mit Ihrem Gesprächspartner in Kontakt kommen.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

Kommunikation verbessern

Miteinander reden – gar nicht immer so einfach

Sie kommunizieren tagtäglich. Ganz selbstverständlich kommen Sie mit Ihren Kollegen, Ihren Kunden oder Ihren Freunden ins Gespräch. Wunderbar. Denn gegenseitiger Austausch bereichert und erleichtert das eigene Leben. Das wissen Sie. Das geniessen Sie. Und in all diesen Gesprächen machen Sie sich auch keinen Kopf darum, wie Ihre Kommunikation eigentlich funktioniert. Denn das Gespräch ist ja einfach im Flow.

Allerdings – leider – gibt es auch die vielen Erfahrungen, in denen das Gespräch aus dem Ruder geriet. Nichts mehr mit Flow. Missverständnisse. Aneinander vorbeireden. Irritationen. Verwunderung. Vielleicht rufen Sie aus „Das habe ich überhaupt nicht gesagt. Warum musst du mich immer so falsch verstehen?“ Oder Sie denken sich „Hört der mir eigentlich nicht zu? Ich habe doch gerade erläutert, dass…“ Miteinander reden ist dann gar nicht so einfach.

Kommunikation verbessern: In Gesprächen positiven Kontakt herstellen

Jetzt aber nicht in Frust versinken. Docken Sie lieber erst einmal an all die positiven Erfahrungen an. Denn Gespräche gelingen Ihnen ja wieder und wieder und immer wieder. Freuen Sie sich darüber. Loben Sie sich dafür. Und lenken Sie dann einmal gezielt Ihren Blick auf bestimmte Aspekte, die für einen positiven Kontakt innerhalb eines Gesprächs wichtig sind:

  • nonverbale Signale. In für Sie gut verlaufenden Gesprächen reden Sie nicht nur miteinander. Auch Ihre Körpersprache stimmt sich aufeinander ein. Sie lehnen sich beispielsweise vor, wenn Ihr Gegenüber sich vorlehnt. Sie schauen sich an.
  • sich aufeinander einstellen. Wenn die „Chemie“ im Gespräch stimmt, stellen Sie sich intuitiv auf den anderen ein. Sie docken an seiner Perspektive an. Sie kennen und verbalisieren seinen Denkstil. Sie sprechen seinen bevorzugten Sprachstil an – z.B. visuell „Das sehe ich genauso“ oder auditiv „In diesem Punkt sind wir auf der gleichen Wellenlänge“.
  • ihn mitnehmen. Indem Sie aktiv zuhören, erfahren Sie, wo Ihr Gesprächspartner sich gerade mental im Gespräch befindet. Sie werden nachfragen. Sie werden eigene Ansichten „besser“ erläutern. Sie können ihn dadurch besser bei sich abholen.

Vielleicht betrachten Sie einmal das eine oder andere gut verlaufene Gespräch unter diesen oben genannten Aspekten. Und fragen Sie sich dabei: Wie ist es Ihnen gelungen, einen positiven Kontakt zu Ihrem Gegenüber herzustellen? Zweifelsfrei werden Ihnen Ihre Antworten viele Erkenntnisse über Ihr Kommunikations-Know-How bescheren. Aktivieren Sie zukünftig in Ihren Gesprächen gezielter Ihre Kompetenzen und Ressourcen. Damit Ihnen dies noch müheloser während Ihrer Kommunikation gelingt, üben Sie es mit den folgenden Übungen.

Kommunikation verbessern: 3 Übungen

Die folgenden Übungen sind leicht, machen Spass und kosten wenig Zeit. Probieren Sie sie einfach mal aus. Regelmässiges Üben beschert – wie so immer – die gewünschten Ergebnisse. So können Sie Ihre Kommunikation verbessern.

Übung 1: Rapport aufbauen und verbessern

Rapport ist die positive Beziehung zwischen Menschen – und zwar auf verbaler und nonverbaler Ebene. Einen Rapport zu Ihrem Gegenüber aufzubauen, heisst also, einen Kontakt auf der sprachlichen und körpersprachlichen Ebene herzustellen.

Rapport aufbauen und verbessern

Alltagssituationen beobachten

Der Alltag bietet Ihnen reichlich Gelegenheit, um zu verfolgen, wie Menschen miteinander Rapport aufbauen. Trainieren Sie Ihre Wahrnehmung.

Viele Gelegenheiten – das Wo

Nutzen Sie jede Möglichkeit. Ob Sie in der Schlange an der Supermarktkasse stehen. Morgens am Bahnsteig. Im Wartezimmer beim Arzt. Im Meeting. Bei Familienfeiern. In Zeiten von Corona-Epidemie beobachten Sie den Rapport in Talkrunden, den Nachrichten, bei Pressekonferenzen oder auch Krimis, Spielfilmen oder Dokumentationen. 

Viele Gelegenheiten – der Kontext

Der Rahmen des Gespräches bestimmt auch den Rapport. Sie werden einen anderen Rapport mit einem Freund aufbauen, als mit einem Kunden. Sensibilisieren Sie sich deshalb einmal, wie der Kontext den Rapport prägt.  

Viele Gelegenheiten – die Anzahl der Personen

Entscheidend ist auch, ob es sich um ein Zweiergespräch oder ein Gruppengespräch handelt. Denn je mehr Gesprächspartner es gibt, desto schwieriger wird es ja, mit allen einen Rapport herzustellen. Vergleichen Sie deshalb einmal solche Gespräche.

Viele Gelegenheiten – die Kommunikationsebenen

Betrachten Sie einmal getrennt voneinander die unterschiedlichen Kommunikationsebenen – also verbal vs. nonverbal. Sensibilisieren Sie sich für die Unterschiede – Gestik, Mimik, sprachliche Wendungen – und deren Auswirkungen auf das Gespräch. Sensibilisieren Sie sich für Ähnlichkeiten in der Körpersprache (z.B. gleichzeitig die Gläser erheben) und der Sprache (z.B. Länge der Sätze, Jargon etc.) und wie diese das Gespräch prägen.

Übung 2: Aktives Pacing

Pacing ist das Einstellen auf den Gesprächspartner. Dabei gleichen Sie die Art und Weise Ihrer Kommunikation dem Ihres Gesprächspartners an. Aktives Pacing wird gezielt eingesetzt, um trennende Unterschiede zu transformieren. Vielleicht wurde der Kontakt zum Gegenüber durch das Klingeln des Telefons unterbrochen. Vielleicht baut der Kollege (unbewusst) eine ablehnende Körperhaltung auf. Vielleicht haben Sie den Eindruck, Ihren Gesprächspartner verbal nicht wirklich zu erreichen. Dann wenden Sie einmal aktives Pacing an.

Aktives Pacing

Flexibel agieren und reagieren

Gehen Sie flexibel auf Ihren Gesprächspartner ein. Pacen Sie ein oder mehrere Kommunikationselemente.

Pacen auf der nonverbalen Ebene – einige Beispiele 

 
  • Sitzen oder stehen Sie gleich.
  • Arme und Beine zeigen die gleiche Haltung wie Ihr Gegenüber.
  • Stimmen Sie Ihren Atemrhythmus dem Ihres Gesprächspartner an.
  • Neigen Sie Ihren Kopf in der gleichen Art und Weise.
  • Bewegen Sie sich im gleichen Tempo in die gleiche Richtung.
 

Pacen auf der verbalen Ebene – einige Beispiele

 
  • Passen Sie Ihren Sprachstil an.
  • Verwenden und wiederholen Sie gleiche Schlüsselwörter.
  • Sprechen Sie über ein gemeinsames Thema.
  • Sprechen Sie den sinnesspezifischen Sprachkanal (visuell, auditiv, kinästhetisch) an.
 

Übung 3: Den Rapport brechen

Statt nun den Rapport aufzubauen und ihn zu stärken, machen Sie genau das Gegenteil. Führen Sie einen Rapportbruch herbei. So sensibilisieren Sie sich für die Wichtigkeit eines guten Rapports. Erklären Sie Ihrem Gesprächspartner – vielleicht ein Kollege oder ein Freund -, unbedingt den Sinn dieser Übung. Denn der Bruch eines Rapports löst Irritationen und Unbehagen aus. Verraten Sie ihm nicht, wie Sie dies tun werden.

 

Rapport brechen

Rapport brechen

Stellen Sie zu Beginn des Gespräches einen Rapport her. Kaum ist das Gespräch am Laufen, entziehen Sie nach und nach Ihrem Gesprächspartner Ihre Aufmerksamkeit. Brechen Sie den Kontakt – den Rapport – zu ihm ab.

Rapport brechen auf der nonverbalen Ebene – einige Beispiele

 
  • Verändern Sie Ihre Sitzposition.
  • Nehmen Sie eine deutlich andere Körperhaltung als Ihr Gesprächspartner ein.
  • Unterbrechen Sie immer öfter den Blickkontakt.
  • Gähnen Sie.
  • Trommeln Sie mit den Fingern. Wippen Sie mit dem Fuss.
  • Schauen Sie aus dem Fenster.
 

Rapport brechen auf der verbalen Ebene – einige Beispiele

 
  • Hören Sie nicht mehr aktiv zu.
  • Reagieren Sie nicht auf eine Frage oder Ansprache.
  • Unterlassen Sie sprachliches Bestätigen wie „Ja“ oder „mhhmm“.
  • Stellen Sie eine Frage, die nichts mit dem Erzählten zu tun hat.
  • Wechseln Sie abrupt das Thema.
  • Knüpfen Sie an einen Punkt an, der längst besprochen war.
 

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