04.07.2017

Leserorientierung: 3 Tipps, um den Leser im Blick zu behalten

Ob Brief, Flyer, SEO-Content oder Präsentation, Sie schreiben stets für ihn: Den Leser. Deshalb ist beim Schreiben eine Leserorientierung erforderlich. 3 Tipps, wie es mühelos gelingt.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Schreiben für eine unsichtbare Person: Den Leser

Schreiben ist eine einsame Kommunikationsform. Sie sind dabei allein. Es gibt keinen Gesprächspartner – jedenfalls keinen körperlich Anwesenden -, der Sie unterbricht, Ihnen zuhört, Fragen stellt, der lacht, mit dem Kopf schüttelt oder begeistert zustimmt. Alle diese verbalen und non-verbalen Signale im Gespräch, die Ihnen helfen, sich wieder und wieder auf Ihr Gegenüber einzustellen, fehlen beim Schreiben.

Und genau dieser Fakt lässt beim Schreiben sehr leicht eine Falle zuschnappen: Der Leser gerät in Vergessenheit. Mal mehr, wenn Ihr Leser

  • für Sie anonym ist.
  • nur aus einer Zielgruppe besteht.
  • beispielsweise durch ein Direktmailing für das Unternehmen erschlossen werden soll.
  • zu wenig greifbar für Sie ist, d.h. Sie sich wenig mit ihm identifizieren können.

Mal weniger, wenn Ihr Leser

  • ein bestehender (Stamm-)Kunde ist, den Sie sich in seiner Person und seinem Verhalten gut vorstellen können.
  • bereits eine Bestellhistorie besitzt.
  • mit Ihnen und/oder dem Unternehmen regelmässig kommuniziert.
  • mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und Anliegen ein konkretes Bild entstehen lässt.

Die Folgen dieser «Vergessenheit» nicht unterschätzen

In beiden Fällen werden Sie schreiben – keine Frage. Obwohl es beim vertrauten Kunden leichter fallen mag, den Leser im Blick zu behalten, ist diese Vertrautheit noch kein Garant, dass dies auch geschieht. Leider. Die Folgen der «Leser-Vergessenheit» fordern jedoch in beiden Fällen Ihre Beachtung:

  • mangelnde Ansprache führt zum Desinteresse beim Kunden
  • der Inhalt erreicht den Kunde nicht
  • der Sprachstil weckt keine positiven Emotionen
  • die Argumente führen zu keinem Kaufimpuls
  • der Kunde fühlt sich unverstanden – Ihre Antworten sind nicht die erhofften
  • eine Frage wird sich permanent gestellt «Was hat dies mit mir zu tun?»
  • der Leser findet nicht die gesuchten Informationen und Antworten
  • der SEO-Content wird sofort wieder weggeklickt
  • die Kosten (Recherche, Schreiben, Druck, ins Web stellen etc.) werden nicht oder kaum wieder ausgeglichen

All diese Folgen können Sie allerdings abwenden. Stärken Sie Ihre Leserorientierung, bevor Sie zu schreiben beginnen. Versetzen Sie sich in Ihren Leser.

Schreiben Sie, was gelesen wird: 3 Tipps für Ihre Leserorientierung

Stimmen Sie sich vor jedem Schreibprozess mit den folgenden Tipps auf Ihren Leser ein. Ob es nun der vertraute Stammkunde ist oder der Neukunde, der durch eine Präsentation gewonnen werden soll oder der Internetuser, der über die Schlagwort-Suche auf die Unternehmensseite gesucht wird, sich in den Leser hineinzuversetzen, hilft Ihnen beim Verfassen Ihrer Texte.

Tipp 1: Die Rolle des Lesers einnehmen

Analysieren Sie Ihren Leser. Notieren Sie alles, was Sie wissen oder Ihnen einfällt. Erfassen Sie die Person, ob Stammkunde oder unbekannter Mailingadressat. Holen Sie auf diese Weise den Leser aus der Anonymität heraus.

Vertiefen Sie diese Fakten, indem Sie in den Leser «hineintreten», d.h. versetzen Sie sich in den Leser hinein. Solch ein Hineinversetzen gelingt mühelos durch die Strategie «Running-a-phrase: Den Gedanken freien Lauf lassen». Beenden Sie die folgenden Sätze so oft Sie können und wollen:

  • «Ich (also der Leser) lese diesen Text in meiner Funktion als … und deshalb interessieren mich folgende Fakten…»
  • «Zu diesem Thema habe ich bereits Informationen gesammelt, nämlich…»
  • «Ich habe die Schlagwort-Suche zu diesem Thema gestartet, weil mich folgende Frage … beschäftigt/ich an bestimmten Informationen… interessiert bin…»
  • «Ich benötige Informationen zu…»
  • «Ich will/suche Antworten auf…»
  • «Was mich an diesem Text stört/begeistert…»
  • «Beim Lesen dieses Argumentes/dieser Informationen wende/stimme ich sofort ein/zu…»

Tipp 2: Ihr Ziel klären – und an den Leser anpassen

Sie möchten mit Ihrem Text etwas erreichen. Sie haben ein eindeutiges Schreibziel. Präzisieren Sie Ihr Ziel. Notieren Sie beispielsweise mit einem MindMap oder einer Assoziationskette, welchen Inhalt Sie transportieren möchten.

Ziehen Sie anschliessend Ihre Antworten aus Tipp 1 zu Rate. Fragen Sie sich:

  • Sucht der Leser auch Ihren Inhalt?
  • In welchen Bereichen verfügen Sie und der Leser über eine Schnittmenge?
  • In welchen Aspekten trennen sich Ihre «Wege»? Wie können Sie den Leser ermuntern Ihrem «Weg» zu folgen?
  • Worauf sollten Sie in Ihrem Text den Schwerpunkt setzen?
  • Womit beginnen, um den Leser zu ködern?
  • Wie den Aufbau gestalten, um den Leser zum Weiterlesen zu motivieren?

Tipp 3: Leserorientiert schreiben

Die Flut der Informationen steigt unaufhörlich. Deshalb erleichtern Sie es Ihrem Kunden, Ihren Text schnell und mühelos zu erfassen und zu verstehen. Schreiben Sie verständlich. Vermeiden Sie lange, komplizierte Sätze und Formulierungen. Fokussieren Sie die Aufmerksamkeit des Lesers durch regelmässige Überschriften, Absätze und auch Aufzählungen, die den Inhalt optimal transportieren.

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