29.08.2017

Schreibblockade: 3 Tricks zum Auflösen der Angst «Ich schreibe Dummes»

Angst blockiert – auch beim Schreiben. Und die Angst «Ich schreibe Dummes» lässt verstummen. Doch mit nur 3 Tricks kurbeln Sie Ihren Schreibfluss an.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Schreiben – und der unbarmherzige innere Kritiker

Schreiben. Die eigenen Gedanken aufs Papier bringen. Etwas ausdrücken, mitteilen, kommunizieren. Schlussfolgerungen ziehen. Sich verbal nach vorne wagen. Sich öffnen. Im schlimmsten Falle sich mit dem Text blossstellen – sich eine Blösse geben, weil, ja, weil «Ich (vielleicht) etwas Dummes geschrieben habe.»

Schreiben ist stets persönlich. Auch bei sachlichen Texten, unabhängig wie kurz oder lang diese sind, schwingt das Persönliche mit: In der Wortwahl, dem Stil, dem Ausdruck, den Argumenten, dem Inhalt. Und so ist es kaum verwunderlich, dass sich vor und während des Schreibprozesses Unsicherheit, (Selbst-)Zweifel und Ängste einstellen, gar der innere Kritiker aktiviert wird.

Nur zu verständlich. Verständlich auch, dass sich «dank» dem inneren Kritiker plötzlich Gedankenketten bilden wie «Mir fällt nichts Kluges ein. Alles nur langweilig, längst bekannt, zum Gähnen. Damit überzeuge ich niemanden. Ich schreibe nur Dummes. Am besten lasse ich es und warte bis mir etwas Gescheites einfällt.» Und schwuppdiwupp ist die Falle «Schreibblockade» zugeschnappt.

Schade. Denn Sie haben etwas zu sagen. Deshalb tappen Sie nicht länger in die Falle der Schreibblockade «Ich schreibe Dummes», sondern sagen Sie schreibend, was Sie sagen wollen.

Schreibblockade «Ich schreibe Dummes» überwinden: 3 Tricks

Geben Sie sich Zeit. Schreibblockaden – gerade mit dem Gedanken gekoppelt «Ich schreibe Dummes» – können beharrlich sein. Und auch immer wieder auftauchen, sollte beispielsweise das Schreibprojekt besonders herausfordern oder die Deadline sehr kurz sein, so dass sich Zeitdruck aufbaut, der meist kreativen Stress auslöst. Allerdings können Sie generell und situativ gegensteuern – mit einem oder allen der folgenden drei Tricks.

Trick 1: Erlaubnis erteilen «Ich darf Dummes schreiben»

Kein Text ist von Anfang an perfekt, d.h. jeder Schreibende nähert sich Wort für Wort an, indem

  • drauflosgeschrieben wird.
  • ein Gedanke schreibend «eingekreist» wird.
  • sich durch Assoziationen, MindMapping oder Clustering auf den Inhalt eingestimmt wird.
  • eine gedankliche Aussage notiert wird – und zwar in vielen Varianten.
  • Mut zur gedanklichen Lücke mit dem Platzhalter «?» gekennzeichnet werden.
  • Unsinniges und Dummes unzensiert aufgeschrieben wird.

Denn – und dies ist ganz wichtig – der Text wird ja nicht mehr, wie es einmal vor tausenden von Jahren üblich war, in Stein gemeisselt. Nein, heute tippen Sie Ihre kreativen Ergüsse in Ihren PC und können alles bequem ändern, löschen, umstrukturieren, verschieben und neu konzipieren. Fazit: Sie dürfen alles schreiben – und es anschliessend in Ruhe überarbeiten. Deshalb zensieren Sie sich nicht länger.

So gehen Sie vor:

  • Schreibphasen differenzieren. Entspannen Sie sich in der ersten Schreibphase, dem Rohtexten. Erlauben Sie sich beim Erstentwurf Ihres Textes alles zu notieren – auch vermeintlich «Dummes».
  • «Dummes» markieren. Falles Sie sich dabei ertappen, Aussagen und Textpassagen als «dummes Zeug» zu bewerten, kennzeichnen Sie diese Textstelle – farblich, kursiv oder am Schluss mit dem Kommentar «DUMM?!???». Bei Ihrer Überarbeitung wissen Sie dann, welchen Passagen Sie Ihre besondere Aufmerksamkeit widmen dürfen.
  • Gedanklich gegensteuern. Notieren Sie sich auf einer Karteikarte eine neue Perspektive «Ich darf erst einmal Dummes schreiben – und es später in Kluges verwandeln.»

Trick 2: Hinterfragen

Hält sich die Überzeugung des inneren Kritikers «Ich schreibe Dummes» unerschütterlich, unterbrechen Sie Ihr Schreiben. Geben Sie sich einen Moment Zeit, gerne auch etwas länger, um diesen Glaubenssatz zu hinterfragen. Schaffen Sie eine mentale Distanz, um Ihr Schreiben neu bewerten zu können.

So gehen Sie vor:

  • Dem «Dummen» auf den Grund gehen. Präzisieren Sie, was Sie an der Aussage oder der Textpassage als dumm bewerten. «Es ist dumm, weil es …so einfach klingt, …nichts Neues ist, …nicht auf den Punkt ist…»
  • Neu bewerten. Erlauben Sie sich, Ihre Aussage neu zu bewerten. Würde ein Kollege/Freund/Ihr Vorgesetzter zustimmen? Trifft die Wertung «Dumm» tatsächlich zu oder schafft die Präzisierung nicht eine andere Bewertung? Wie verändert sich durch diese neue Bewertung Ihre Haltung zum Schreiben?

Trick 3: Überarbeiten

Texte werden überarbeitet – einmal, zweimal, zigmal. Sie haben also stets die Möglichkeit und Chance, aus Ihrer «dummen» Aussage etwas «Kluges» entstehen zu lassen. Verankern Sie diesen Fakt in Ihrem Bewusstsein. Kleben Sie sich ein Post-It an Ihren Bildschirm «Überarbeiten ist erlaubt». Dadurch reduziert sich Ihre Angst, dummes und falsches zu schreiben, drastisch.

So gehen Sie vor:

  • Schreibprozess zeitlich planen. Reservieren Sie innerhalb Ihres kompletten Schreibprozesses ausreichend Zeit für Ihre Überarbeitung – zwischen 20 und 40 Prozent der Zeit sollte für das Redigieren ausreichen.
  • Leser im Fokus. Beurteilen Sie in dieser Phase auch Ihren Text aus der Perspektive des Lesers. Welche Erwartungen stellt er an Ihren Text? Welche Antworten und Informationen sucht er? Würde er die Textpassage auch als «dumm» bewerten oder benötigt er nicht diese «dumme» Erläuterung, um den weiteren Ausführungen folgen zu können?

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