26.03.2019

Schreibprozess: Bewältigen Sie Text-Überarbeitungen mühelos

Überarbeiten Sie Texte schnell und mühelos. 5 Tricks zeigen, wie Sie rückstrukturieren, Kernaussagen prüfen und alles in eine logische Reihenfolge bringen.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

Schreibprozess

Keine Panik vor dem geschriebenen Text

Kein Schreibprozess gleicht dem anderen. Nur weisen sie alle ein Ergebnis auf: Einen Text. Nachdem Sie also eine Zeitlang eifrig in die Tasten gehauen haben, liegen Ihnen Ihre Gedankengänge schriftlich vor. Mal ist es ein Brief. Mal ein Bericht. Mal eine Rede.

Und obwohl Sie sich zu Recht zufrieden zurücklehnen, schleicht sich ein anderes Gefühl ein: Leichte Panik. Denn Ihr Text, so stellen Sie beim Lesen fest, ist einfach noch nicht richtig «rund». Sie müssen ihn überarbeiten. Daran führt kein Weg vorbei. Vor dem Überarbeiten graut es Ihnen allerdings. Denn Sie wissen nie so recht,

  • wie Sie mit der Überarbeitung anfangen sollen.
  • worauf es zu achten gibt.
  • wie Sie den geschriebenen Text so rückstrukturieren, ohne dabei zu viel neu schreiben zu müssen.

Schnell, mühelos und souverän Texte überarbeiten: 5 Tipps

Sie fühlen sich somit einfach bei der Aufgabe «Textüberarbeitung» unsicher. Und diese Unsicherheit blockiert Sie. Mit dieser Erfahrung sind Sie nicht allein. Das geht vielen so – auch den Schreib-Profis. Allerdings lässt sich die Unsicherheit schnell in Schreib-Sicherheit wandeln. Die folgenden Tipps unterstützen Sie dabei – jetzt und für die Zukunft.

Tipp 1: Distanz schaffen, um andere Ressourcen zu aktivieren

Aktivieren Sie für die Textüberarbeitung gezielt Fähigkeiten, die Sie besitzen. Beim Schreiben sind Sie hauptsächlich im kreativen Modus. Sie schreiben drauf los, lassen Ihre Gedanken fliessen und gestatten sich auch einmal neuen Ideen zu folgen. Doch für die Überarbeitung benötigen Sie mehrere entscheidende Ressourcen:

  • logisches Denken.
  • Erfassen von Zusammenhängen.
  • Erkennen von Kernaussagen.
  • Verdichtung von Texten.

Verlassen Sie deshalb den kreativen Modus. Am besten gelingt dies, indem Sie eine zeitliche und/oder räumliche Distanz zu Ihrem bisherigen Schreibprozess herstellen. Dadurch wird Ihr kreativer Modus unterbrochen.

So gehen Sie vor:

  • Text beiseitelegen. Falls Ihre Deadline und Ihr Zeitmanagement es erlauben, legen Sie Ihren Text zur Seite –und zwar für einen Tag. Sie haben genug an ihm gearbeitet.
  • Schnelle Distanzierung. Falls Sie den Brief oder den Bericht jedoch sofort überarbeiten müssen, tun Sie eins: Stehen Sie auf. Laufen Sie im Büro herum. Oder gehen Sie in die Kaffeeküche, um sich eine Tasse Kaffee zu holen. Tun Sie in jedem Falle etwas total anderes – und sei es bloss für fünf Minuten.

Tipp 2: Schreibziel erneut benennen

Für jeden Text, den Sie schreiben, gibt es ein Schreibziel. Vielleicht wollen Sie die Anfrage des Kunden beantworten. Vielleicht wollen Sie Ihr Team mit einem Bericht über neue Entwicklungen im Projekt informieren. Vielleicht wollen Sie auf einer Konferenz mit Ihrer Rede zu einer Diskussion über die Zukunft Ihrer Branche einladen.

So gehen Sie vor:

  • Schreibziel fokussieren. Stimmen Sie sich auf Ihre Textüberarbeitung mental «neu» ein. Notieren Sie mit einem Stichwort und/oder einem Satz Ihr Schreibziel. Fragen Sie sich:
    • Was wollen Sie mit Ihrem Text erzielen?
    • Worüber wollen Sie den Leser informieren?
  • Unnötiges vom Nötigen zu trennen. Lesen Sie Ihren Text nun unter dem Blickwinkel «Schreibziel» durch. Markieren Sie unnötiges. Fragen Sie sich:
    • Welche Textstellen behandeln Ihr Schreibziel?
    • Welche streifen es nur?
    • Welche haben überhaupt nichts damit zu tun?

Tipp 3: Absätze mit Überschriften versehen

Ihr Text wird sich in mehrere Abschnitte unterteilen. Geben Sie den einzelnen Abschnitten provisorische Überschriften. Diese vorübergehende Überschrift soll die Kernaussage des Textabsatzes wiedergeben. Machen Sie dies für jeden Absatz, für den Sie noch keine Überschrift notiert haben. Der Vorteil ist: Ihr Kerngedanke des jeweiligen Abschnittes ist dadurch sofort für Sie erkennbar.

So gehen Sie vor:

  • Abschnitte lesen. Gehen Sie Textabschnitt für Textabschnitt vor. Konzentrieren Sie sich nur auf diesen. Überlegen Sie, welche provisorische Überschrift den Inhalt am besten wiederspiegelt. Fragen Sie sich
    • Welche Überschrift bringt den Gedankengang dieses Textabschnittes auf den Punkt?
    • Passt die provisorische Überschrift zur bereits artikulierten Überschrift? Oder zeigt sich hier eine erste Überarbeitungsaufgabe: die Überschrift sollte verständlicher formuliert werden?

Tipp 4: Kerngedanken überprüfen

Widmen Sie sich nun den Kerngedanken der einzelnen Abschnitte. Abhängig von der Länge des Textes gehen Sie dafür Abschnittsweise vor, d.h. also Absatz für Absatz. Markieren Sie in dem jeweiligen Absatz den Kerngedanken, den Sie in diesem ausdrücken wollten. Unterstreichen Sie hierfür einzelne Stichworte, aber bitte nicht ganze Sätze.

So gehen Sie vor:

  • Kerngedanken markieren. Notieren Sie am Rand Ihres Textes den Kerngedanken, den Sie im jeweiligen Absatz ausdrücken wollten. Ein Stichwort reicht vollkommen aus.
  • Kerngedanken prüfen. Nachdem Sie provisorische Überschriften notiert haben, prüfen Sie bitte, ob der herausgearbeitete Gedanke zur Überschrift passt und die Überschrift zum Kerngedanken. Fragen Sie sich:
    • Zeigen sich schon erste Diskrepanzen?
    • Was müssten Sie wie verdichten und/oder doch ein wenig umschreiben, um an dieser Stelle eine Text-Harmonie herzustellen?
  • Verständlichkeit prüfen. Sie haben Ihren Kerngedanken herausgefiltert. Nehmen Sie nun für einen Moment die Position Ihres Lesers ein. Fragen Sie sich:
    • Ist die Kernaussage verständlich in diesem Abschnitt beschrieben?
    • Kann ihn der Leser mühelos nachvollziehen und ihm folgen?

Tipp 5: Reihenfolge der Argumentationskette prüfen

Lesen Sie zum Abschluss noch einmal Ihren gesamten Text mit Ihren provisorischen Überschriften und herausgearbeiteten Kerngedanken. Es wird nun leicht ersichtlich, ob die bisherige Reihenfolge Ihrer Textabschnitte sinnvoll ist.

So gehen Sie vor:

  • Logik der Argumentationskette prüfen. Die Argumente benötigen eine logische Struktur. Fragen Sie sich:
    • Baut ein Argument, somit ein Textabschnitt auf den anderen, logisch auf?
    • An welchen Textstellen gibt es gedankliche Sprünge? An welche Stelle im Text passt dieser Textabschnitt besser?

Rückstrukturieren. Falls es ein wenig an Logik im Text fehlt, strukturieren Sie Ihren Text neu. Mit Copy +Paste ist dies ganz einfach. Verschieben Sie die jeweilige Textstelle einfach an ihren neuen Platz.

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