09.01.2018

Texte schreiben: 3 Tricks, wie Sie den Ton des Lesers treffen

Auch beim Schreiben gilt: Treffe den richtigen Ton. Den Ton, der zu Ihrem Leser passt – seinem Tone of voice. Passen Sie deshalb mit 3 Tricks Ihre Texte an.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Frei nach Luther

500 Jahre Reformation hat Luther mal wieder ins Blickfeld gerückt. Spontan fallen dann die «95 Thesen» ein. Aber ganz besonders auch sein Wunsch, die Bibel in eine verständliche Sprache zu übersetzen. Die Betonung liegt dabei auf «verständlich». Denn es gab ja schon Bibeln auf Deutsch. Allerdings waren diese wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt. Mit der Folge: Kaum jemand konnte sie verstehen.

Diese Misere trieb Luther um. Sein berühmter Sendbrief aus dem Jahre 1530 bezeugt eine Einsicht, die heute noch so aktuell ist wie damals und die Luther im Grunde als Erfinder des «Tone of voice» outet:

«…man muss (…) den gemeinen Mann auf dem Markt drum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen; da verstehen sie es denn und merken, dass man deutsch mit ihnen redet.» (Quelle: Bertsch, Matthias: Luther als Übersetzer – Von Lückenbüssern und Lügenmäulern. Deutschlandradio Kultur 01.11.2015).

Ein wenig abgewandelt und prägnant verkürzt umschreibt Luthers Gedanke einen Kernpunkt der Kundenkommunikation: Dem Kunden auf’s Maul geschaut. Auf’s Maul schauen heisst:

  • Hören, was der Kunde zu sagen hat.
  • Wahrnehmen, was er fragt und wissen möchte.
  • Entdecken, wie er spricht und welche Worte er verwendet.

All dies sind Aspekte beim Texte schreiben, die den Tone of voice des Kunden bestimmen. All diese Aspekte, die nicht allein der Werbetexter berücksichtigen darf, sondern auch in der alltäglichen Geschäftskorrespondenz Anwendung findet.

Viele Vorteile

Die Mühe, beim Schreiben und Texten, den richtigen Ton zu treffen, lohnt sich. Luther hat einen Vorteil bereits genannt «…merken, dass man deutsch mit ihnen redet.» Auch der Kunde wird dies bemerken und wertschätzen. Allerdings ist dies nur ein Vorteil von vielen. Denn den richtigen Ton(e of voice) zu treffen,

  • erleichtert dem Kunden das Lesen.
  • erhöht sein Textverständnis.
  • verbessert die Verankerung wichtiger Textaussagen.
  • schafft Vertrauen «Ach, der schreibt ja fast so, wie ich rede».
  • stärkt die Kundenbindung.
  • beugt Missverständnissen vor.
  • sorgt für ein Gefühl des Angenommen-Seins auf Seiten des Kunden.

Schreiben Sie also so oft als möglich, wie dem «Kunden der Schnabel gewachsen ist». Treffen Sie seinen Ton – und Ihre Texte kommen beim Leser an.

Texte schreiben – den Tone of voice treffen: 3 Tricks

Passen Sie den Schreibstil Ihrer Geschäftskorrespondenz und Ihrer Werbetexte dem Sprachstil des Kunden an. Es ist leichter, als Sie denken.

Trick 1: Ein Brief kann viel verraten

Nicht immer besteht eine langjährige Beziehung zum Kunden, aus der Rückschlüsse über seinen Sprachstil gezogen werden kann. Noch gab es persönliche Kontakte, wie am Telefon oder im Verkaufsgespräch. Sie haben nur eins vorliegen: Einen Brief oder eine E-Mail. Viel zu wenig, um eigentlich Rückschlüsse über den «Tone of voice» des Kunden zu ziehen. Und doch kann es gelingen.

Fragen Sie sich:

  • Ist es eine Frau oder ein Mann, dessen Brief Sie vorliegen haben?
  • Wie wurde die Anrede formuliert «Sehr geehrter…», «Hallo…» oder «Guten Tag…»? Welche Rückschlüsse ziehen Sie aus dieser Formulierung auf das Alter und auf die Wertvorstellungen des Kunden?
  • Wie lautet die Grussformel am Ende des Briefes? Welche Rückschlüsse können Sie aus dieser ableiten?
  • Wie ist der Schreibstil?
  • Welche Wortwahl fällt auf?
  • Was wird hervorgehoben – durch Fett oder Aufzählungen?

Solch eine Analyse dauert nicht lange – maximal einige Minuten. Bietet Ihnen aber einige wichtige Erkenntnisse, wie Sie den richtigen Ton in Ihrem Schreiben treffen können.

Trick 2: Die Bestellhistorie spricht Bände

Der Kunde kauft schon seit einem längeren Zeitraum immer wieder bei Ihnen. Ihnen liegt seine Bestellhistorie vor. Aus dieser lässt sich viel ableiten: Über sein Kaufverhalten, seine Zahlungsmoral, seine Interessen und Bedürfnisse, als auch seine sozialen Eckdaten (mehr oder weniger). Informationen, die aber auch weiteres offenbaren: Den (potenziellen) Sprachstil des Kunden.

Fragen Sie sich:

  • Welche Produkte hat der Kunde bei Ihnen erworben?
  • Wie – mit welcher Sprache – wurden diese Produkte angepriesen?
  • Welche Bedürfnisse wurden dadurch erfüllt? Sicherheit? Gesunde Ernährung?
  • Welche Rückschlüsse können Sie aus dem Produktkauf auf den Kunden ziehen?

Wer beispielsweise Chia-Samen kauft, isst eventuell vegan, achtet auf seine Gesundheit, Trends und den Zeitgeist. Sein Sprachstil ist eher modern, als konservativ.

Trick 3: Den eigenen Schreibstil beim Texte schreiben anpassen

Kein Satz ist in Zement gegossen. Vielmehr ist jede Aussage wandlungsfähig. Abhängig davon, wer die Aussage macht, kann sie sehr unterschiedlich lauten – wie beispielweise:

  • «Wie auf Wolken schlummern Sie in diesem Bett.»
  • «In keiner Koje lässt es sich besser pennen».

Solch eine Wandlungsfähigkeit lässt sich üben. Sensibilisieren Sie sich für Ihre Umgebung. Schauen Sie Ihren Kindern auf’s Maul. Oder Ihrer Familie, Ihren Verwandten, Freunden, Nachbarn, Kollegen – wem auch immer. Entdecken Sie Worte und Stileigenheiten, die typisch für diese Zielgruppe ist.

Achten Sie schliesslich darauf, wie Sie bereits jetzt automatisch Ihren Sprachstil im Gespräch anpassen. Sie sind wandlungsfähig. Übertragen Sie diese Kompetenz, als auch Ihre gewonnenen Erkenntnisse auf Ihren Schreibstil. Dann treffen Sie garantiert den richtigen Ton.

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