27.02.2017

Meetings auf Englisch: Erfolgreich internationale Meetings führen

Eine Anfrage am Telefon: «Wir brauchen einen Workshop im Unternehmen. Unser Merger soll extern begleitet werden und wir möchten mit einem Prozess auf Ebene der Führungskräfte beginnen. Ach ja – und weil wir international aufgestellt sind und zwei Geschäftsleitungsmitglieder nicht Deutsch können, müsste das Meeting in Englisch sein. Können Sie das?» Eine inzwischen sehr häufige Anfrage, die mich als Beraterin immer ins Dilemma bringt.

Von: Marianne Grobner   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Marianne Grobner

Marianne Grobner begleitet seit über 20 Jahren Entwicklungsprojekte in Unternehmen in der Schweiz, Österreich und in Deutschland. Sie trainiert Führungskräfte in den Bereichen Leadership, Kommunikation und Organisationsentwicklung.

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Meetings auf Englisch

Souverän auftreten in Meetings auf Englisch

«Ja, ich begleite auch Meeting auf Englisch - und viele meiner Kollegen auch,» sagt eine Stimme in mir. Sprachkompetenz und Erfahrung sind in unserem Team vorhanden. Das zählt doch schon zum Beraterstandard. Unsere Fachausdrücke sind ohnehin fast alle «Denglisch». Ein Beispiel gefällig? «Nach dem Kick-Off-Meeting machen wir Workshops mit dem CEO und seinem Board, um unsere Roadmap für HR, die Balanced Scorecard, upzudaten und unsere lessons learned im Team zu besprechen.»

Man könnte meinen, in Englisch zu arbeiten, sei dann ohnehin nicht mehr, als die wenigen einfachen Worte zwischen den «denglischen» auch noch zu übersetzen. Da fehlt ja nicht mehr viel. Ein Kinderspiel, oder etwa nicht? Meetings auf Englisch halten, das können wir, oder?

MitarbeiterInnen, die Aufgaben quer über den Globus erledigen, sind es gewohnt, ihr Tagesgeschäft auf diese Art abzuwickeln. Sie beherrschen die Phrasen am Telefon und erarbeiten routiniert den Schriftverkehr sowie Formulierungen in Verträgen. Die gewohnten Fachausdrücke sind in der Muttersprache oft gar nicht mehr präsent. Für die tägliche Arbeit ist diese internationale Kommunikationsform Standard.

Was im fachlichen Bereich funktioniert, stösst aber bei der Auseinandersetzung mit klassischen Workshop-Themen wie Unternehmenskultur, Führung oder Teamthemen sehr schnell an Grenzen:

  • Für die Beschreibung von persönlichen Vorstellungen, Hoffnungen und Werten brauchen wir andere Worte und Phrasen als das täglich verwendete Fach-Vokabular.
  • Vor allem wenn Emotionen im Raum sind, fehlen uns oft die entsprechenden bildhaften Beschreibungen der Muttersprache. Wörtliche Übersetzungen verursachen dann Missverständnisse oder Peinlichkeiten («etwas nicht für bare Münze nehmen» heisst eben im Englischen «to take something with a grain of salt» und nicht «to take something as a cash coin» ...)
  • In Konflikten suchen wir krampfhaft nach den feinen Differenzierungen, um kritische Punkte genau in der Schärfe anzusprechen, die wir beabsichtigen.

Diese Umstände führen dazu, dass sich zahlreiche TeilnehmerInnen in Meetings auf Englisch eher zurücknehmen: Sie sprechen wichtige Themen nicht an, weil sie sich nicht sicher sind, wie sie diese richtig formulieren. Man will sich ja nicht vor allen anderen blamieren. Also sagt man besser gar nichts.

Die «Native Speakers» und die Sprachfesteren bestreiten einen Grossteil der Diskussion in Meetings auf Englisch. Nur leider bekommt ein Teil der Anwesenden nicht alles mit. Fragt aber nicht nach («man will sich ja nicht blamieren ...») und nickt nur verständig. Leider entdeckt man dann später – in der Pause oder in der nächsten Kleingruppenarbeit-, dass so manche Meinung des Kollegen missverstanden wurde.

Ähnlich geht es natürlich auch den Beratern, die nicht regelmässig Workshops in Englisch moderieren: Das kennt man von Urlauben, in denen man fremdsprachig unterwegs ist: Man versteht alles, aber wollen wir am 1.Tag etwas sagen, so rufen wir Hilfe suchend unser Hirn: Schick mir Vokabeln!!! Doch die einfachsten Worte wollen uns nicht einfallen. Nach ein paar Tagen ist diese Barriere im Kopf überwunden: Der aktive Sprachschatz ist wieder greifbar. Wenn man als BeraterIn nur alle drei, vier Monate einen Tag in Englisch arbeitet, so fehlt auch hier die Routine. Man kämpft mit den gleichen Grenzen wie die Non-Native-Gruppe.

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