01.09.2015

Arbeitsleistung: Wie Lust auf Top-Performance entsteht

Unternehmen, die in unserer neuen Businesswelt überleben wollen, müssen von den relevanten Netzwerken als exzellent eingestuft werden. Mittelmass ist vom Aussterben bedroht. Kunden wollen Arbeitsleistung auf höchstem Niveau kaufen. Und nur Spitzenleistungen werden weiterempfohlen. Doch nur Spitzenleister erbringen Spitzenleistungen und Spitzenleistungen können nur in einem optimalen Umfeld entstehen.

Von: Anne M. Schüller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Anne M. Schüller

Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, zehnfache Buch- und Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für Loyalitätsmarketing und ein kundenfokussiertes Management. Sie zählt zu den gefragtesten Referenten im deutschsprachigen Raum. Sie ist Gastdozentin an mehreren Hochschulen. Wenn es um das Thema Kunde geht, gehört sie zu den meistzitierten Experten. Zu ihrem Kundenkreis zählt die Elite der deutschen, österreichischen und schweizerischen Wirtschaft.

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Arbeitsleistung

Mit Mitarbeitern Grosses vollbringen

Heutzutage erreicht man im unternehmerischen Wettbewerb eine Vorrang-Stellung nicht darüber, was man macht, sondern darüber, wie der Kunde dies wahrnimmt. Jede Unternehmensstrategie ist nur so gut, wie die Mitarbeiter, die diese mit Herzblut und Sachverstand umsetzen. Also brauchen Unternehmen couragierte, motivierte, kundenfokussierte, zuverlässige, unternehmerisch mitdenkende, loyale, begeisterte und begeisternde Mitarbeiter, die so richtig gut bei Laune sind.

Mit solchen Mitarbeitern lässt sich Grosses vollbringen. Sie sind nicht nur engagierter, sondern auch überzeugender. Sie sind glaub- und vertrauenswürdiger - und damit gerade auch beim Verkaufen anderen überlegen. Mit solchen Mitarbeitern erreicht man eine Alleinstellung im Markt - und somit einen deutlichen Vorsprung im Wettstreit der zunehmend gleichartigen Angebote. Das grösste Erfolgspotenzial eines Unternehmens steckt in den Köpfen und Herzen seiner Mitarbeitenden. In solchen Mitarbeitern, die ihre Arbeit und die Kunden lieben.

Wie Spitzenleistungen entstehen

Viele Menschen im Berufsleben arbeiten gar nicht – sie gehen ihrem Vergnügen nach! Denn wir Menschen, so der Verhaltensbiologe Felix von Cube, sind nicht auf Schlaraffenland programmiert, sondern auf Leistung. Nur: Es muss sich lohnen, sonst fällt unser Hirn sofort in den Energie-Sparmodus. Der eine oder andere mag jetzt schmunzeln und an die Mitarbeiter denken, die von Arbeitsleistung nicht allzu viel zu halten scheinen. Da wäre es doch gut, die Stellschrauben zu kennen, unter denen Lust auf Leistung und schliesslich Spitzenergebnisse entstehen können.

Drei Grundbedürfnisse sind verwurzelt in uns Menschen, und sie sind eng miteinander verknüpft:

  • dem Leben einen Sinn geben
  • positiv wahrgenommen werden
  • zu einer Gemeinschaft gehören

Ein resultat-orientiertes Management wird danach streben, im innerbetrieblichen Miteinander diese drei elementaren Grundbedürfnisse zu fördern und miteinander zu verknüpfen.

Für Arbeitsleistung braucht es Sinn in der Arbeit

Wer Arbeitsleistung fordert, muss Sinn bieten. Menschen arbeiten, um etwas zu bewirken. Sinn und das damit verbundene gute Gefühl entstehen, wenn befähigte Mitarbeiter möglichst konkrete Aufgaben erledigen können, bei denen sie sich als Wesentlich erleben. Wir sind beseelt von dem Wunsch, einen Beitrag zu leisten und verabscheuen den Gedanken, ein bedeutungsloses Leben gelebt zu haben. Es gibt Menschen Genugtuung, sich auf eine im Rahmen ihrer Fähigkeiten liegende Weise weiterentwickeln zu können.

Hierzu benötigen Mitarbeiter immer wieder neue Aufgaben – seien es andersartige oder schwierigere – um sich diesen mit Kreativität, Konzentration und Hingabe eigenverantwortlich widmen zu können. Sie brauchen dabei mehr oder weniger hohe, vor allem aber sinnvolle Ziele - und eine Rückmeldung über die Qualität ihrer Arbeit. So macht man sich mit Neuland vertraut und aus Unbekanntem wird Bekanntes. Dies verschafft die Sicherheit, eine Situation zu beherrschen - und das wiederum gibt uns ein gutes Gefühl. Ein weiteres Plus: Woran man selbst aktiv beteiligt wird, das unterstützt man mit Engagement und Zielstrebigkeit.

Ohne sinnvolle Herausforderungen hätten wir keine Möglichkeit, uns zu bewähren, auf uns stolz zu sein und die so wertvolle wie notwendige Aufmerksamkeit und Anerkennung unserer Mitmenschen zu erlangen. Unsere Motivationssysteme werden erst hochgeschaltet, wenn wir uns um eine Sache verdient gemacht haben. Und bei jedem Lernerfolg schüttet unser Belohnungssystem Glückshormone aus. Hingegen gibt es für das, was uns einfach so in den Schoss fällt, keine Momente des Glücks.

Die Evolution belohnt uns vor allem dann, wenn wir uns als wertvolles Mitglied einer Gruppe zeigen, wenn wir sinnhaftes und wertstiftendes tun und dabei unsere Sache möglichst immer noch ein wenig besser machen. Der kurzzeitig damit verbundene Stress hat keine negativen Auswirkungen, ganz im Gegenteil. Er bringt uns in Hochform. Der Lohn dafür ist eine mächtige Droge: die Glückseligkeit, über sich selbst hinaus gewachsen zu sein. Sie ereilt nicht nur körperlich agierende Menschen, sondern insbesondere auch Kopfarbeiter: Geistesblitze werden nämlich mit dem Glücksbotenstoff Dopamin belohnt. Dies führt zu einer weiteren Aktivierung des Gehirns und zu einer stärkeren Vernetzung der Lerninhalte.

Führungskräfte, die von ihren Mitarbeitern Grosses wollen, versorgen sie also am besten mit solchen Kicks. Sie stellen ihre Mitarbeiter vor immer neue Herausforderungen. Sie delegieren auf richtige Weise und lassen die Mitarbeiter dann machen - ohne sie freilich alleine zu lassen. Sie fordern viel und bringen ihre Mitarbeiter dazu, sich selbst zu übertreffen. So ist es am Ende deutlich wirkungsvoller, mit herausfordernden Zielen zu führen, anstatt mit der Geissel des Scheiterns zu drohen.

Gerade heutzutage suchen die Menschen verstärkt danach, Fremdbestimmung zu minimieren. Wer sich überfahren oder in eine Statistenrolle gedrängt fühlt, reagiert darauf mit einem lähmenden Ohnmachtsgefühl. Hingegen blühen die Mitarbeitenden auf und beginnen, eigenverantwortlich und unternehmerisch zu handeln, wenn man ihnen Spiel-Raum im wahrsten Sinne des Wortes gibt. Spiel-Räume sind Territorien zum beruflichen Überleben. Und jeder Mensch braucht – genau wie jedes Tier – ein solches mehr oder weniger grosses Territorium.

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