29.12.2016

Bossing Definition: Wenn der Chef mobbt

Bossing ist das Chefmobbing nach unten. Chefs bewegen sich hier auf einer Plattform der achtlosen und drangsalierten Führung. Sie drängen Mitarbeiter durch ihre Respektlosigkeit in eine Ecke. Nicht selten passt dem Chef die Nase des Mitarbeiters nicht, kommt mit dessen Einstellung oder Arbeitsweise nicht zurecht oder noch schlimmer: Mit Bossing wird ein unkündbarer Mitarbeiter auf unangenehme Art und Weise aus dem Betrieb geboxt. Erfahren Sie in diesem Beitrag mehr zur Bossing-Definition sowie auch zu den verheerenden Folgen.

Von: Heike Eberle   Drucken Teilen   Kommentieren  

Heike Eberle

Heike Eberle, Jahrgang 1967, ist Unternehmerin und Beraterin. Seit fast 10 Jahren leitet sie die kaufmännischen Geschicke des familiengeführten Bauunternehmens. Als engagierte Dipl.-Betriebswirtin und Kommunikationstrainerin schlägt ihr Herz für die drei wichtigen Betriebssäulen KLR: Kommunikation (intern wie extern), Liquidität und Rentabilität. Sie führt, treibt an, hinterfragt und setzt sofort um – alles unkompliziert, zielstrebig und ergebniswirksam. Mit anderen Worten ausgedrückt: Die heutige Herausforderung besteht darin, das Unternehmen und sich selbst klug zu managen.

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Bossing Definition

Bossing ist eine Art „Heuchelei“

Matthias Meyer wird von Hamburg nach Karlsruhe versetzt. Nach fast 2jährigem Kampf mit seinem Chef hofft er auf eine bessere Arbeitswelt. Matthias Meyer fühlte sich an seiner Arbeitsstelle in Hamburg äusserst unwohl. Sein Chef behandelte ihn wie ein „Stück Vieh“, er war Mülleimer für seine Launen, er meckerte an allem herum und ihm konnte man es nicht recht machen. Mit allem was Matthias Meyer sagte und machte, war sein Chef unzufrieden. Seine Beurteilung war desaströs. Mit dieser Einschätzung konnte er sich intern nicht „wegbewerben“: Er ist für den gesamten Betrieb ein „rotes Tuch“. Die Chefmeinung wog mehr als seine. Er hatte keine Chance, andere Abteilungen von seinem Können zu überzeugen. Kurzum: Sein Ruf war geschädigt, ihm glaubte man kein Wort und für ihn schien seine Berufskarriere in einer Sackgasse zu landen… bis doch noch ein Fürsprecher seine Versetzung beantragte.

Statt die Fakten glasklar auf den Tisch zu legen, wird der Mitarbeiter schikaniert, intrigiert und vorgeführt. Nach einer Weile hofft der direkte Vorgesetzte, dass der Mitarbeiter die Schnauze voll hat, von alleine geht und kündigt. Schliesslich ist die Eigenkündigung des Arbeitnehmer wirtschaftlicher als die Arbeitgeberkündigung, die in den meisten – je nach Betriebszugehörigkeit –mit einer kräftigen Abfindung winkt. So meint der Chef einen wirtschaftlichen Erfolg auf Kosten des Mitarbeiters zu verbuchen, fühlt sich ganz gross und siegesbewusst. Ob das jedoch die feine englische Art ist, sei mal dahingestellt.

Bossing Definition: Erniedrigung mit subtilem Geringschätzungsfaktor

Bossing Definition: Bossing ist eine Erniedrigung mit subtilem Geringschätzungsfaktor. Ein Vorgesetzter, der sich diesem „Führungsinstrument“ bedient, ist kalt und herzlos zugleich. Er ist im Grunde keiner Führung gewachsen und gehört meines Erachtens nicht in die Führungsspitze, die ein hohes Mass an Verantwortung - auch für das Wohl der Mitarbeiter zu tragen haben. Ein Chef, der seine Mitarbeiter keine Wohlfühlatmosphäre bieten kann, der fördert ein ungesundes und krankes Arbeitsklima, in dem nichts Sinnvolles und Gutes gedeihen kann.

Bossing vernichtet Leistung

Wie Mobbing sind die Bossing-Folgen verheerend. Mitarbeiter, die über Monate keine Anerkennung oder Wertschätzung erhalten, verzweifeln, resignieren, gehen in die innere Kündigung. Und vor allem: Sie bringen keine Leistung. Wenn’s dumm läuft, verbündet sich der betroffene Mitarbeiter mit gleichgesinnten Kollegen, um gegen den Chef gemeinsam vorzugehen. So kann die Leistungsfähigkeit einer oder mehrerer Abteilungen lahm gelegt werden. Was für ein Unternehmensdesaster. Ganz zu schweigen von den Mitarbeiterausfällen.

Ein gekränkter Mitarbeiter macht krank

Nicht selten rächt sich ein Mitarbeiter an seinem Chef. Die Demütigungen, der ausweichende Blickkontakt, die schneidende Art seines Chefs, hält ein Mitarbeiter nicht lange durch. Schliesslich sind wir Menschen und lechzen nach Anerkennung und Wertschätzung. Wir wünschen uns menschenwürdig behandelt zu werden. Bleibt das aus, beschliesst der Mitarbeiter zum Arzt zu gehen, der ihn krank schreibt. Zwar beschert dem Mitarbeiter das eine Auszeit von 1-2 Wochen oder auch länger, doch die Willkürherrschaft ist damit nicht geheilt.

Über kurz oder lang macht Tyrannisieren, Drangsalieren und Schikanieren krank und es vernichtet Arbeitsplätze.

Die besten Tipps helfen nichts

Wenn ein gemobbter Mitarbeiter durch diese Höllen-Arbeitswelt durch muss. Auch der Spruch „Love it, leave it or change it“ ist in den meisten Fällen nur ein Ratschlag.

Ein Betroffener ist meist nicht mehr fähig, aus eigenem Antrieb heraus seine Situation zu retten. Er ist hochgradig demotiviert, resigniert und auch ausserstande sich diese Blossstellung dauerhaft anzutun. Im Grunde sucht er die Flucht. Da jedoch sein Selbstwert dermassen demontiert ist, findet er auch keine neue Arbeitsstelle. Weder im eigenen Konzern noch anderswo. „Welcher Arbeitgeber möchte schon einen frustierten, demotivierten Arbeitnehmer, der unlustig daher kommt?“ Genau hier liegt die Krux an der Demontage: Die Opfer wollen weg, wirken aber so zerstört, dass sie keine andere Arbeit finden.

Aufruf an alle Bossing-Opfer

Deshalb: Handeln Sie, bevor Sie handlungsunfähig werden und suchen Sie sich einen Berater oder Coach Ihres Vertrauens. Manchmal finden Sie auch in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis Menschen, mit denen sie durch „dick und dünn“ gehen können. Je eher Sie die Bossing-Strategie Ihres Chefs durchschauen, desto eher sollten Sie sich aus seinem Wirkungskreis entfernen. Hat er Sie einmal auf der Latte, dann wird er sie immer auf der Latte haben. Verlassen Sie die Bossing-Zone so schnell als möglich, solange Sie noch handlungswillig und –fähig sind. Sie wirken nach aussen noch selbstbewusst und sichern sich den Spass an Ihrer Arbeit. Denn alles andere macht keinen Sinn: Wer missmutig auf seine Arbeitsstelle fährt, verliert seine Arbeits- und damit Lebensqualität.

Mobbing-Bosse sind ideenreich

...und lassen sich ganz gehörig etwas einfallen, wenn es darum geht, ihre Mitarbeiter in die Verzweiflung zu stürzen. Da werden Mitarbeiter öffentlich bl0ss gestellt, Lügengeschichten erzählt und Gerüchte in Umlauf geschickt: Alles mit dem Ziel, den Mitarbeiter zu denunzieren. Eine Bossing-Vorliebe ist es auch, bewusst nach Fehlern zu suchen, um den Betroffenen an den Karren zu fahren. Auch wird die Anforderungs-Messlatte so hoch angesetzt, dass der Mitarbeiter scheitern muss. Auch in der Freizeit macht das Bossing kein Halt. Briefe oder Abmahnungen erreichen den Mitarbeiter bevorzugt am Freitag oder Samstag, um den Mitarbeiter und seine Familie auch über das Wochenende zu nerven. Alle Massnahme dienen einem Zweck: Der unliebsame Mitarbeiter soll mit allen Mitteln „fertig gemacht“ werden, so dass er aus eigenen Stücken seine Arbeitsstelle verlässt.

Fazit zur Bossing-Definition

Insbesondere in Unternehmen, in denen Mitarbeiter als Kostenfaktor gesehen werden, findet Bossing eine hohe Beliebtheit. Die Bossing-Strategie ist fernab einer Wertschätzungs- und somit Wertschöfungskultur. Sie ist ein Macht- und Intrigenspiel der obersten Heeresspitze. Statt Mitarbeiter zu fördern, testen Chefs die Leidensfähigkeit unliebsamer Mitarbeiter. Nicht in allen Fällen endet das Chef-Mobbing mit einem „Happy-End“ wie bei Matthias Meyer. Die meisten Mobbing-Opfer verlieren ihre innere Stabilität und den Spass an der Arbeit sowie am wahren Leben!

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