20.10.2020

Erfolgreich führen: 9 Tricks, wie Sie Management-Fallen meistern

Erfolgreich führen ist Ihr Ziel. Sensibilisieren Sie sich als Führungskraft für die typischsten Management-Fallen – und erfahren Sie, wie Sie diese vermeiden.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

Erfolgreich führen

Erfolgreich führen birgt so manche Falle

Sie sind Führungskraft. Punkt. Vielleicht wurden Sie gerade zum Manager befördert. Vielleicht agieren Sie als Vorgesetzter schon seit längerer Zeit. Wie immer Ihre Ausgangssituation ist, Sie wissen: Erfolgreich zu führen, fordert von Ihnen bestimmte Fähigkeiten wie beispielsweise:

  • Aufgaben zu delegieren.
  • Mitarbeiter zu fördern und zu fordern.
  • Prioritäten setzen.
  • Projekte koordinieren.
  • Vorgaben umzusetzen.
  • Zielvereinbarungen treffen.
  • Kommunizieren und aktiv zu hören.
  • Management by walking around
  • undundund…

Sie agieren entsprechend. Und dennoch gibt es immer wieder Momente, in denen Sie mit Schwierigkeiten konfrontiert werden. Vielleicht wird die Vorgabe nicht korrekt umgesetzt. Vielleicht gibt es Fluktuationen im Team. Vielleicht arbeitet der eine oder andere Mitarbeiter nicht eigenständig. Vielleicht werden Ihre Anweisungen falsch verstanden. Vielleicht gibt es schwelende Konflikte im Team.

3 typische Management-Fallen und 9 Tricks, wie Sie sie meistern

So manches Problem ist „hausgemacht“, d.h. Sie als Führungskraft sind unwillentlich in eine der typischsten Management-Fallen getappt. Das kann passieren – und passiert immer wieder. Deshalb sensibilisieren Sie sich für die 3 typischsten Management-Fallen, um schnell eine passende Lösung zu finden.

Management-Falle Nr. 1: Zu hohe Erwartungen an sich selbst

Eine Falle, in die sehr gerne, als auch regelmässig getappt wird. Sie erwarten in Ihrer Funktion als Führungskraft einfach zu viel von sich selbst. Vielleicht werden diese Erwartungen auch durch Ihre Vorgesetzten, die Geschäftsleitung, Kunden und Ihre Mitarbeiter genährt. Denn jede dieser Personengruppen stellt Forderung an Sie in Ihrer Funktion als Führungskraft. Das baut Druck auf. Das erzeugt Stress. Das verzerrt Ihr Bild von sich selbst in dieser Rolle. Das erhöht das Risiko, sich selbst zu oft und zu viel für Fehler zu kritisieren.

So gelangen Sie aus dieser Falle – 3 Tricks:

  1. Sie sind weiterhin ein Mensch. Verankern Sie diesen Fakt. Verdeutlichen Sie sich: Sie geben und tun stets das Beste, was Ihnen in dem Moment möglich ist. Seien Sie somit nachsichtig und freundlich mit sich selbst.
  2. Sich selbst Rechenschaft ablegen. Schieflagen entstehen. Betrachten Sie diese in Ruhe. Klären Sie für sich, durch welche Ursachen diese hervorgerufen wurden. Markieren Sie die Ursache, für die Sie direkt verantwortlich sind. Überlegen Sie, wie Sie zukünftig anders vorgehen wollen, um diese Ursache zu vermeiden. Überlegen Sie aber auch, wie Sie mit all den anderen Gründen, die die Schieflage erzeugen, zufriedenstellender für sich und das Team umgehen wollen und können.
  3. Grenzen setzen. Prüfen Sie, ob Sie ausreichend eigene Grenzen aufzeigen. Kommunizieren Sie Ihre Vorstellungen. Treten Sie, falls es angebracht ist, mit dem Gesprächspartner in Verhandlung.

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Management-Falle Nr. 2: Sich für unentbehrlich halten

Sie sind wichtig. Sie tragen unumstritten zum Erfolg des Unternehmens bei. Aber, ein dickes Aber, Sie sind gleichzeitig auch abkömmlich – und zwar in allen Bereichen und bei allen Aufgaben, die Ihnen untergeordnet sind. Das ist ganz entscheidend.

Nur manches Mal ist diese Sichtweise nicht so schnell einzunehmen. Und so tappen Sie in diese Falle, d.h. Sie

  • mischen sich zu oft in die Aufgaben des Mitarbeiters ein.
  • wollen zu stark im Projekt involviert sein.
  • vergeuden zu viel Zeit in unnötigen Meetings.
  • wollen über alles informiert werden.
  • kontrollieren zu viel.
  • verlieren Ihre eigentlichen Aufgaben zu leicht aus den Augen.

Den Preis, den Sie dafür zahlen, ist hoch. Stress baut sich auf. Ihre eigene Leistung leidet.

So gelangen Sie aus dieser Falle – 3 Tricks:

  1. Muster erkennen. Prüfen Sie einmal, in welchen Situationen Sie in diese Falle tappen. Oft sind es ähnliche Auslöser, die Sie Ihre „Unentbehrlichkeits-Verhalten“ aktivieren.
  2. Bedürfnisse erkennen. Machen Sie sich Ihre Gedanken bewusst, die Ihnen in dem Moment durch den Kopf gehen. Befürchten Sie, Ihr Team würde die Deadline nicht einhalten? Wollen Sie sichergehen, dass Sie nicht übergangen werden? Konkretisieren Sie Ihre Bedürfnisse, die sich in der „Falle“ verstecken. Überlegen Sie, wie Sie diese erfüllen können, ohne sich mit Dingen zu beschäftigen, die für Sie als Führungskraft unerheblich sind.
  3. Die Relevanz Ihrer Funktion definieren. Widmen Sie sich Ihrer „Unersetzlichkeit“. Notieren Sie, welche Aufgaben, Pflichten und Leistungen Sie für das Unternehmen unbezahlbar machen. Konkretisieren Sie also, was Sie unersetzlich macht. Stärken Sie diese Bereiche durch Ihr Tun, Auftreten und Ihre Aufgaben. Erfüllen Sie die Relevanz Ihrer Funktion.

Management-Falle Nr. 3: Den Mitarbeiter zu wenig im Blick

Als Führungskraft sitzen Sie oft zwischen zwei Stühlen. Es gilt die Unternehmensziele zu erfüllen und gleichzeitig das Engagement und die Motivation des Mitarbeiters zu sichern. Nicht immer sind beide Aspekte mühelos unter einen Hut zu bringen. Mit der Folge: Der Mitarbeiter mit seinen Ansichten, Bedürfnissen und seinem Potenzial gerät an den Rand der eigenen Wahrnehmung. Leider. Denn langfristig erhöht dies beim Mitarbeiter einen Leistungsabfall bis hin zur (inneren) Kündigung.

So gelangen Sie aus dieser Falle – 3 Tricks:

  1. Visionen und Ziele kommunizieren. Besprechen Sie regelmässig die Ziele und Visionen des Unternehmens. Setzen Sie mit Ihren Mitarbeitern Ideen frei, wie und was das Team zu diesen Zielen und Visionen beitragen kann.
  2. Sinn vermitteln. Erläutern Sie, welche Bedeutung die einzelne Aufgabe oder das Projekt für die Abteilung und/oder das Unternehmen haben. Zeigen Sie den Zweck der Arbeit auf. Vermitteln Sie einen Sinn, mit dem sich das Team identifizieren kann.
  3. Empowerment stärken. Schaffen Sie Strukturen, die Ihren Mitarbeitern ein Mehr an Eigenverantwortung und Eigenständigkeit bieten. Achten Sie dabei darauf, den Mitarbeiter sowohl zu fordern, als auch zu fördern. Berücksichtigen Sie seine Fähigkeiten und sein Know-How, um ihn nicht zu überfordern. Coachen Sie ihn, damit er mittelfristig neue Aufgaben übernehmen kann – auch um Sie zu entlasten.

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