01.11.2016

Führungsqualitäten: Kleine Führungsfibel für Introvertierte

Intro- und extrovertierte Führungskräfte gehen an ihre Aufgaben unterschiedlich heran. Sie können damit beide auf ihre Art und nachweislich erfolgreich sein, das zeigen neuere Studien. Und sie können beide gleichermassen scheitern. Dieser Beitrag wirft Licht auf die starken Seiten von Intro-Vorgesetzten. Sie erfahren ausserdem, wovon introvertierte Mitarbeiter besonders profitieren. Und am Ende haben Sie einen Eindruck, wie Ihre Introversion Ihnen dabei helfen kann, Ihren ganz persönlichen Führungsstil zu entwickeln.

Von: Sylvia Löhken   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Sylvia Löhken

Dr. Sylvia Löhken ist Expertin für persönlichkeitsbasierte Kommunikation. In ihren Vorträgen, Coachings und Workshops zeigt sie, welche Stärken verschiedene Persönlichkeitstypen bei der Verwirklichung ihrer beruflichen und privaten Ziele nutzen können. Sie versteht es dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse und komplexes Know-how in einfache Worte und gut umsetzbare Strategien zu übersetzen. Mit ihrer Erfahrung als Wissenschaftlerin und als Managerin in einer grossen internationalen Organisation kennt sie wichtige Arbeitsumfelder ihrer Kunden aus eigener Erfahrung: Politik und Verwaltung, Lehre und Forschung, Management und Beratung sowie japanische, amerikanische und deutsche Kommunikation.

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Führungsqualitäten

Die grossen 5 Führungsqualitäten: Intro-Stärken in der Führung

Es gibt typische introvertierte Stärken – und damit auch typisch introvertierte Führungsqualitäten. Fünf besonders wichtige dieser Führungsqualitäten lernen Sie hier kennen. Dabei geht es um typische Ausprägungen, die natürlich nicht jede Intro-Führungskraft hat und die auch nicht für sie reserviert sind. Aber die "grossen Fünf" kommen bei introvertierten Chefinnen und Chefs besonders häufig vor – und werden von den Glücklichen, die sie haben, interessanterweise oft unterschätzt. "Das ist doch nichts Besonderes", höre ich oft von Klienten. Doch das stimmt nicht. Mit jeder dieser Stärken machen Sie einen deutlichen Unterschied als Vorgesetzte(r).

Stärke 1: Der Fels in der Brandung

Viele Intro-Führungskräfte mögen Sicherheit und strahlen Sicherheit aus. Das macht sie in Führungspositionen zuverlässig und vertrauenswürdig: ein Intro – ein Wort. Vertrauen und Sicherheit sind zwischen all den schnellen Schnitten des Alltags und im ständigen Wandel der Arbeitsbedingungen ein unschätzbares Kapital. Hinzu kommt, dass Intros auch in belasteten Situationen oft nach aussen ruhig bleiben und ihrer Umgebung damit gerade dann, wenn es stressig wird, wohltuenden Rückhalt und Stabilität vermitteln. Intros handeln meist überlegt und vorsichtig – selbst das, was sie sagen, haben sie in aller Regel sehr sorgfältig durchdacht. All dies sorgt für Stabilität und Zuverlässigkeit. Womöglich klingt das in Ihren Ohren nicht sexy – aber fragen Sie einmal in Teams nach, was diese Eigenschaften bedeuten. Sie werden staunen.

Stärke 2: Mut zum Eigenen

Intros fördern Eigeninitiative – das zeigen mehrere amerikanische Studien. Sie sind als Führunskräfte nicht nur bereit, Verantwortung zu tragen, sondern ermöglichen ihren Teammitgliedern, auch ihrerseits Verantwortung zu tragen: indem sie Ihnen Handlungs- und Entscheidungsspielraum gönnen. Intros fühlen sich nicht bedroht, wenn Mitarbeiter eigenständig handeln – es geht ihnen weniger um ihr eigenes Ego und mehr um den Erfolg in der Sache und um die Zufriedenheit der Akteure. Deshalb ermutigen viele Intros ihre Mitarbeiter, eigene Lösungen zu finden und Ideen zu entwickeln. Gerade für ambitionierte junge Nachwuchskräfte sind Intros damit wunderbare Vorgesetzte.

Stärke 3: Mitfühlen

Die Empathie – das Verständnis für die Haltung und die Gefühle anderer – ist die dritte der Intro-Führungsqualitäten. Da Intros intensiv zuhören, hinsehen und Eindrücke intensiv verarbeiten, entwickeln viele leise Führungskräfte mit der Zeit eine gute Intuition für das, was in ihrem jeweiligen Gegenüber vorgeht. Im besten Fall hat das Team eine Chefin, die auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter sieht, oder einen Chef, der das Verständnis der verschiedenen Persönlichkeiten füreinander fördert. Das sorgt für ein Gefühl von echter Wertschätzung und Toleranz. Vorgesetzte, die zu einem solchen Perspektivenwechsel fähig sind, haben es meistens sehr, sehr leicht, neue Teammitglieder zu finden...

Stärke 4: Fokus

Viele Intro-Führungskräfte arbeiten sehr konzentriert und fokussiert. Sie achten darauf, dass die Sachergebnisse immer im Blick bleiben und mögen Begriffe wie effizient und effektiv. Sie nehmen sich Zeit, wichtige Dinge zu durchdenken – und sie dann auch zu Ende zu denken. Davon profitiert alles Innovative: Neuerungen, Change-Projekte und Neugründungen werden erst mit Konzentration und Fokus Realität. Aber auch ein ganz normales Projekt gelingt mit Zielorientierung überdurchschnittlich gut.

Stärke 5: Komplexitätsmeisterschaft

Leise Vorgesetzte analysieren Komplexes meist gründlich durch und beziehen dabei so viele Fakten wie möglich ein. Vor allem, wenn man sie zwischendurch einmal in Ruhe nachsinnen und schreiben lässt. Führungskräfte mit dieser Stärke sichern Orientierung und bleiben auch dann beharrlich bei der Sache, wenn es Gegenwind oder Schwierigkeiten gibt. Sie erreichen dadurch oft Erstaunliches.

Was Intro-Teammitglieder brauchen

Intro-Teammitglieder haben viele Bedürfnisse mit ihren Extro-Kollegen gemeinsam: Alle schätzen zum Beispiel Orientierung, Rückmeldungen, Respekt und eine freundliche Umgebung. Einige Aspekte sind allerdings ganz besonders für Intros wichtig. Hier eine Übersicht:

 

Das Intro-Bedürfnis...                         ...und was es bedeutet
1. allein arbeitenIntros mögen es, wenn sie eine stimulationsarme Umgebung haben und immer wieder ohne Unterbrechung arbeiten können. Die Präsenz im Team schätzen sie zwar – aber nicht ununterbrochen. Oft hilft es ihnen schon, wenn ein Teil der Kommunikation online ablaufen kann.
2. Ermutigung In grösseren Gruppen fühlen sich viele Intros unwohl. Bitten Sie ein solches Teammitglied vor einem Meeting unter vier Augen, etwas zu einem bestimmten Punkt beizutragen – Sie werden staunen, wie die Qualität der Diskussion mit einem vorbereiteten Intro zunimmt!
3. ErholungIntros sind schnell überstimuliert. Auszeiten und Erholungsphasen zwischendurch machen sie kreativ und halten sie gesund und leistungsfähig.
4. SinnIntros fühlen sich eher durch innere Vorgänge als durch äussere Anreize motiviert. Wenn sie etwas tun, das in ihren Augen sinnvoll und nützlich ist, brauchen sie für exzellente Leistungen kaum Impulse. Eher Ruhe.
5. SicherheitViele Intros haben – siehe Führungsstärke 1 – ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit. Schaffen Sie gerade in unsicheren Zeiten ein Gefühl von Stabilität. Reduzieren Sie unnötige Risiken ebenso wie unfaire Kommunikation und harte Statusspiele.

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