29.01.2018

Leadership Forum 2018: Von Leidenschaft und Nostalgie

Die Digitalisierung der Wirtschaft ist in vollem Gang. Doch wie auf die unausweichlichen Veränderungen reagieren? Am Leadership Forum 2018 nehmen vier hochkarätige Referenten aus Wirtschaft und Sport die grössten Herausforderungen für Führungskräfte unter die Lupe und geben praxisnahe Tipps.

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Leadership Forum 2018

Machen Sie es wie ein Spezialeinsatzkommando

Suzanne Grieger-Langer, Bestsellerautorin und erfolgreiche Unternehmerin, instruiert und berät als Profilerin Agenten im Hoch-Risiko-Bereich. Sie überträgt Kenntnisse und Erfahrungen aus der Arbeit mit Spezialeinsatzkommandos auf die Arbeit von Führungskräften. Denn häufig fokussieren zivile Führungskräfte zu fest auf sich selbst. Kommandanten von Spezialeinsatzkommandos gehen dagegen in drei Schritten vor:

  1. Preparing – das Fundament: Wer bin ich? Was will ich? Was sind meine Stärken und Schwächen? Wo wollen ich und meine Mitarbeiter hin?
  2. Profiling – die Voraussetzung: Wer ist mein Freund, wer mein Feind? Was ist der Markt und wie lauten die Bedingungen?
  3. Performing – das Fortkommen: Welche Werkzeuge und Techniken benutze ich? Was ist meine Taktik?

Die Persönlichkeit und somit das Potenzial von Mitarbeitern und Bewerbern erkennen ist eine zentrale Kompetenz für Führungskräfte. Es ist daher grundlegend, bereits beim Vorstellungsgespräch Leistungsträger von Blendern zu unterscheiden. Die Profilerin definiert Leistung mit der Formel Potenzial minus Störung. Störungen in Form von Mitarbeitern, die besser simulieren als performen, bremsen das Potenzial von Leistungsträgern und sind Gift für das ganze Team.

Zudem rät sie, sich nicht von der Angst von Veränderungen anstecken zu lassen. „Angst ist ein schlechter Ratgeber. Gehen Sie mit einer kindlichen Neugier auf neue Entwicklungen zu, freuen Sie sich darüber. Denn die Chancen sind immer grösser als die Gefahren.“

Der freundliche Egoist

Als ehemaliger Spitzensportler kennt Alain Sutter die negativen Auswirkungen von Stress und destruktivem Verhalten auf die Gesundheit. Ob bei der Arbeit oder im Privatleben: Werden Aufgaben nur als Pflichterfüllung angesehen, nimmt der Körper diese Belastungen als Stress wahr - mit bedenklichen Folgen für das Immunsystem.

Der Ex-Nationalspieler ist sich aber bewusst, dass nicht alles im Leben mit Begeisterung, Freude und Leidenschaft angegangen werden kann. Wohl niemand fährt sein Auto mit einem breiten Grinsen in die Reparatur, weil das Getriebe wieder einmal klemmt oder bezahlt am Ende des Monats leidenschaftlich gerne alle Rechnungen. Aber das muss man auch nicht. Es gibt Pflichten im Leben, die - wie es das Wort schon sagt - keinen grossen Spass machen. Das müssen sie auch nicht.

Wenn schon das Arbeitsleben voller lästiger Pflichten ist, gehen Sie dafür im Privatleben ihrer Leidenschaft nach. Und füllen Sie es nicht noch mit weiteren Pflichten. Zeigt ihr Schrittzähler an, Sie müssen heute noch vier Kilometer laufen, aber Sie haben keine Lust? Lassen Sie es! Denn Dinge mit Freude und Begeisterung tun ist am Ende das Gesündeste, was Sie für ihren Körper tun können.

Mit Gelassenheit, Freundlichkeit und Herzlichkeit auf stressvolle Situationen und Konflikte mit Mitmenschen zu reagieren ist nicht immer einfach. Versuchen Sie es trotzdem – und zwar nicht aus Empathie für ihr Umfeld sondern aus purem Egoismus. Denn ein freundliches Lächeln oder eine nette Bemerkung dankt ihnen nicht nur ihr Gegenüber, sondern auch ihre Gesundheit.

Der Ernst des Lebens beginnt mit 87

Die Digitalisierung verändert alles – das kann man nicht ändern. Ändern kann man nur seine Perspektive dazu. Im dritten Referat rät Dr. Roman Szeliga daher zu mehr Humor. Als Arzt kennt er nicht nur die gesundheitsfördernde Wirkung des Lachens (eine Minute Lachen schenkt 20 Minuten Lebenszeit), sondern auch die betriebswirtschaftliche. In Bereichen, in denen Humor toleriert oder gefördert wird, ist die Innovation zehn Mal grösser. Und in einer Studie gaben HR-Verantwortliche an, dass Humor das drittwichtigste Kriterium für die Einstellung von Personal ist.

Kann die Digitalisierung mit menschlichen Werten wie Humor kombiniert werden, ergibt sich daraus ein Wettbewerbsvorteil. Ist der Arzt nicht nur fachlich kompetent, sondern hat auch noch Humor, wird aus einem Arzt mein Arzt. So kann Humor auch ein Alleinstellungsmerkmal sein, sowohl im Umgang mit Kunden als auch mit Mitarbeitenden.

Oder wie Dr. Roman Szeliga so schön sagt: „Der Ernst des Lebens beginnt erst mit 87. Wenn ich auf der Intensivstation liegt und mein Bett gebraucht wird. Aber sicher nicht davor.“

Nostalgie ist kein Geschäftsmodell

Haben Sie schon einmal etwas von kognitiver Verzerrung gehört? Gemäss Anja Förster ist das eine der Volkskrankheiten im deutschsprachigen Raum. Viele Unternehmen und Führungskräfte nehmen Veränderungen und neue Informationen zwar wahr, ziehen daraus aber die falschen Schlüsse. Sie interpretieren die Welt immer nur aus der eigenen Perspektive und biegen die Zeichen der Zeit so zurecht, dass sie ins alte Weltbild passen. So geschehen bei Nokia, als man die Erfindung des iPhones nur mit einem Naserümpfen quittierte und weiter an den alten Produkten festhielt.

Aber wie bricht man aus diesem Hamsterrad aus, kann man unbelastet auf neue Entwicklungen blicken? Die grösste Bedrohung der Innovation sieht Anja Förster in der Homogenität. Haben alle im Team die gleichen Ansichten, die gleiche Ausbildung und die gleiche Kultur wird es schwierig, über den Tellerrand hinauszuschauen. Es ist kein Zufall, dass Silicon Valley im sehr heterogenen Kalifornien der globale Trendsetter in Sachen Innovation ist.

Ein anderes Hindernis, das tief in unserer Kultur verwurzelt ist, ist die Angst vor dem Scheitern. Die Angst, Fehler zu machen. Eine dumme Idee, eine schlechte Erfindung ist manchmal der Startschuss zu etwas Grossem. Quantität ist dabei wichtiger als Qualität - denn nur wer viel produziert, produziert am Ende auch etwas Sinnvolles. Pablo Picasso hat in seinem Leben über 20'000 Kunstwerke erschaffen, nur ein Bruchteil davon sind heute als Meisterwerke anerkannt.

Verfolgen Sie Ideen, die auf den ersten Blick völlig absurd und utopisch wirken. Spielregeln sind nicht in Stein gemeisselt, sie können geändert werden. Keiner hat seinen Platz auf sicher. Denn nur den Mutigen gehört die Welt.    

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