19.02.2019

Leadership: Führung als Erfolgsfaktor

Erfolgreiche Führungsarbeit ist kaum messbar und es existiert kein Führungsmodell, das als verbindlich angesehen wird. Trotzdem sind sich die meisten Menschen darüber einig, dass man Führungspersönlichkeiten an ganz bestimmten Eigenschaften erkennen kann.

Von: Sue Rado  DruckenTeilen 

Sue Rado

Sue Rado, eidg. dipl. Ausbildungsleiterin, ist Betriebsausbilderin und Performance Improvement Coach. Sie verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz aus verschiedenen Funktionen (Einkäuferin, Key Account Manager, Projektleiterin, Stv. Geschäftsleiterin, Schulungsleiterin) und ist Dozentin im Bereich Bildungs-Controlling. Als Selbstständige betreut sie viele unterschiedliche Firmen aus verschiedenen Branchen (Einführung/Umsetzung Personalentwicklung, Veränderungsprojekte, Kundenservice-Optimierungen) und gibt diverse Trainings im Bereich Führung, Verkauf/Kundendienst und Teamentwicklungen. Ihre praxisnahen Trainings sind bekannt für hohe TeilnehmerInnen-Aktivität, den Einbezug aktueller Beispiele von den Teilnehmenden und die Abgabe vieler zusätzlicher, zeitsparender Hilfsmittel für den Alltag (Checklisten, Vorlagen).

Leadership

Was macht ein erfolgreiches Leadership aus?

Erfolgreiche Führungskräfte scheinen eine Art Mission zu besitzen. Eine echte Führungskraft besitzt nicht nur eine Überzeugung, sondern kann auch andere davon überzeugen und sie für eine Vision gewinnen. Eine Führungspersönlichkeit, die andere inspirieren kann, vermittelt diesen unter anderem wertvolle menschliche Gefühle wie Sinn, gebraucht zu werden und Hoffnung.

Auf der anderen Seite sind mangelnde Sozialkompetenz und ungenügende Führungsfähigkeiten das Todesurteil für manche Karrieren. Selten ist es das Fachwissen, das zum Scheitern führt, sondern es mangelt bei den "Soft-Skills" (weiche Faktoren wie Kommunikation, Empathie, Durchsetzungsfähigkeit, gesunder Menschenverstand etc.).

Praktische Führungsausbildung wird nicht an Universitäten gelehrt und ein Grossteil der Führungsliteratur ist theorielastig. Deshalb wird mit dem nachfolgenden Beitrag der Schwerpunkt auf die Praxis gelegt.

Ist Führung lernbar?

Diese provokative Frage kann nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantwortet werden. Wie bei vielen anderen Dingen verhält es sich auch beim Führen so. Talent und Freude an der Sache sowie der Wille, Fehlendes zu erlernen und Mankos anzugehen, muss vorhanden sein, und ohne die vier Ms (man muss Menschen mögen) geht es ganz sicher nicht.

Die Antwort auf die obige Frage kann differenziert gegeben werden:

Lernbar sind Führungstechniken respektive Hilfsmittel wie beispielsweise:

  • Führungsfähigkeiten wie: Planen, Prioritäten und Ziele setzen, delegieren, kontrollieren
  • Arbeitstechniken
  • Führungsrichtlinien
  • Kontrolltechniken
  • Kommunikations- und Präsentations-Fähigkeiten

Bedingt lernbar sind beispielsweise folgende Aspekte:

  • Aktiv zuhören
  • Kommunikationswille
  • Offenheit
  • Auseinandersetzung mit sich selbst

Kaum lernbar sind:

  • Begeisterungsfähigkeit
  • Entschlusskraft/Entschlussfreudigkeit
  • Wille und Mut zum Handeln
  • Authentizität/Glaubwürdigkeit ("Walk the Talk")
  • Realitätssinn
  • Gesunder Menschenverstand

Langwieriger Veränderungs- und Persönlichkeitsentwicklungsprozess

Soft-Skills zu verändern ist nicht mit einem Zweitagesseminar getan, denn es handelt sich um Verhaltensautomatismen, die uns zum Teil schon in die Wiege gelegt wurden (Beispiel: Die Reaktion auf Stress oder einen Konflikt kann Angriff oder Flucht sein, beides ist aber sicherlich nicht ein souveränes Verhaltensmuster). Meistens führen mehrere Trainings, begleitet und ergänzt mit Coachings, zu den gewünschten Verhaltensänderungen. Dieser Prozess muss auf die jeweilige Organisation abgestimmt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass Trainings für Sozialkompetenz oft als nebensächlich abgetan werden und die Grundhaltung vorherrscht, dass diese nur für "Weicheier" notwendig sind. Da muss den Führungskräften zuerst die Augen geöffnet und aufgezeigt werden, dass ohne diese Fähigkeiten eine Karriere praktisch unmöglich ist. Je höher jemand in der Hierarchie steigt, desto wichtiger sind diese Skills. Wie viele Beispiele unfähiger Manager zeigen: Nach einem rasanten Aufstieg folgte mangels sozialer Kompetenz der ebenso rasante Absturz. Trotzdem – oder daher erst recht – ist es wichtig, dass sich Führungskräfte in Führungstrainings der permanenten Weiterbildung stellen. Denn auch hier gilt, Stillstand ist Rückschritt.

Der Mythos von der geborenen Führungspersönlichkeit

Eine in jeder Position und Situation ideale Führungskraft gibt es nicht. Es wäre die so oft gesuchte "Eier legende Wollmilchsau". So vielfältig sind die Anforderungen. Auch existiert keine allein selig machende Führungsphilosophie, denn im Grunde genommen gibt es so viele Managementtheorien, wie es Manager gibt. Die Kunst liegt darin, die für sich optimale zu finden.

Es ist einfacher aufzuzählen, welche Eigenschaften es schwierig machen, eine erfolgreiche Führungskraft zu werden:

Schwierige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leadership

  • Personen ohne gesunden Menschenverstand
  • Menschen, denen es schwer fällt, auf andere Menschen zuzugehen
  • Personen, die sich für perfekt halten
  • Menschen mit einer negativen Grundhaltung
  • Personen, denen es schwer fällt, offen zu kommunizieren
  • Menschen, die immer Recht haben müssen
  • Entscheidungsschwache Personen
  • Personen, die sich rasch "über den Tisch ziehen" lassen
  • Menschen, die konfliktscheu sind
  • Personen, die es allen recht machen wollen
  • Menschen, die ungern planen und organisieren
  • Personen, die führen als befehlen verstehen
  • Menschen, die nichts aus Fehlern lernen

Jeder Mensch hat Schwächen, an diesen kann man aber arbeiten. Es ist deshalb für eine Führungskraft Voraussetzung, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln und so sein Leadership-Potenzial zu entfalten.

Erwartungen

Unterschiedliche Personengruppen haben unterschiedliche Erwartungen an Führungspersonen.

Die Mitarbeitenden erwarten:

  • Vorbildfunktion
  • Verlässlichkeit, erkennbarer Kurs, klare Linie
  • Klare Ziele mit Terminvorgaben und Leistungsstandards
  • Fairness, Gleichberechtigung, Zusammenarbeit, Vertrauen, Teamgeist
  • Klare Informationen und offene Kommunikation über Dinge, die sie betreffen
  • Förderung und Forderung für zukünftige Aufgaben – Erhaltung der Arbeitsmarktfähigkeit
  • Feedback über die geleistete Arbeit (Feedbackregeln beachten)
  • Angemessene Ressourcen, gute Ausrüstung, gute Arbeitsbedingungen
  • Rückendeckung durch den Vorgesetzten
  • Gute Planung und Organisation, um Leerlaufzeiten und Überzeit zu minimieren
  • Anerkennung als Mensch und der geleisteten Arbeit

Der eigene Vorgesetzte bzw. die Geschäftsleitung erwarten:

  • Lösungen und nicht Probleme
  • Den Vorgaben und Standards entsprechende Ergebnisse
  • Zielerreichung innerhalb der Termine und des Budgets
  • Loyalität gegenüber der Firma und gegenüber des Managements
  • Engagement
  • Frühzeitige Informationen über mögliche Abweichungen, Probleme, erwartete Ergebnisse
  • Kundenorientierung sowohl internen als auch externen Kunden gegenüber
  • Kreatives Mitdenken

Die Kollegen auf der gleichen Stufe erwarten:

  • Verlässlichkeit
  • Kooperation und Lösungsorientierung
  • Den Vorgaben und Standards entsprechende Ergebnisse
  • Termintreue Erledigung des Leistungsauftrags im Rahmen der Gesamtaufgabe

Zusammenfassend bringt eine erfolgreiche Führungskraft einen gesunden Mix aus Sozial-, Führungs-, Fachkompetenz mit. Daraus entsteht die Handlungskompetenz, die eine Führungskraft auszeichnet.

Fehlende Leadership-Kompetenzen kann man nicht erzwingen – wohl aber einkaufen!

Führung beginnt mit Integrität und Glaubwürdigkeit. Sie müssen glaubwürdig sein, Sie müssen jemand sein, der sein Wort hält, jemand, dem die Leute trauen können (Dale Carnegie).

Führungsgrundsätze (nach Magyar/Prange)

  • Führen heisst, Zielen folgen – sorge für klare Ziele!
  • Führung ist ein Prozess – gestalte ihn!
  • Führung heisst, Mut haben – beweise ihn!
  • Führung ist Verantwortung – teile sie!
  • Führung heisst differenzieren – entscheide nie nach Schema F!
  • Führung ist Leidenschaft – stecke deine Mitarbeitenden an!
  • Führen heisst, Stärke addieren – ergänze deine Kompetenzen!

Hilfreich ist es auf jeden Fall, sich vor dem Entscheid für eine Führungsposition seiner Stärken und Schwächen bewusst zu sein.

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