22.09.2016

Willensstärke: Als Führungskraft verantwortlich handeln, verlässlich und integer sein

Wie stark ist Ihr Verlangen, ein definiertes Ziel zu erreichen und in Ergebnisse umzuwandeln? Diese Fähigkeit von der Willensbildung bis zur Willensumsetzung wird als Willensstärke (Volition) bezeichnet und ist mehr als Motivation allein. Neben dem starken Willen, Hindernisse, Ablenkungen und Probleme auf dem Weg zu überwinden, gehört dazu auch Ihre konsequente Fähigkeit des Selbstmanagements vom Ziel über die Planung und Entscheidung bis hin zur Aktion und Erfolgskontrolle. Die Willensstärke ist Ihre Schlüsselfähigkeit als Leader für verantwortliches Handeln, um mit Selbstdisziplin, Konsequenz und Fokussierung unbeirrt auf Kurs zu bleiben, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben.

Von: Matthias K. Hettl   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Matthias K. Hettl

Der studierte Volks- und Betriebswirt war nach Studium und Doktorandenzeit erst Assistent der Geschäftsführung und danach in verschiedenen Managementpositionen mit Führungs- und Budgetverantwortung tätig. Als ausgezeichneter «excellent speaker» und «excellent trainer» gehört er zu den bedeutendsten Referenten im deutschen Sprachraum und ist für die TOP-Seminar- und Kongressveranstalter in Europa tätig. Er begeistert seine bisher 25 000 Zuhörer durch einen motivierenden und kompetent direkten Vortagsstil mit 1:1 einsetzbaren Praxistipps. Seine Veranstaltungen werden regelmässig mit Bestnoten bewertet.

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Verschiedene Teildimensionen

«Stärke entspringt nicht physischer Kraft, sondern einem unbeugsamen Willen.» (Mahatma Gandhi)

Willensstärke setzt sich aus verschiedenen Teildimensionen zusammen: der Aufmerksamkeitssteuerung und Fokussierung, dem Emotions- und Stimmungsmanagement, dem Selbstvertrauen und der Durchsetzungsstärke, der vorausschauenden Planung und Problemlösung sowie der zielbezogenen Selbstdisziplin.

Aufmerksamkeitssteuerung und Fokussierung

Aufmerksamkeitssteuerung und Fokussierung bewirken, dass Sie sich nicht verzetteln. Auch wenn es um eine schwierige Aufgabe geht, bleiben Sie konzentriert bei der Sache und lassen sich nicht von anderen Einflüssen ablenken. Ausserdem gelingt es Ihnen als Leader mit sicherem Blick, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, und Sie setzen klare Prioritäten. Durch ein gekonntes Emotions-und Stimmungsmanagement schaffen Sie es, sich selbst und andere in positive Stimmung zu versetzen und lösungsorientiert mit negativen Gefühlen umzugehen. Sie motivieren sich selbst durch eine positive Einstellung und Selbstmotivation bei der Umsetzung Ihrer Absichten und können sich in die Gedanken- und Gefühlswelt Ihrer Mitarbeiter hineinversetzen, dabei Verhaltensweisen zuverlässig antizipieren und besser steuern.

Selbstvertrauen und Durchsetzungsstärke

Selbstvertrauen und Durchsetzungsstärke betrifft Ihre Fähigkeit, Mittel und Wege zu finden, mit schwierigen Situationen umzugehen, und sich aus diesen zu befreien. Widerstände und Probleme betrachten Sie dabei als Herausforderung, die es zu überwinden gilt, und diese verursachen bei Ihnen eher positiven als negativen Stress. Durch eine vorausschauende Planung bereiten Sie sich auf unvermeidliche Probleme und Widrigkeiten vor und reagieren nicht erst, wenn die Umstände Sie dazu zwingen. Dadurch steigern Sie die Erfolgswahrscheinlichkeit Ihrer Absichten und Pläne erheblich, was andererseits stressmindernd auf Sie wirkt.

Selbstdisziplin

Schliesslich gelingt es Ihnen durch eine zielbezogene Selbstdisziplin, sich kontinuierlich anspruchsvolle Ziele zu setzen, diese zu messen und dabei selbstkritisch den Fortschritt zu reflektieren. Sie erkennen früher als andere, was notwendig ist, um Erfolg zu haben, und handeln danach. Dabei gelingt es Ihnen relativ problemlos, lieb gewordene Gewohnheiten abzustreifen und neue Gewohnheiten zu erlernen. Ihre Selbstdisziplin hilft Ihnen, sich den veränderten Anforderungen anzupassen.

«Manche Menschen halten leichter zehn Reden als einmal Wort.» (Quelle unbekannt)

Verlässlich und integer handeln

Verlässlichkeit und daraus folgendes konsequentes und berechenbares Handeln ist eine weitere Anforderung an Sie als Leader. Ihre Mitarbeiter müssen sich auf Sie verlassen können. Das bedeutet, dass Sie Zusagen einhalten, dass Sie zu Ihrem Vorhaben stehen. Verlässlichkeit bedeutet aber auch, dass Sie Verantwortungsbewusstsein, Einsatzbereitschaft und Besonnenheit als Leader mitbringen. Wenn Sie Ihre Versprechen halten, steigen Sie auch schneller auf in höhere Positionen, die ein noch grösseres Mass an Vertrauen und Glaubwürdigkeit erfordern.

Integrität drückt sich dadurch aus, dass Sie Wort halten. Es geht also im Kern um Ihre Ehrlichkeit und auch darum, in schwierigen Situationen die Wahrheit zu sagen – und nicht weil es momentan opportun erscheint, wie die Fahne im Wind die Seite zu wechseln. Als integrer Leader sind Sie aufrichtig und sagen die Wahrheit. Was würden Ihre Mitarbeiter auf die Frage antworten, ob Sie immer die Wahrheit sagen?

Wie gehen Sie mit Fehlern um

Es geht bei Integrität weniger darum, alles richtig zu machen, als darum, wie Sie damit umgehen, wenn Ihnen ein Fehler unterlaufen ist. Sie kennen sicher Leader, die einen Fehler unumwunden zugeben, wenn er ihnen passiert: «Ja, ich habe mich geirrt. Ja, wir hätten den Weg anders beschreiten müssen.» Die Konsequenz ist, dass die Wertschätzung der Mitarbeiter steigt, weil sie wissen, dass dieser Leader ehrlich mit sich umgeht, sich nicht hinter Fehlern versteckt und sie womöglich auf die Mitarbeiter abschiebt. Wer versucht, Ausreden zu finden, warum ein Fehler passiert ist und er keinen Einfluss hatte, wer Entschuldigungen sucht, anstatt den eigenen Fehler zuzugeben, verliert als Leader bei den Mitarbeitern an Achtung, Anerkennung und Akzeptanz.

Nach dem Psychologen Franz Petermann ist für den Vertrauensaufbau ein Mindestmass an Sicherheit notwendig. Mitarbeiter müssen das Gefühl haben, dass sie die Signale des Leaders richtig deuten können. Solche Hinweise geben Sie durch eine verständnisvolle und wertschätzende Kommunikation. Sie hören anderen aufmerksam zu und halten Blickkontakt. Sie nehmen die Wünsche und Ängste des anderen wahr und gehen, so gut wie möglich, auf diese ein.

Checkliste: Willensstärke entwickeln

Arbeiten Sie an Ihrer Willensstärke und stellen Sie sich dabei die folgenden Fragen:

  • Wie konsequent und nachhaltig arbeite ich an meinen Zielen?
  • Setze ich klare Prioritäten bei meiner täglichen Arbeit?
  • Wie schaffe ich es – auch unter Anspannung –, mich in positive Stimmung zu versetzen?
  • Wie gut gelingt es mir, auf der Grundlage meiner Erfahrung, mit Schwierigkeiten souverän umzugehen?
  • Gehe ich überwiegend proaktiv und vorausschauend meine Aufgaben an?
  • Wie oft erledige ich unangenehme und schwierige Aufgaben sofort?
  • Habe ich ein hohes Mass an Selbstdisziplin und setze konsequent um, was ich mir vornehme?

Checkliste: Verlässlichkeit und Integrität pflegen

  • Seien Sie vorsichtig mit Versprechungen! Integrität und Verlässlichkeit verlangen, dass Sie nur Zusagen geben, die Sie unbedingt einhalten.
  • Seien Sie berechenbar. Es fördert das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter in Ihre Verlässlichkeit, wenn sie Ihre Reaktionen ungefähr vorhersehen können. Wenn zum Beispiel Mitarbeiter zu spät zu einer Besprechung erscheinen, sollten Sie sich immer gleich verhalten, anstatt einmal zur Tagesordnung überzugehen und ein anderes Mal Kritik zu üben.
  • Geben Sie eigene Fehler zu und verwenden Sie keine Ausreden.
  • Sagen Sie die Wahrheit. Wenn das nicht möglich ist, weil es zum Beispiel Ihre Kompetenz oder Ihr derzeitiges Wissen übersteigt, lassen Sie das den Mitarbeiter wissen.
  • Begegnen Sie Ihren Mitarbeitern mit Respekt.
  • Verlässlichkeit heisst auch Pünktlichkeit in dem, was Sie zusagen. Wenn Sie nicht pünktlich sein können, dann informieren Sie die andere Person, sobald Ihnen die Verzögerung bekannt ist.
  • Achten Sie auf Ihr Ansehen auch gegenüber Ihren Kollegen und halten Sie die «Fahne» der Abteilung hoch.
  • Sie sollten bei «Druck von oben» auch nicht zu schnell nachgeben, sondern sich verlässlich und engagiert für Ihre Interessen und die Ihrer Mitarbeiter einsetzen.

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