24.02.2015

Betriebsklima: Mit mehr Vertrauen zu höheren Erfolgen

Firmen mit einem vertrauensvollen Betriebsklima verzeichnen höhere Erfolge als deren argwöhnische Mitbewerber. In einer wirtschaftlich angespannten Zeit geprägt von Sparmassnahmen und schwindender Jobsicherheit krempeln viele die Ärmel hoch und zeigen die Ellenbogen, um Eigeninteressen zu schützen. Hinzu kommen Meldungen über zweifelhafte Entscheide in den Chefetagen grosser Konzerne und Banken, was dem Vertrauen in jene, die es wissen sollten, wenig zuträglich ist.

Von: Sophie Everett   Drucken Teilen   Kommentieren  

Sophie Everett

Sophie Everett ist zertifizierte PR-Fachfrau SPRI und hat einen Master in Medien- und Kommunikationswissenschaften der Universität Fribourg. Sie führt ihr eigenes PR-Büro in Thun und betreut KMU, Startups und Verbände in sämtlichen Belangen der internen und externen Kommunikation.

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Betriebsklima

Inwiefern schadet fehlendes Vertrauen dem Betriebsklima? Und wie können Führungsleute in ihren Teams eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kultivieren? Vertrauen ist ein psychologischer Zustand, in dem wir bereit sind, uns gegenüber anderen verwundbar zu machen. Diese Verwundbarkeit akzeptieren wir, weil wir eine positive Erwartungshaltung von den Absichten und vom Verhalten des Anderen haben. Vertrauen zu geben, zu kultivieren und selbst geschenkt zu bekommen ist eine erlernbare Kompetenz, die in Geschäftskreisen seit längerer Zeit leidet. Die Studie „Building Trust in Business“ nimmt jährlich über 300 global tätige Firmen unter die Lupe und verzeichnet jedes Jahr einen Rückgang des Vertrauens am Arbeitsplatz.

Die Kosten des Misstrauens

In einer Firma mit niedrigem Vertrauen zwischen den Mitarbeitenden und den Führungspersonen ist jeder Austausch mit einer teuren Misstrauensbusse belegt: Gespräche sind nicht transparent, das Verhalten ist berechnend, Ratschlägen wird mit Skepsis begegnet und Entscheidungen werden hinterfragt, das Betriebsklima ist am Boden. Jede gut gemeinte Geste oder positive Absicht steht unter Verdacht, reine Manipulation zu sein. Misstrauen ist wie Sand im Getriebe, sämtliche Prozesse werden verlangsamt und es entsteht ein vergiftetes Klima. Die Mitarbeitenden werden zu paranoiden Lohnbezügern. Engagement, Pflichtbewusstsein und Versprechen haben in von Misstrauen durchsetzten Teams eine andere Bedeutung als in einem Kontext gegenseitigen Vertrauens. Man kann zwar erwarten, dass Abmachungen eingehalten werden, jedoch ist die Angst vor Repressalien der Antrieb. In einem derartigen Umfeld entsteht eine innere Haltung voller Eigeninteressen, Kalkül, Missgunst und Verschwörungsgedanken. Das tragischste und stillste Opfer einer solchen Atmosphäre ist jeweils die Kreativität, die durch Kontrolle und Angst langsam erstickt.

In einem vertrauensvollen Betriebsklima können sich die Leute auf ihre Arbeit konzentrieren und tragen ihren Teil zu einer offenen, angstfreien Kommunikation bei. Probleme werden angesprochen und effizient gelöst, der Job wird ohne weiteren Reibungsverlust erledigt. Die Teams sind dadurch selbstbewusst, sie glauben an ihre (gemeinsamen) Fähigkeiten, sind aber gleichzeitig offen für Ratschläge oder Meinungen Anderer. Firmen mit solchen Kulturen können talentierte Mitarbeitende länger halten und dürfen mit der Loyalität der Angestellten rechnen – auch in Krisenzeiten. Zudem strahlt das Vertrauensklima auch nach aussen. Sie sehen – Misstrauen kann Firmen teuer zu stehen kommen.

Warum wir jemandem Vertrauen

Die eingangs erwähnte Studie listet drei Gründe, weshalb wir unseren Arbeitskollegen und Vorgesetzten vertrauen:

  1. Bisheriges Verhalten: Wenn der Kollege sich in der Vergangenheit erwartungsgemäss verhalten hat, verlassen wir uns darauf, dass er sich auch in Zukunft so benehmen wird. Konsistentes Verhalten ist also gefragt, es macht jemanden berechenbarer.
  2. Kompetenz: Schätzen wir die Fähigkeiten des Anderen hoch ein, werden wir diesem eher unser Vertrauen schenken. Angestellte arbeiten gerne für kompetente Führungsleute, man fühlt sich sicher, wenn die Vorgesetzten gute Fachkenntnisse an den Tag legen. Auch wenn wir jemanden als sehr ehrlich und verlässlich einschätzen –wenn diese Person keine guten Resultate bringt, vertrauen wir ihr nicht gänzlich. Das Umgekehrte trifft ebenso zu: Jemand mit zahlreichen Erfolgsgeschichten und sichtbaren Talenten erntet kein Vertrauen, wenn er oder sie nicht ehrlich ist.
  3. Ausrichtung: Wenn unser Kollege das gleiche Ziel verfolgt wie wir, vertrauen wir im eher. Dieser Grund wurde von über 90% der befragten Firmen als besonders vertrauensfördernd gewertet.

Ein weiterer zentraler Punkt wird von Stawinski et. al. genannt, nämlich die Fürsorge: Ihre Mitarbeitenden sollten wissen, dass sie Ihnen wichtig sind. Indem Sie Ihre Leute nach Input fragen, Rückmeldungen ernst nehmen und Empfehlungen anhören, schaffen Sie Vertrauen. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden, dass Sie deren Interessen vertreten, wann immer dies möglich ist.

Wie erfolgreiche Führungsleute Vertrauen kultivieren

Der Aufbau von Vertrauen ist eine wechselseitige Aufgabe. Die Führungsperson ist nicht automatisch der Vertrauensgeber und der Angestellte der Vertrauensnehmer. Die Führungsperson ist jedoch zuständig fürs bewusste Management des Vertrauensaufbaus und sollte, falls nötig, den ersten Schritt machen. Vertrauen aufbauen braucht Zeit. Führungsleute können konkrete Massnahmen treffen, um ein vertrauensvolles Klima zu fördern:

Zeigen Sie Ihre Kompetenz anhand konkreter Resultate

Zeigen Sie Ihren Kollegen, Vorgesetzten und Angestellten, dass Sie wissen, was Sie tun und Ihr Fachgebiet beherrschen. Legen Sie Ihre Denkprozesse offen damit Ihr Umfeld sieht, dass Ihre Entscheidungen auf stichhaltigen Argumenten beruhen. Bilden Sie sich ständig weiter und geben Sie nötigenfalls Wissenslücken offen zu. Zu wissen, dass man etwas nicht weiss, ist auch Kompetenz. Und Kompetenz nährt Vertrauen.

Halten Sie Ihr Wort

Dies gilt nicht nur für Versprechen sondern bei Terminen, bei Abgabedaten oder wenn man jemanden vertrösten muss à la „Ich komme später wieder auf dich zu…“. Wenn Sie etwas zugesichert haben und dies aus irgendeinem Grund nicht einhalten können, seien Sie proaktiv und informieren Sie die betreffende Person offen und mit einer Begründung. Und wenn Sie zu spät zu einem Termin erscheinen: Entschuldigen Sie sich.

Interessieren Sie sich aufrichtig für Ihre Mitmenschen

Sie werden mehr Vertrauen ernten, wenn Sie sich aufrichtig für die Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle Ihres Umfelds interessieren. Betrachten Sie Ihre Mitmenschen am Arbeitsplatz als Individuen, jenseits der verteilten Rollen. Und hören Sie aktiv zu, damit Sie wissen, wo jemand steht und was Sie ganz konkret tun könnten, damit diese Person ihre Ziele erreicht.

Erfolgreiche Führungsleute kultivieren Vertrauen auf diverse Weisen. Diese drei Beispiele gehören zu einer Reihe von Schritten zum Vertrauensaufbau. Sechs weitere wertvolle Tipps finden Sie im Merkblatt "Vertrauen am Arbeitsplatz".

Vertrauen beginnt mit Vertrauen

Entgegen der landläufigen Meinung erhalten wir Vertrauen nicht primär, weil wir es uns verdienen, sondern weil wir es offerieren. Es gibt immer Gründe, misstrauisch zu sein. Wenn wir darauf bestehen, dass andere uns zuerst ihre Vertrauenswürdigkeit beweisen müssen, bevor wir uns auf sie verlassen, wird kaum je ein vertrauensvoller Rahmen geschaffen. Vertrauen ist Investition in eine Beziehung und zugleich Ziel derselben. Eines ist sicher: Führungskräfte, welche die Kultivierung von Vertrauen als Priorität betrachten, sind Magneten für die besten Talente und Ideen.

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