09.02.2017

Führungskommunikation: Wie wache Chefs mit klugen Fragen führen, gut zuhören und wirksam Feedback geben

Bedeutende Führungskräfte entwickeln die Stärken ihrer Mitarbeiter und mobilisieren mental. Denn versierte Kommunikatoren lassen Routinen hinter sich: Sie überraschen mit Fragen, hören aktiv zu und kritisieren konstruktiv. Denn wertschöpfende Führungskommunikation fördert Vertrauen, unterstützt Selbstwirksamkeit und beflügelt Querdenker. Impulse für einen belebenden Business-Dialog.

Von: Susanne Kleiner   Drucken Teilen   Kommentieren  

Susanne Kleiner

Susanne Kleiner, Communications MSc, ist Trainerin (dvct), Coach (dvct), freie PR-Beraterin, Texterin, Journalistin (BJV) und Mediatorin in München. Den Beratungs- und Trainingsschwerpunkt der Diplom-Betriebswirtin (BA) bilden Kommunikation, strategische Öffentlichkeitsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist Expertin für Strategie und Kommunikation in Krisen, Konfliktfällen und Veränderungsprozessen.

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Offen fragen und ehrlichen Dialog wagen

Dialogfördernde Gesprächspartner stellen offene Fragen. So ermutigen Sie ihr Gegenüber, sich jenseits von Ja- und Nein-Antworten zu öffnen. Statt: «Sind Sie mit Ihrer Personalentwicklung einverstanden?», erkennen achtsame Kommunikatoren, was ihre Mitarbeiter im Inneren antreibt. Etwa so: «Wie beschreiben Sie Ihre Entwicklung in fachlicher und persönlicher Perspektive?», «Was hat Sie stark gemacht?», «Womit beschäftigen Sie sich besonders intensiv und warum?» oder «Was davon geben Sie an Ihre Kollegen weiter und wie sichern Sie die Erkenntnisse nachhaltig?». Das Positive daran: Die Weise, wie Menschen kommunizieren, entschlüsselt innere Beweggründe und legt offen, wofür sich Angestellte wirklich begeistern. Hinzu kommt: Tonlage, Gestik und Mimik identifizieren Frustkeulen und Energieräuber. Wer bewusst kommuniziert und zuhört, lernt andere besser kennen und verstehen. Interessierte Chefs stellen aktivierende Fragen und entdecken so brachliegendes fachliches, soziales oder kreatives Potenzial.

Ein kluger Kopf fragt, wenn es hakt

Wenn Vorhaben scheitern, ist es natürlich wichtig, aus Fehlern zu lernen und Ursachen zu begreifen. Doch rückwärtsgerichteten Phrasen klagen andere an. Wer im ersten Schritt fragt: «Warum ist das passiert?» oder «Wer hat das zu verantworten?» schwächt Ressourcen. Denn die Adressaten wehren ab oder resignieren. Stärkenfokussierte Vorgesetzte formulieren: «Was haben Sie schon in die Wege geleitet? Wie wirksam sind diese Schritte nach Ihrem Ermessen?». Und: Besonnene Kollegen lenken den Blick nach vorne: «Welche Ideen haben Sie, um Ihren Plan zu erfüllen?», «Welche Unterstützung benötigen Sie?», «Was lernen Sie aus dem, was passiert ist?», «Wie informieren Sie Ihr Team, damit alle an Ihren Erfahrungen wachsen?».

In Lösungen denken und Mut lenken

Vor neuen, komplexen Projekten leiten beziehungsstarke Führungskräfte Dialoge ein mit: «Welche Schritte empfehlen Sie, um das Ziel zu erreichen?» oder «Welche Ressourcen brauchen Sie?». Visionär greifen sie dem Zieleinlauf vor und fragen: «Welche neuen Entwicklungen haben Sie gemeistert, wenn Sie ankommen?». Stagniert der Flow, fördern sie Umdenken und empfehlen: «Nehmen Sie an, Sie sprechen mit Ihrem grossen Vorbild: Was rät Ihnen die- oder derjenige? Welche besonderen Stärken erkennt sie oder er in Ihnen?» Oder sie regen an: «Erinnern Sie sich an ein Projekt in der Vergangenheit, das ohne diese Hürden funktionierte: Was war anders?»

Innehalten, wenn Routinen walten

Rege Gemüter sind wachsam, wenn Besprechungen zu rasch in ausufernde Harmonie münden. Aufgeweckte Führungskräfte halten inne, wenn alle einhellig Meinungen teilen. Mutige Köpfe stellen tradierte Muster in Frage und geben sich nicht mit Ergebnissen zufrieden, die das Team vorschlägt, «weil es eben immer schon so war». Dann durchbrechen vitale Moderatoren Gewohnheiten und wecken müde Geister mit paradoxen Fragen: «Was müssten wir tun, um das Projekt an die Wand zu fahren?». Sie wissen: Bequemlichkeit ist gefährlich und sie durchbrechen starres Denken. Ihr Credo, um Chancen zu entdecken und zu nutzen: Kreative Distanz, Neugier und Mut fördern Umdenken und Neudenken.

Wer ein Ohr für andere hat, öffnet Herzen

Fragen ist gut. Doch Zuhören ist mindestens genauso wichtig. Vertrauen gewinnt, wer sich bewusst seinem Gegenüber zuwendet. Aufmerksame Zuhörer signalisieren mit einem Kopfnicken, einem «aha», «ach so» oder «mmh», dass sie ganz bei dem anderen sind. Ihr ehrliches Interesse ermutigt andere, sich zu öffnen. Wortgewandte Gesprächspartner wiederholen das Gehörte oder resümieren in eigenen Worten. Sie filtern das Gemeinte hinter dem Gesagten heraus und nehmen Zwischentöne wahr. Mit Fingerspitzengefühl und Zuwendung signalisieren sie Respekt. Folgt ein erleichtertes «Ja, genau!», bestätigt der andere, dass er sich gehört, gesehen und verstanden fühlt. Ein «Nein» hilft, Missverständnisse zu beseitigen.

Verhalten spiegeln und Potenzial besiegeln

Feedbackstarke Vorgesetzte sagen konkret und neutral, wie der andere wirkt oder wie sie dessen Leistung wahrnehmen. Sie wissen: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut. Wertschätzende Chefs verzichten in der Führungskommunikation auf «sehr schön», «super», «das haben Sie gut gemacht». Und sie schieben kein «aber» direkt hinterher, um dem anderen dessen Schwächen durch die Hintertür vorzuführen. Das wirkt von oben herab. Die gute Absicht, die dahinter steckt, ändert daran gar nichts. Respektvolle Mitmenschen benennen greifbar, was hervorragend ist und was der andere damit bewirkt. Ein Beispiel: «Sie haben gestern offen Ihre Bedenken gegen unseren Plan ausgesprochen und nachvollziehbar argumentiert. So haben Sie uns vor einer Fehleinschätzung bewahrt. Danke.» Ist negative Kritik unvermeidbar, führen stärkenorientierte Führungskräfte konstruktiv, weil sie die Sache konkret artikulieren. Sie lassen Ich-Botschaften einfliessen und spielen dem anderen einen aktiven Part zu. Ein Beispiel: «Ich verstehe, dass die Situation kompliziert war. Was konkret schlagen Sie vor, um das Projekt auf Kurs zu bringen?». So wachsen Mitarbeiter und Teams an konstruktivem Feedback.

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