05.09.2016

Gender Mainstreaming: Was ist es und warum ist es wichtig

In der Schweiz besetzen vor allem Männer Vorstands- und Kaderpositionen in der Privatwirtschaft. Die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen ist auch 2016 immer noch eine wirtschaftliche Realität. Frauen und Männer können sich selten gleichberechtigt um die Kindererziehung kümmern. Drei unterschiedliche Realitäten, an denen das sogenannte gender mainstreaming ansetzt. Was sind die wichtigsten Fragen und Ziele, warum ist es wichtig für Sie und Ihr Unternehmen? Und was sind Beispiele für erfolgreiches gender mainstreaming?

Von: Cordula Reimann   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Cordula Reimann

Dr. Cordula Reimann ist Gründerin und Leiterin von core (www.corechange.ch), ein Beratungs- und Trainingsinstitut im Bereich von organisatorischen Veränderungsprozessen, in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und der Friedensförderung mit Hauptsitz in Bern. Cordula Reimann war in den letzten 20 Jahren für verschiedene gender mainstreaming Prozesse bei grossen und kleinen Organisationen verantwortlich und hat im In- und Ausland zu dem Thema doziert und publiziert.   

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Gender Mainstreaming

Fragen nach den kleinen und grossen Unterschieden

Seit den letzten Jahren ist gender mainstreaming in der internationalen und nationalen Privatwirtschaft verstärkt gefragt: als Organisationsstrategie und Sensibilisierungsmassnahme setzt es an den sozialen und biologischen Unterschieden zwischen Frauen und Männer an. Das Hauptziel ist es, die Chancen- und Geschlechtergleichheit zu ermöglichen und zu fördern.  

Gender mainstreaming fragt nach den Auswirkungen von betrieblichen Massnahmen und Arbeitsprozessen auf die Geschlechterverhältnisse und die Gleichstellung von Frauen und Männern. So wird diskutiert, wie Frauen und Männer gleichberechtigt an internen Arbeitsstrukturen, -prozessen und der Produktentwicklung beteiligt werden können und schafft die betrieblichen gleichberechtigten Rahmenbedingungen für die Vereinbarung von Familie und Beruf.

Kleine Veränderungen mit grosser Wirkung

Die firmenspezifischen Hindernisse für die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und Männern sollen durch konkrete Unterstützungs- und Sensibilisierungsmassnahmen für Männer und Frauen adressiert und überwunden werden: Gender mainstreaming schafft Bewusstsein und Sensibilisierung für eine geschlechtsspezifische Sprache, hinterfragt Geschlechterstereotypen von „typisch Mann“ und „typisch Frau“ und beinhaltet nach Geschlecht und Alter getrennt ausgewiesene statistische Daten bezüglich zum Beispiel der Nutzung von Produkten oder der (unterschiedlichen) Bedürfnissen von Frauen und Männern. Als Querschnittsaufgabe eines Unternehmens argumentiert gender mainstreaming für die verstärkte Beteiligung und Unterstützung von Frauen und Männern in Arbeitsbereichen, wo sie bis jetzt eher diskriminiert worden sind. In diesem Kontext können z.B. flexible Arbeitszeiten/Teilzeit  auch für Väter und Mütter in Führungspositionen, Vaterschaftsurlaub für Männer und firmeninterne Kinderbetreuungsmassnahmen als erfolgreiche Beispiele gesehen werden. Angesichts der nach wie vor ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen in verschiedenen Arbeitsbereichen setzt sich gender mainstreaming für die Transparenz der Löhne und die gleichberechtigten Entlohnung für Frauen und Männern ein.

Verschiedene Schweizer Betriebe und Unternehmen haben spezifische Massnahmen und Rahmenbedingungen entwickelt, um der Realität der Geschlechterverhältnisse in ihren Organisationen gerecht zu werden. Die Hauptaufgabe für das gender mainstreaming liegt bei der Führung und der Personalentwicklung. Einzelne Unternehmen haben sich zudem entschieden,  spezifische Ressorts und Verantwortungsbereiche zu schaffen.

Kein Patentrezept

Viele Betriebe und Organisationen haben in den letzten Jahren Erfahrungen gesammelt – und gender mainstreaming ist für sie ein integraler Teil ihres organisatorischen Selbstverständnisses und ihrer gesellschaftlicher Verantwortung im Bereich der Chancengleichheit geworden. Fest steht, dass es kein Patentrezept für die Umsetzung gibt – sehr viel hängt von den Aufgaben, der Grösse und Ressourcen eines Unternehmens ab. Entscheidend ist bei allen Prozessen der politische Wille der Unternehmungsführung, Geschlechtergleichheit in konkrete Chancen und Rahmenbedingungen für Frauen und Männer umsetzen zu wollen. Falls gender mainstreaming professionell umgesetzt wird, kann es die Qualität und Effektivität von Firmen, Teams, Arbeitsprozessen und ihren Ergebnissen nachweislich erhöhen und verbessern.

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