03.01.2018

Entscheidungsbefugnis: Wenn der Vorgesetzte Ihren Entschluss widerruft

Wieder einmal hat sich Ihr Vorgesetzter eingemischt. Eine Ihrer Entscheidungen hat er nachträglich geändert, ohne Sie vorher davon in Kenntnis zu setzen. Sie erfahren es erst von einem Mitarbeiter, der irritiert über die neue Vorgabe zu Ihnen ins Büro kam, um Rücksprache zu halten, welches Aufgabenziel denn nun realisiert werden sollte. Widerruft Ihr Vorgesetzter Ihre Entscheidungen? Wird Ihre Entscheidungsbefugnis untergraben? Nehmen Sie es nicht hin. Handeln Sie.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Entscheidungsbefugnis

Holen Sie sich Ihre Entscheidungsbefugnis zurück

In den letzten Monaten häufen sich die Fälle, in denen Ihr Chef in Ihre Entscheidungsbefugnis eingreift. Und Sie wissen, dass Sie diese Vorgehensweise nicht länger dulden können. Nicht allein, weil es Sie einfach verärgert, sondern vor allem, weil Sie immer öfter spüren, dass Ihre Mitarbeiter, die von Ihnen getroffene Entscheidung kaum noch ernst nehmen. Es ist, als ob Ihre Mitarbeiter abwarten würden, ob Ihr Vorgesetzter – also der Chef vom Chef – nicht wieder einschreiten würde. Ihre Autorität schwindet. Ihre Glaubwürdigkeit wird angezweifelt. Keine gute Basis, um eine Abteilung zu führen.

Deshalb wollen Sie handeln. Die Frage, die Sie sich jetzt nur stellen, lautet: Wie können Sie geschickt vorgehen, ohne Ihren Vorgesetzten zu verprellen? Antworten und Ideenimpulse bieten Ihnen die folgenden 5 Strategien.

Mit diesen 5 Strategien gelingt es:

Handeln Sie in keinem Falle überstürzt und unüberlegt. Sorgen Sie am besten, bevor Sie die eine oder andere Strategie anwenden, erst einmal für einen Abstand zu der Situation. Nehmen Sie Ihre Gefühle wahr. Denn ein Gefühl wie beispielsweise die Verärgerung mag zwar berechtigt sein, unterstützt Sie jedoch wenig bei der Lösungsfindung und –realisierung. Deshalb schreiben Sie Ihre Emotionen und Reaktionen auf. Dadurch können Sie sie besser loslassen, um sich schliesslich den Lösungs-Strategien zuwenden zu können.

Strategie 1: Verantwortungsbereich klären

Überlegen Sie, ob es Grauzonen in der Definition der Verantwortung gibt. Überschneiden sich in manchen Bereichen die Funktionen und Verantwortlichkeiten von Ihrem Vorgesetzten und von Ihnen? Wenn ja, welche Bereiche betrifft es?

Prüfen Sie, inwieweit für diese Grauzonen bereits in der Stellenbeschreibung die Weichen gelegt wurden. Suchen Sie in beiden Fällen das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten und/oder der Personalabteilung. Fordern Sie, dass umgehend klare Verantwortlichkeiten festgelegt werden. Falls Sie auf wenig Einsicht für Ihr Anliegen stossen, weisen Sie auf die Nachteile der Situation hin.

Strategie 2: Kriterien des Widerrufs entdecken

Ihr Vorgesetzter mischt sich zweifelsfrei nicht immer ein, wenn Sie eine Entscheidung treffe. Fragen Sie sich deshalb einmal:

  • Bei welchen Themen fühlt sich Ihr Vorgesetzter veranlasst, einzuschreiten und Ihre Entscheidung zu ändern? Listen Sie diese Themen in Ruhe auf.
  • Gibt es Zusammenhänge zwischen den einzelnen Themen? Welche sind diese?
  • Welche Nachteile wären für Ihren Vorgesetzten durch Ihre Entscheidung entstanden?
  • Welches Risiko wäre Ihr Vorgesetzter womöglich eingegangen, hätte er Ihre Entscheidung übernommen?
  • Was können Sie aus Ihren Antworten lernen?

 

Sensibilisieren Sie sich auf diese Weise für die Entscheidungskriterien Ihres Vorgesetzten, Ihre Entscheidungen zu widerrufen. Listen Sie die Kriterien auf, die Sie entdeckt haben. Und nutzen Sie diese zukünftig, um Ihre Entscheidungen „Vorgesetztentauglich“ zu gestalten.

Strategie 3: Auswirkungen kommunizieren

Widerruft Ihr Vorgesetzter in wiederholten Fällen Ihre Entscheidungen, hat dies natürlich Auswirkungen. Listen Sie diese in Ruhe auf. Fokussieren Sie dabei Bereiche wie

  • Produktivität des Teams bzw. der Abteilung
  • Motivation der Mitarbeiter
  • Arbeitsmoral der Mitarbeiter
  • Zusammenarbeit im Team und abteilungsübergreifend
  • Fehlerquote
  • Krankenstand
  • Kundenservice
  • Kundenbeschwerden
  • Unternehmensimage

Beziffern Sie, soweit es Ihnen möglich ist, die finanziellen Auswirkungen des Zick-Zack-Kurses (durch Leistungsabfall, höhere Fehlerquote etc.). Denn nichts überzeugt mehr, als ein finanzieller Schaden für das Unternehmen, um die Verantwortlichkeiten zu klären.

Strategie 4: Verbündete suchen

Ist das Einmischen Ihres Vorgesetzten sein normaler Arbeitsstil, suchen Sie sich unter Ihren Kollegen Verbündete. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie eine Änderung einleiten können, um so die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten klar festzulegen. Führen Sie mit Ihrem Vorgesetzten ein offenes Gespräch. Vielleicht ist ihm sein eingreifender Führungsstil gar nicht bewusst, so dass ein konstruktives Feedback bereits eine Verhaltensänderung bewirken kann.

Strategie 5: Die Gründe erforschen

Versetzen Sie sich für einen Moment in Ihren Vorgesetzten. Betrachten Sie die Situation aus seinem Blickwinkel. Fragen Sie sich: Was sind die wahren Gründe für sein Eingreifen und diesen Führungsstil? Listen Sie spontan Ihre Gedankenimpulse, Ideen und Eingebungen auf. Die Antworten dürfen vielseitig, als auch widersprüchlich sein.

Vielleicht entdecken Sie, dass Ihr Vorgesetzter Angst vor innerbetrieblicher Konkurrenz hat. Oder er befürchtet, dass sein eigener Führungsstil als weniger effektiv bewertet werden könnte. Vielleicht hatte auch eine Entscheidung nicht seinen Vorstellungen entsprochen. Vielleicht fühlt er sich zu wenig eingebunden.

Lassen Sie Ihre Antworten wirken. Überlegen Sie schliesslich, wie Sie dieses „Minus-Gefühl“ Ihres Vorgesetzten umwandeln können. Sollte er Sie beispielweise als Konkurrenz sehen, wäre es empfehlenswert, dass Sie sich zu seinem Verbündeten machen. Suchen Sie dann regelmässig das Gespräch mit ihm. Interessieren Sie sich für seine (Karriere-)Ziele. Überlegen Sie, wie Sie diese aktiv unterstützen können, ohne dabei Ihre eigenen Ziele aus dem Auge zu verlieren. Dadurch wird Ihr Vorgesetzter schnell feststellen, dass Sie gemeinsam an einem Strang ziehen und immer weniger Ihre Entscheidungen ändern wollen. Denn dies wäre ja für ihn kontraproduktiv.

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