09.01.2019

Kreativitätstechniken: 4 Tipps für mehr Kreativität

Kreativitätstechniken sind Denkhilfen und werden in den Ideenfindungsphasen von Kreativitätsprozessen angewendet. Obwohl es verschiedene grundlegende Prinzipien gibt, auf denen die Kreativitätstechniken beruhen, haben doch alle das gleiche Ziel: Sie sollen erstens eine Unterstützung und Denkhilfe für neue Denkwege sein, und zweitens sollen möglichst viele Ideen mit ihrer Hilfe generiert werden.

Von: Rolf Rado, Sue Rado  DruckenTeilen Kommentieren 

Rolf Rado

Viele Jahre tätig als Manager von diversen Klein- und Mittelunternehmen (KMU), bis zu Grosskonzernen, heute Mitinhaber der Firma Axios. Er ist Berater, Trainer, Coach.

Sue Rado

Sue Rado, eidg. dipl. Ausbildungsleiterin, ist Betriebsausbilderin und Performance Improvement Coach. Sie verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz aus verschiedenen Funktionen (Einkäuferin, Key Account Manager, Projektleiterin, Stv. Geschäftsleiterin, Schulungsleiterin) und ist Dozentin im Bereich Bildungs-Controlling. Als Selbstständige betreut sie viele unterschiedliche Firmen aus verschiedenen Branchen (Einführung/Umsetzung Personalentwicklung, Veränderungsprojekte, Kundenservice-Optimierungen) und gibt diverse Trainings im Bereich Führung, Verkauf/Kundendienst und Teamentwicklungen. Ihre praxisnahen Trainings sind bekannt für hohe TeilnehmerInnen-Aktivität, den Einbezug aktueller Beispiele von den Teilnehmenden und die Abgabe vieler zusätzlicher, zeitsparender Hilfsmittel für den Alltag (Checklisten, Vorlagen).

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Es existieren ca. 350 etablierte Methoden, viele davon sind bekannt, sie werden nur viel zu wenig eingesetzt. Kreativitäts- und Entscheidungstechniken haben viel gemeinsam.

Technik 1: Brainstorming/Brainwriting – Ideen und Vorschläge sprudeln lassen

  • in Gruppen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen
  • Grundsatz: keine Diskussion und Kritik
  • ca. 20 Minuten
  • anschliessend: Ist die Idee umsetzbar, soll sie ausgebaut werden?
  • «Einzelarbeit», ausgehend von einem Begriff; 15–20 Minuten, 20–50 Wörter

Die Gruppe kennt das Thema und lässt ihre Vorschläge und Gedanken dazu sprudeln. Dabei ist Kritik untersagt, quere und «spinnige» Ideen sind erlaubt; Quantität geht vor Qualität. Nach einer Weile greifen die Teilnehmer die Ideen anderer auf, kombinieren sie neu. Meist gehen nach zehn Minuten die Ideen aus, nach einer Pause kommen neue – meist die originelleren. Jeder Vorschlag wird notiert und auf eine Wand gepinnt. Nach einer längeren Pause werden die Ideen mit Abstand sachlich kritisiert und auf die Machbarkeit hin ausgewertet.

Variante: Brainwriting funktioniert ähnlich wie Brainstorming, nur schreibt jeder selbst die Ideen auf ein Blatt Papier und gibt dieses dem Nachbarn weiter. In einer Gruppe von sechs Leuten sollte jeder in etwa einer halben Stunde 18 Ideen aufgeschrieben haben. Insgesamt stehen dann 108 Vorschläge im Raum.

Diese Methode kann auch per E-Mail oder Datenaustausch organisiert werden. Jeder skizziert seine Ideen in einer Datei, die an Kollegen weitergegeben wird, und erhält deren Dateien.

Brainstormings funktionieren in Teams aus unterschiedlichen Fachleuten und in allen Bereichen. Sie eignen sich besonders dazu, Arbeitsabläufe zu verbessern.

Brainstorming und Brainwriting lösen keine komplexen Fragen und führen bei Spannungen im Team nicht zum Ziel. Brainstormings können ideal durch Mindmaps ergänzt und unterstützt werden.

Technik 2: Bisoziation – inspirierender Vergleich

Nach der Definition des Problems folgt die Suche und Verknüpfung von Begriffen, Bildern oder Vorstellungen aus unterschiedlichen begrifflichen Bezugsrahmen. Beispiel:

Johannes Gutenberg erfand die Druckerpresse, indem er die Funktionsweise der Weinpresse mit der eines Münzstempels vereinte. Er suchte Ähnlichkeiten in fremden Bereichen und kombinierte Techniken.

Kleine Teams finden so Produkte, Services oder Techniken, Künstler neue Perspektiven und Visionen.

Bisoziation setzt Fachwissen und Fantasie voraus. Analogien können in die Irre führen.

Technik 3: Denkhüte/6 Hüte – kreatives Rollenspiel (nach Edward de Bono)

Walt Disney setzte sich im übertragenen Sinn den Hut von anderen Personen auf, um auf Ideen für Filme und Figuren zu kommen. Er dachte etwa wie ein Visionär/Träumer, ein Realist, ein Umsetzer. Wem das Rollenspiel zunächst schwerfällt, der nimmt das Bild wörtlich und behilft sich mit verschiedenen Hüten oder setzt sich einfach auf andere Stühle. So banal das klingt – der Rollenwechsel gelingt dann deutlich besser. Jeder Hut entspricht einer bestimmten charakteristischen Denkweise oder einem Blickwinkel, wodurch eine effiziente Diskussion beziehungsweise ein Austausch über ein Target erreicht und gleichzeitig kein Blickwinkel ausser Acht gelassen werden soll.

Weisser Hut

  • analytisches Denken
  • Konzentration auf Tatsachen
  • objektive Haltung

Roter Hut

  • emotionales Denken und Empfinden
  • Konzentration auf Gefühle und Meinungen
  • subjektive Haltung

Schwarzer Hut

  • kritisches Denken
  • Risikobetrachtung, Probleme, Skepsis, Kritik und Ängste beschreiben
  • objektive Haltung

Gelber Hut

  • optimistisches Denken
  • Was ist das Best-Case-Szenario?
  • spekulative Haltung

Grüner Hut

  • kreatives, assoziatives Denken
  • neue Ideen, Kreativität
  • konstruktive Haltung

Blauer Hut

  • ordnendes, moderierendes Denken
  • Überblick über die Prozesse
  • Big-Picture-Haltung

Aus Denkhüten resultieren Produkte oder Strategien mit unterschiedlichen Perspektiven. Die Technik löst auch Spannungen im Team.

Gewohnte Denkschemata werden nur selten durchbrochen. Die Technik wirkt zunächst befremdlich und entwickelt ihre Kraft erst mit Übung.

Alternative: Es bietet sich aber alternativ auch an, dass eine Person den blauen Hut über den ganzen Prozess hinweg aufbehält und somit Moderator in der Besprechung, Diskussion oder Problemlösung ist.

Technik 4: Mindmap – Gedanken-Karte (nach Tony Buzan)

Wer seine Gedanken sprudeln lässt (alleine oder in Gruppen), kann dafür eine Mindmap erstellen: In die Mitte des Blattes kommt das Thema/Problem – geschrieben oder gezeichnet. Ausgehend vom Mittelpunkt bilden sich Linien für Begriffe, Aspekte und Gedanken, die dazu einfallen. So entsteht sukzessive eine Ideenkarte, die auch vorhersehbare Probleme oder notwendige Aktivitäten sammelt. Mindmaps fördern das bildlich-räumliche Denken und bleiben so besser haften und helfen zu neuen Lösungsansätzen.

Mindmaps eignen sich für praktisch alle Bereiche. Eine Mindmap kann beliebig erweitert werden. Sollte sie auf einem Blatt keinen Platz mehr haben, kann einfach eine «Unter-Mindmap» zu einem Ast erstellt werden.

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