27.08.2018

Lerntechniken: Wie Sie schnellere Lernerfolge erzielen

Wir lernen unser ganzes Leben lang, und das genauso individuell wie jeder von uns ist. Dementsprechend unterschiedlich wird das Lernen erlebt, denn es ist eine komplexe Angelegenheit, die alle unsere Wahrnehmungsebenen einbezieht. Wer diese Zusammenhänge versteht und zudem verschiedene (gehirngerechte) Lerntechniken kennt, erzielt Lernerfolge meist schneller.

Von: Dorit Schmidt-Purrmann, Michael Schmidt-Purrmann  DruckenTeilen Kommentieren 

Dorit Schmidt-Purrmann

Dorit Schmidt-Purrmann, Inhaberin von iAngels smart communications (iangels-pr.ch), bietet Unternehmen seit 20 Jahren Impulse für eine stimmige Resonanz in der Öffentlichkeit. Die PR- und Kommunikationsberaterin ist Expertin für wirkungsvolle Unternehmensgeschichten und lebt seit 2000 in der Schweiz.

Michael Schmidt-Purrmann

Er ist Inhaber von Impulswerk, ein Bündnis der iAngels smart communication (PR-/Kommunikationsberatung) und M/S/P Consulting (Unternehmensberatung) mit Sitz in Neuhausen/SH.

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Für den Menschen ist die Fähigkeit zu lernen eine Voraussetzung für Bildung. Wenn wir von Lernen sprechen, ist vor allem der Prozess des Aneignens von Wissen und Fertigkeiten gemeint. Dennoch lernen wir grösstenteils unbewusst und unser Lernen basiert auf Nachahmen und Imitieren. Auf diesem Weg lassen sich auch bewusste Lernprozesse gezielt unterstützen. Vor allem bei hirngerechtem Lernen (entwickelt von Vera F. Birkenbihl) spielt das eine wichtige Rolle.

Mit allen «Kanälen» auf Empfang

Grundsätzlich nehmen wir Lerninhalte über unsere fünf Sinne – Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken – auf. Jeden dieser «Kanäle» setzen wir je nach Veranlagung, Erfahrungen, Umgebung, Umwelt, familiärer Prägung, Erbanlagen und Vorlieben ein. Daraus ergeben sich die sogenannten Lerntypen, deren bekannteste Einteilung von Frederic Vester definiert wurde. Er erkannte, dass Menschen ihr Wissen auf unterschiedliche Weise aufnehmen, und gliederte die verschiedenen Lerntypen in vier Gruppen:

  • optischer/visueller Lerntyp: Lernen durch Sehen
  • auditiver/akustischer Lerntyp: Lernen durch Zuhören
  • haptischer Lerntyp: Lernen durch Tun bzw. Handeln
  • kognitiver Lerntyp: Lernen durch Erkennen

Welche dieser Typologien ist bei Ihnen stark ausgeprägt? Wer dies für sich zumindest in der Tendenz bestimmen kann, findet schneller die passende Lerntechnik.

Gewusst, wie

Unter dem Begriff «Lerntechniken» versteht man alle Methoden, die geeignet sind, Wissen strukturierter aufzunehmen und zu verarbeiten. Doch jede Lerntechnik ist nur so gut, wie die Voraussetzungen für effektives Lernen. Dazu gehören beispielsweise:

1. eine positive Einstellung zum Lernen

2. die Motivation zu lernen

3. Kreatitivität ins Lernen bringen

4. das Lernziel und ggf. Zwischenziele erkennen (wozu soll etwas Bestimmtes gelernt werden)

5. optimales Lernumfeld/optimale Lernbedingungen, Lernatmosphäre

6. evtl. «typengerechter» Arbeitsplatz

Besonders wertvoll für den Lernprozess ist in diesem Zusammenhang das kreative Lernen. Es erhöht den Lernerfolg und die Freude am Lernen, denn es regt an, selbst zu denken, statt vorgefertigte Lösungen oder Antworten zu konsumieren. Kreatives Lernen ist also Arbeit, und die lohnt sich, da Wissen resp. Gelerntes etwas ist, was uns niemand nehmen kann!

Zu den bekanntesten Techniken für kreatives Lernen gehört das «Mindmapping», eine übersichtlich gehaltene Landkarte unserer Gedanken zu einem bestimmten Thema. Da es weit verbreitet und bekannt ist, hier in Kurzform nur die wichtigsten Punkte, die Sie für ein Mindmap berücksichtigen sollten:

  • Verwenden Sie unliniertes Papier.
  • Legen Sie das Papier quer.
  • Beginnen Sie in der Mitte.
  • Zeichnen Sie mit mindestens drei Farben ein Bild, um das zentrale Thema der Mindmap darzustellen.
  • Denken Sie über die Hauptthemen nach und schreiben Sie ein Wort in Blockschrift auf einen Hauptast, der mit dem Mittelpunkt verbunden ist und zum Mittelpunkt hin dicker wird.
  • Ergänzen Sie weitere Hauptäste.
  • Fügen Sie bis zu vier weitere Gedankenebenen hinzu.
  • Verwenden Sie Schlüsselworte, Symbole, Pfeile sowie andere Codes und zeichnen Sie auch dreidimensional.

Eine weitere Möglichkeit ist die Mnemotechnik, eine Art Gedächtnistraining, das dazu dient, Merkhilfen zu entwickeln. Dabei kann es sich um Reime, Merksätze oder Grafiken handeln. Eine Mnemotechnik ist zum Beispiel die «Loci-Methode» (lateinisch locus «Ort», «Platz»). Sie ist leicht zu erlernen und wird aufgrund ihrer Effektivität von praktisch allen Gedächtnissportlern verwendet. Diese Methode eignet sich vor allem für das Auswendiglernen vieler Informationen und arbeitet anhand von sogenannten Vorstellungsbildern, die an bestimmten Orten «abgelegt» werden und beim Gedanken an diesen Ort wieder auftauchen. Eine bestimmte Anzahl von Orten/Plätzen, die man gut kennt, wird dafür in einer bestimmten Reihenfolge festgelegt.

Machen Sie Tempo beim Lesen

Als Querlesen oder auch Diagonallesen wird eine Schnelllesetechnik bezeichnet, die es ermöglicht, sich in kurzer Zeit einen inhaltlichen Überblick von Texten zu verschaffen. Für alle, die zum Beispiel im Rahmen einer Weiterbildung viel Fachliteratur zu bewältigen haben, ein echter Gewinn.

Das Auge «überfliegt» dabei den Text von der linken oberen Ecke der Seite in diagonalen Sprüngen zur rechten unteren Ecke. Dadurch wird eine hohe Lesegeschwindigkeit erreicht. Speed-Reading kann helfen, Texte schneller zu lesen und trotzdem mehr von ihnen zu behalten. Ziel ist es, intuitiv die entscheidenden Stellen (Stichworte) im Text zu erfassen. Daher wird trainiert, das Auge diszipliniert über die Seite streifen zu lassen und feste Wortgruppen als Ganzes zu erfassen.

Vernetztes Denken

Unser Gehirn speichert Informationen in Netzen ab, das ist aus der Lernforschung seit Frederic Vester bekannt. Je mehr eine Person über ein Thema weiss, desto dichter ist ihr Wissensnetz dazu. Von solchen Wissensnetzen haben wir sehr viele im Kopf, die jedoch nicht alle gleichzeitig aktiv sein können.

Beim Lesen für Prüfungen oder Abschlussarbeiten geht es in der Regel darum, neue Informationen in ein vorhandenes Wissensnetz einzubauen. Dazu muss dieses Netz als Erstes aktiviert werden. Diese Aktivierung erfolgt, wenn wir einen Text in Höchstgeschwindigkeit überfliegen, was als «Scimming» bezeichnet wird. Bereits Bekanntes oder Begriffe, die man aus anderen Zusammenhängen kennt, nimmt das Gehirn dabei bereits wahr. Dadurch werden Wissensnetze zu diesem Gebiet im Gehirn aktiviert. Beim zweiten Lesen ist das Gehirn dann bereit für die Aufnahme neuer Informationen. Sie gehen dem Leser nun leicht ins Netz.

Sie haben die Wahl

Schon diese überschaubare Zusammenstellung der Lerntechniken zeigt, dass hier wohl die meisten Menschen, gleich welchen Lerntyps sie sind, fündig werden. Der Weg zum persönlichen Favoriten führt übers Ausprobieren. Nur so finden Sie heraus, welche Technik für Sie am besten funktioniert. Möglicherweise ist es nicht eine allein, sondern eine Kombination, und für verschiedene Lernanforderungen sind es vielleicht auch variierende Techniken. Für einen guten Lernerfolg sollten Sie dabei diese zehn Kriterien für gehirngerechtes Lernen beachten:

Tipps
1. Gebot: Überblick vor Einzelinformation
2. Gebot: Transparenz der Lernziele!
3. Gebot: In der richtigen Reihenfolge lernen!
4. Gebot: Vernetzen!
5. Gebot: Mehrere Sinne ansprechen!
6. Gebot: Wiederholen!
7. Gebot: Rückmelden!
8. Gebot: Pausen einlegen!
9. Gebot: Interesse wecken!
10. Gebot: Auf die Gefühle achten!

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