23.01.2017

Querdenker: Die konventionellen Grenzen sprengen

Die Welt ist unruhig, turbulent und ständig im Wandel. Das Business-Rad dreht sich in einem Achterbahntempo. Rauf und runter. Altes ist schnell überholt. Wer gestern einen leichten Wettbewerbsvorsprung erzielte, kann morgen schon weg vom Fenster sein, wenn er keine neuen Ideen oder neuen Produkte auf den Markt wirft. Doch Zukunftsideen entstehen selten mit dem herkömmlichen Denken. Nein, spleenige Ideen sind meist ein Produkt aus Querdenken, Leidenschaft und visionärem Geist.

Von: Heike Eberle   Drucken Teilen   Kommentieren  

Heike Eberle

Heike Eberle, Jahrgang 1967, ist Unternehmerin und Beraterin. Seit fast 10 Jahren leitet sie die kaufmännischen Geschicke des familiengeführten Bauunternehmens. Als engagierte Dipl.-Betriebswirtin und Kommunikationstrainerin schlägt ihr Herz für die drei wichtigen Betriebssäulen KLR: Kommunikation (intern wie extern), Liquidität und Rentabilität. Sie führt, treibt an, hinterfragt und setzt sofort um – alles unkompliziert, zielstrebig und ergebniswirksam. Mit anderen Worten ausgedrückt: Die heutige Herausforderung besteht darin, das Unternehmen und sich selbst klug zu managen.

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Querdenker

Querdenken ist mehr als Denken

Dan Ariely hat ein Buch mit dem Titel geschrieben: „Denken hilft, nützt aber nichts“. So könnte man das Querdenken auch beschreiben. Querdenken ist mehr als nur das hundsgewöhnliche Anstrengen seines Hirnapparates. Querdenken ist auch mehr als nur das Erfassen aller möglicher Zusammenhänge oder Eventualitäten. Querdenken sprengt die landläufige Meinung und verlässt die gewöhnlichen Pfade. Querdenken öffnet neue Wege. Und manchmal werden diese Querdenker, die verrückte Ideen ausspinnen, schief angeschaut: „Welch ein Unsinn!“ werden sie kritisiert, gar angegriffen. Sicher mag die Idee völlig verrückt und abgehoben sein. Aber genau das macht Querdenker so einzigartig: Ihre Idee ist aussergewöhnlich, abgehoben, eben völlig anders als das normal „Übliche“.

Querdenken ist ein Perspektivenwechsel oder ein 360 °-Blick. Ein Blick über den Tellerrand. Ein „um-die-Ecke-schauen“, als würde man etwas Unsichtbares hinter der Tür hervorholen. Querdenken ist ein Hinterfragen des Status quo. Altes wird auf den Prüfstand gestellt. Mit dem 360 °-Blick werden neue Verbindungen geschaffen.

Querdenken ist unbequem und braucht Mut

Ja, Querdenken ist ein anstrengender Prozess, der sehr viel Hirn und Kopfzerbrechen fordert. Zu diesem Hirnkraftakt kommt, dass der Querdenker von seiner Umwelt ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Er wird belächelt und nicht ernst genommen. Seine Ideen werden manchmal in Nullkommanichts zerrissen. Sein mühsamer Querdenkprozess, der sich über Monate hinzog, hält keine Minute vor seinem Publikum stand.

Aus diesem Grunde ist eine Portion Mut und Standvermögen nötig, damit Querdenker ihre Ideen vortragen und auch umsetzen. Ein Querdenker darf sich von seiner Umwelt nicht beirren und abhalten lassen. Ein wahrer Querdenker bewahrt Grösse und beharrt auf seinen Ideen bis sie ankommen. Und was lange währt, wird irgendwann belohnt.

Denken Sie nur an das iPhone, das anfänglich in den Medien zerschossen wurde. Heute ist das Smartphone ein Arbeitsmittel, das die Welt nicht mehr missen möchte. Apple hat sich gegen die anfänglichen Gegner und Neider durchgesetzt und einen langen Atem bewiesen.

Wege und Tipps zum Querdenken

1. Seien Sie originell

Der Duden beschreibt originell als „aussergewöhnlich“, „einzigartig“, „unvergleichlich“, „erstklassig“ und „einsame Spitze“. Der Erste, der den Mond bestieg, blieb in den Köpfen der Menschheit. Von dem Zweiten und Dritten weiss keiner etwas. Deshalb: Erobern Sie sich einen Logenplatz in die Köpfe Ihrer Kunden.

Cirque du Soleil beispielsweise hat die Zirkuswelt revolutioniert. Der Vordenker Guy Laliberté hat das ursprüngliche Zirkuskonzept völlig auf den Kopf gestellt. Keine Tiere mehr, kein Zirkusorchester. Alles, was noch mit Zirkus zu tun hat, ist die Manege. Seine Erlebnisshow basiert auf einer Geschichte, die nur von Artisten vorgetragen wird.

Ein weiteres Beispiel für einen originellen Weg ist der Unternehmer Klaus Kobjoll, Inhaber des Schindlerhofs in Nürnberg. Er hat sich aus der Preisschlacht mit ausserordentlich vielen witzigen Serviceideen verabschiedet. So wird jeder Kunde in einer Datenbank registriert. Wenn er das nächste Mal kommt, wird er mit einer individuellen Serviceidee überrascht. Kobjoll weiss, wie er seine Kunden dienen muss, damit sie sich in seinem Hotel rundum wohl fühlen.

2. Sprengen Sie die konventionellen Grenzen und werden Sie zum Regelbrecher

Tagein tagaus bewegen wir uns alle in einem Komfortfeld, das aus purer Gewohnheit und Routine besteht. „Wenn Du tust, was Du immer getan hast, wirst Du bekommen, was Du immer bekommen hast“, lautet ein berühmtes Zitat von Abraham Lincoln oder anders ausgedrückt „Wenn Du denkst, wie Du immer gedacht hast, wirst Du tun, was Du immer getan hast.“

Um Neues zu erfahren, müssen Sie aus der Komfortzone, aus der toten Mitte herausbrechen und sich einem neuen Raum, einem neuen Horizont öffnen.

In stagnierenden Märkte sind es stagnierende Manager, die sich keine Gedanken machen, wie sie den gesättigten Märkten begegnen können. Meist begegnen sie dem Umsatzeinbruch mit langweiligen Preisnachlässen. „Wer nichts weiss, geht über den Preis“, heisst es im Volksmund. Eigentlich logisch bezwingend: Wenn die Märkte gesättigt sind, muss ein neuer her. Erfinden Sie einen Markt und wagen Sie etwas Neues: ein einzigartiges Preismodell, einen berauschenden Service oder ein neues Produkt bzw. Dienstleistung.

Seien Sie aktiv statt passiv: Warten Sie nicht darauf bis Ihre Kunden reagieren, schlimmstenfalls mit einer Abwanderung. Nehmen Sie Ihre Kunden mit ins Boot. Clevere Unternehmer nutzen die Kundenkraft über Kundenworkshops. Sie fragen ihre Kunden, was sie brauchen, was ihnen wichtig ist. Trauen Sie sich und gehen Sie andere Wege als Ihre Wettbewerber.

3. Fühlen ist klüger als Denken

In vielen Vorstandsetagen wird geplant, geplant und geplant. Gedacht, gedacht und gedacht. Bereits Bernhard Shaw hat es auf den Punkt gebracht „Es ist manchmal besser überhaupt nicht zu denken, als intensiv und falsch zu denken.“ Manchmal hilft das Denken wahrlich nicht. Was hilft: Beobachten, Wahrnehmen und mit dem Herzen fühlen.

Wer den engsten Wettbewerber in seinem Umfeld analysiert und beobachtet, bleibt in seinen Geschäftsmöglichkeiten begrenzt und blind, weil dieser ja ähnlich konventionell vorgeht. Wenn Sie Ihren Wettbewerber kopieren, ist das total langweilig und unspektakulär. Treten Sie aus dem regionalen Umfeld heraus und beobachten Sie stattdessen andere Branchen und andere Märkte. Spüren Sie, wo das Gras wächst und verharren Sie nicht in monatelangen Denkprozessen.

4. Bereichern Sie sich durch inspirierende Kräfte

Treten Sie in einen Querdenkerclub bei Xing beispielsweise ein, lesen Sie viel und quer und umgeben Sie sich mit Beratern, die Ihnen nicht nach dem Mund reden.

Ich habe mich dieses Jahr mit unserem Unternehmen für ein Forschungsprojekt beworben. Dieses Forschungsprojekt für kleine und mittelständische Unternehmen diente der Entwicklung eines Service-Kompasses. In einem spannenden Austausch mit Wissenschaftlern, Beratern aus der freien Wirtschaft setzten wir mehrere unterschiedlichen Brillen und Perspektiven auf, um zu einer neuen Strategieausrichtung unseres Unternehmens zu stossen. Ein gelungener Querdenk-Prozess, unterstützt und moderiert von Aussen.

Fazit

Querdenken ist für ein Unternehmen wichtig, um sich immer wieder neu zu definieren, neue Wertschöpfungsstrategien zu entwickeln, weil die Zeit nicht stehen bleibt. Bleiben Sie veränderungswillig und entwickeln Sie eine Leidenschaft für neue Ideen. Fordern und fördern Sie das Querdenken in Ihrem Unternehmen, schaffen Sie kleine Inseln, um dem Querdenken Raum zu geben. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter ruhig einen Kaffeeklatsch halten, denn dort werden manchmal die verrücktesten Ideen geboren.

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