25.08.2020

Blockaden: Mit der Pfeil-Abwärts-Strategie negative Gedanken aufdecken

Sensibilisieren Sie sich für Ihre negativen Gedanken. Decken Sie blockierende Glaubenssätze auf. 3 Fragen unterstützen Sie bei diesem Prozess.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

Blockaden

Sich selbst ungewollt im Weg stehen

Jeden Tag bewerten Sie das Geschehen. Auch Ihr eigenes Tun: Das ist gut. Das ist schlecht. Schon wieder habe ich einen Fehler gemacht. Marie kontert immer so souverän jede Killerphrase. Diese neuen Vorgaben sind unmöglich zu schaffen.

Solche blitzschnellen, manches Mal gar automatischen Beurteilungen helfen Ihnen, sich in der Welt zurechtzufinden. Indem Sie die Ereignisse filtern, erhöhen Sie Ihren Handlungsspielraum. Denn dank Ihrer Einschätzung richten Sie Ihr Tun aus. Ein grosser Vorteil.

Allerdings, Sie ahnen es, kann sich der Vorteil auch zu einem Nachteil wandeln. Genau dann, wenn Ihre Beurteilungen ein negatives Selbstbild generieren. Leider geschieht dies oft genug. Und mit jedem negativen Gedanken errichten Sie innere Blockaden, die Sie daran hindern Ihr Potenzial auszuschöpfen und freizusetzen. Schade. Wirklich schade.

Den Weg für sich selbst frei machen

Das Gute ist: Solche inneren Blockaden lassen sich auflösen. Dafür heisst es, Ihre negativen Gedanken aufzudecken. Denn viele Ihrer negativen Gedanken spiegeln auch negative Glaubenssätze – also Grundüberzeugungen – wider, mit denen Sie sich selbst sabotieren. Glaubenssätze wie beispielsweise

  • „Ich bin nicht liebenswert.“
  • „Andere sind kompetenter als ich.“
  • „Ich bin zu schüchtern.“
  • „Mit mir kann man es machen.“
  • „Ich bin einfach zu blöd.“

Nehmen Sie solche negativen Gedanken endlich wahr. Decken Sie sie auf. Um dann den Weg für sich selbst freizumachen, indem Sie eine alternative Grundüberzeugungen etablieren.

Negative Glaubenssätze aufdecken mit der Pfeil-Abwärts-Strategie

Reservieren Sie sich einmal am Tag oder einmal in der Woche ein wenig Zeit. Nutzen Sie diese Zeit, um Situationen zu betrachten, die in Ihnen (sehr) starke Gefühle auslösten. Oft sind solche intensiven Gefühle gekoppelt an innere blockierende Glaubenssätze. Manches Mal werden Sie den gleichen negativen Gedanken entdecken. Manches Mal aber auch andere. Deshalb lohnt es sich, die Pfeil-Abwärts-Strategie regelmässig durchzuführen.

Schritt 1: Fokussieren Sie eine Situation mit intensiven Gefühlen

Rufen Sie sich eine aktuelle oder eine nicht allzu lange zurückliegende Situation in Erinnerung. Eine Situation, die bei Ihnen intensive Gefühle ausgelöst hat. Vielleicht ein starkes Gefühl wie Wut. Oder Scham. Oder Frust. Oder Unsicherheit und Selbstzweifel.

Versetzen Sie sich kurz in diese Situation. Erleben Sie sie trotz zeitlichem Abstand erneut. Beschreiben Sie für sich die Situation. Fassen Sie Ihr Erleben und Gedanken knapp für sich zusammen.

Die Pfeil-Abwärts-Strategie

Situation fokussieren und das Erleben benennen

Im Meeting haben wir neue Sollvorgaben für den Verkauf erhalten. Gernot prahlt sofort „Ach, die Vorgaben habe ich ja bereits jetzt erfüllt.“

Mein Erleben: Ich fühle mich ganz klein. Alle, ganz besonders Gernot, werden die Vorgaben erfüllen, nur ich wieder nicht.

Schritt 2: Stellen Sie sich dreimal die gleiche Frage

Hinterfragen Sie jetzt mit Ihr Erleben. Mit Hilfe einer einzigen Frage, die Sie sich dreimal stellen, entdecken Sie Ihre negativen Gedanken und Glaubenssätze. Die entscheidende Frage lautet: Wenn das stimmt, was sagt das über mich aus?

Antworten Sie auf diese Frage jedes Mal ganz spontan. Werten Sie keine Ihrer Antworten. Nehmen Sie Ihre Antwort einfach wahr und an.

Die Pfeil-Abwärts-Strategie

Situation fokussieren und das Erleben benennen

Im Meeting haben wir neue Sollvorgaben für den Verkauf erhalten. Gernot prahlt sofort „Ach, die Vorgaben habe ich ja bereits jetzt erfüllt.“

Mein Erleben: Ich fühle mich ganz klein. Alle, ganz besonders Gernot, werden die Vorgaben erfüllen, nur ich wieder nicht.

Mit der entscheidenden Frage das eigene Erleben hinterfragen

Wenn das stimmt, was sagt dies über mich aus?

 

Ich überzeuge keinen.

Wenn das stimmt, was sagt dies über mich aus?

 

Mir fehlen die Worte und die Argumente.

Wenn das stimmt, was sagt dies über mich aus?

Ich tauge nichts als Verkäufer, bin inkompetent.

Schritt 3: Positive Grundüberzeugung fokussieren

Sie haben eine oder mehrere negative Glaubenssätze aufgedeckt. Gratulation! Lassen Sie diese negative Grundüberzeugung einfach so stehen. Wagen Sie jetzt den Schritt zu einer positiveren Einstellung. Identifizieren Sie eine positivere Grundüberzeugung. Benennen Sie eine Alternative.

Die Pfeil-Abwärts-Strategie

Situation fokussieren und das Erleben benennen

Im Meeting haben wir neue Sollvorgaben für den Verkauf erhalten. Gernot prahlt sofort „Ach, die Vorgaben habe ich ja bereits jetzt erfüllt.“

Mein Erleben: Ich fühle mich ganz klein. Alle, ganz besonders Gernot, werden die Vorgaben erfüllen, nur ich wieder nicht.

Mit der entscheidenden Frage das eigene Erleben hinterfragen

Wenn das stimmt, was sagt dies über mich aus?

 

Ich überzeuge keinen.

Wenn das stimmt, was sagt dies über mich aus?

 

Mir fehlen die Worte und die Argumente.

Wenn das stimmt, was sagt dies über mich aus?

 

Ich tauge nichts als Verkäufer, bin inkompetent.

Positivere Grundeinstellungen benennen

Ich überzeuge die Kunden von unserem Produkt.

Ich bin wortgewandt.

Ich kenne und nenne für den Kunden stimmige Argumente.

Ich bin kompetent.

Ich bin ein guter Verkäufer.

Schritt 4: Situationen anders bewerten lernen

Sie filtern ständig die Ereignisse. Bisher nutzten Sie dafür bevorzugt den Filter, der durch Ihre negativen Glaubenssätze geprägt wurde, d.h.

  • Sie nahmen immer wieder Details wahr, die diesen negativen Glaubenssatz bestätigten.
  • andere Erfahrungen wurden meist verzerrt registriert – beispielsweise „Der Kunde war aber auch sehr leichtgläubig. Kein Wunder, dass ich ihm so viel andrehen konnte.“
  • positive Details, die eine andere Weltsicht aufzeigten, bleiben nicht im Gedächtnis haften.

Jetzt haben Sie jedoch eine mentale Änderung eingeleitet. Sie haben für sich positivere Grundüberzeugungen formuliert. Rufen Sie sich deshalb einfach einmal aktuelle oder zurückliegende Situationen ins Gedächtnis. Betrachten Sie die jeweilige Situation unter diesem positiven Glaubenssatz. Fragen Sie sich:

  • Was bestätigt die positive Grundeinstellung?
  • Welches Detail nehmen Sie wahr, dass den positiven Glaubenssatz untermauert?
  • Wie haben Sie entsprechend Ihrem positiven Glaubenssatz gehandelt?
  • Welche Beweise finden Sie dafür?

Schritt 5: Flexibel aktuelle und zukünftige Situationen bewerten

Dank Ihrer neuen Grundüberzeugungen können Sie zukünftig Ihre alten, blockierenden Glaubenssätze überprüfen. Sie haben für sich neue Optionen der Interpretationen geschaffen. Am Anfang werden Sie zweifelsfrei müheloser Beweise für Ihre negativen Gedanken finden. Akzeptieren Sie dies. Denn dies ist völlig normal.

Üben und trainieren Sie jedoch, stets auch Beweise für Ihre neuen positiven Glaubenssätze zu entdecken. Richten Sie Ihren Blick in der Situation entsprechend aus. Erhöhen Sie so wieder und immer wieder Ihre Wahlfreiheit. Denn Sie haben Sie Wahl, wie Sie ein Ereignis bewerten dürfen. Reduzieren Sie auf diese Weise nach und nach Ihre inneren Blockaden. Setzen Sie Ihr Potenzial frei. 

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