13.11.2018

Burn-out Prävention: Kommunikationstraining als Prävention gegen Burn-out

Hohe Ansprüche an sich selbst und die daraus entstehende Unfähigkeit, die eigene Überforderung zu erkennen, sind Kernpunkte bei einem entstehenden Burn-out. Ein Kommunikationstraining als Präventionsmassnahme kann Wunder wirken.

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Keine Work-Life-Balance

Burn-out wird in der Regel mit einer aus dem Gleichgewicht geratenen Work-Life-Balance in Verbindung gebracht. Das ist die Unfähigkeit, die eigenen körperlichen Grenzen wahrzunehmen und sich etwas zu gönnen. Ganz selten nur hat es mit der Fähigkeit zu tun, effizient zu kommunizieren und Überforderungen im Moment anzusprechen.

 

Zielsetzungen hinterfragen

Fachleute sind sich einig, dass ein erster Schritt zur Burn-out-Prävention beinhaltet, eigene Zielsetzungen zu hinterfragen und anzupassen. Meist haben die Betroffenen jedoch sehr hohe Ansprüche an die eigene Leistung. Der Druck, sich zu beweisen, ist enorm gross. Der Wunsch nach Anerkennung ist so stark, dass sie sich nicht vorstellen können, ihre Ziele ernsthaft zu hinterfragen. Sie wissen vor allem nicht, wie sie das bewerkstelligen sollten, da die eigenen Ansprüche die Messlatte sind, an der gemessen wird. Familie, Freunde oder nahe stehende Personen am Arbeitsplatz finden deshalb nur in wenigen Fällen Gehör, wenn sie darauf hinweisen, dass hier Raubbau betrieben wird und die Grenze sichtbar überschritten ist.

Weshalb also sollte hier ein Kommunikationstraining helfen? Es gibt Persönlichkeitsmerkmale von Burn-out-gefährdeten Personen, die mit Kommunikation zu tun haben:

  • Sie tun gerne alles selbst und kommunizieren, es sei einfach.
    Sie sind der Meinung, dass sie die Arbeit am besten erledigen.
  • Sie sprechen nicht davon, wenn sie überfordert sind.
    Sie nehmen in dieser Situation an, dass nicht die Arbeit zu viel ist, sondern sie selbst schlecht arbeiten.
  • Sie lassen sich nicht helfen und bitten nicht um Hilfe.
    Es beschämt sie, dass sie es selbst nicht geschafft haben.
  • Sie nehmen keine Wertschätzung an.
    Sie schätzen sich selbst nicht und können sich deshalb nicht vorstellen, von der Umwelt geschätzt zu werden.

Das Getriebensein hat also damit zu tun, dass die gefährdeten Personen nicht über ihre Situation sprechen können, weil sie sich dann schwach und beschämt fühlen. Das hindert sie daran, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren. Sie treiben sich weiter, komme was wolle, und nehmen an, dass ihre Energie grenzenlos sei. Sie würden dringend Wertschätzung für Ihren Arbeitseinsatz brauchen, erhalten sie jedoch selten in dem Mass, von dem sie annehmen, Anspruch darauf zu haben. Das treibt sie weiter, da sie sich diese besondere Wertschätzung unbedingt erarbeiten wollen.

Kommunikationstraining

Ein Kommunikationstraining fördert die Betroffenen in eine Richtung, die sie nicht gewohnt sind: zur Wahrnehmung ihrer Kommunikationsmuster. Man könnte auch sagen zur Wahrnehmung ihrer verhinderten Kommunikation und der Gründe dafür.

Ein Kommunikationstraining fördert sie darin,

  • eigene Bedürfnisse zu erkennen und zu lernen, dass diese berechtigt sind.
  • in einem zweiten Schritt, den Mut aufzubringen, diese Bedürfnisse auszusprechen ohne sich beschämt zu fühlen.
  • eine Überforderung wahrzunehmen und so anzusprechen, dass sie sich dabei nicht selbst abwerten.
  • eine Bitte um Hilfe auszusprechen und zu lernen, Hilfe anzunehmen, wenn es nötig ist.
  • Wertschätzung als solche zu erkennen und anzunehmen.

Durch diese Punkte kann die betreffende Person eher beiläufig die wesentlichen Persönlichkeitsaspekte beleuchten, die zu den erschöpfenden Handlungsmustern führen, denn der Fokus liegt auf der Kommunikation und dem eigenen Gesprächsverhalten.

Es spielt keine Rolle, ob ein Kommunikationstraining in einem Einzelcoaching stattfindet oder in einer Gruppe, zum Beispiel in einem öffentlichen Seminar. Wichtig ist, dass die betroffene Person sich an dem Ort, an dem sie sich diese Kenntnisse aneignet, wohl fühlt. Sie soll soweit Vertrauen fassen, dass sie realisiert, was sie lernt und was ihr zugutekommt.

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