30.01.2017

Emotionale Intelligenz: Ein Soft Skill bringt harte Resultate

Leute mit durchschnittlichem IQ übertreffen die Leistungen von Menschen mit den höchsten IQs in 70% der Fälle. Diese Anomalie wackelte gehörig an der Annahme, Intelligenz sei DIE Quelle für Erfolg. Heute wissen wir, dass die emotionale Intelligenz den Spreu vom Weizen trennt. Dabei geht’s nicht darum, Bäume zu umarmen; vielmehr beeinflusst diese Art von Klugheit, wie wir unser Verhalten steuern, wie wir komplexe Situationen handhaben und wie wir Entscheidungen treffen, die gute Resultaten bringen.

Von: Sophie Everett   Drucken Teilen   Kommentieren  

Sophie Everett

Sophie Everett ist zertifizierte PR-Fachfrau SPRI und hat einen Master in Medien- und Kommunikationswissenschaften der Universität Fribourg. Sie führt ihr eigenes PR-Büro in Thun und betreut KMU, Startups und Verbände in sämtlichen Belangen der internen und externen Kommunikation.

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Emotionale Intelligenz

Skillset

Manche Leute verstehen sich ganz besonders gut mit anderen, reagieren bedacht und sorgfältig, sogar in aufreibenden Situationen. Diese Menschen sind ausgeglichen, handeln mit Integrität, kennen ihre Grenzen und können andere gut einschätzen. All diese Fähigkeiten stammen von einem Skillset namens «emotionale Intelligenz».

Mitte der 90er Jahre war der Begriff erstmals in aller Munde, als der Psychologe Daniel Goleman seinen Bestseller «EQ. Emotionale Intelligenz» veröffentlichte. Goleman betonte in seinem Werk, wie wichtig Faktoren wie Selbstwahrnehmung, Selbstdisziplin und Mitgefühl für privaten und beruflichen Erfolg seien.

Was ist emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle

  • wahrzunehmen,
  • zu verstehen und
  • zu beeinflussen.

Gemäss Goleman sind fünf Elemente charakteristisch für emotionale Intelligenz:

  1. Selbsterkenntnis: Menschen mit einem hohen EQ nehmen ihre Gefühle meist sehr bewusst wahr, können ihre Emotionen benennen und wissen, was sie verursacht hat. Solche Leute sind gewillt, sich selbst kritisch und ehrlich zu betrachten, sie kennen ihre Schwächen und arbeiten gezielt daran. Gleichzeitig verlassen sie sich im richtigen Moment auf ihr Bauchgefühl.
  2. Selbstregulation: Emotional intelligente Personen können ihre Gefühlswelt aktiv regulieren und lassen sich nicht von ihren Emotionen überwältigen. Impulsive Handlungen oder Entscheidungen werden dadurch vermieden.
  3. Selbstmotivation: Emotionale Intelligenz führt zu erhöhter Motivation und zur Bereitschaft, im Sinne eines längerfristigen Ziels auf unmittelbare Belohnung zu verzichten. Konzentriertes und diszipliniertes Arbeiten wird dadurch eher möglich.
  4. Empathie ist die Fähigkeit, die meist nonverbal ausgedrückten Gefühle unserer Mitmenschen wahrzunehmen und korrekt zu interpretieren. Wer dies besonders gut kann, führt erfolgreiche Beziehungen und ist als guter Zuhörer bekannt. Dabei gilt: Je offener jemand für eigene Gefühle ist, desto fähiger ist er, die Gefühle anderer korrekt zu interpretieren.
  5. Soziale Kompetenz: Wie gut kann jemand mit den Gefühlen anderer umgehen? In welcher Situation ist welches Verhalten angebracht und wie drückt man seine Gefühle auf sozial verträgliche und für andere verständliche Weise aus? All diese Teilfähigkeiten gehören zur sozialen Kompetenz.

EQ und beruflicher Erfolg

Schauen wir uns einige Bereiche des Berufslebens an, in denen uns emotionale Intelligenz zu Gute kommt:

  • Kundenservice: Wenn wir das Verhalten unserer Kunden korrekt deuten können, sind wir fähig, adäquat zu reagieren und Verkaufsargumente, die Distanz oder den Einsatz von Humor entsprechend anzupassen. Wir können versteckte Botschaften decodieren und unterschwellige Ängste oder Bedürfnisse direkt aufgreifen.
  • Mitarbeiterführung: Emotional intelligente Führungspersonen merken, wenn ein Teammitglied beispielsweise unmotiviert oder überfordert ist. Sie können gezielt nachfragen und konkrete Hilfestellungen anbieten. Zudem können solche Leader Konflikte mit Fingerspitzengefühl lösen und unterschiedliche Persönlichkeiten geschickt handhaben. Weiter sind Führungsleute mit hohem Intelligenzquotienten fähig, ihre Gefühle, Erwartungen und wünsche klar, überzeugend und verständlich zu kommunizieren.
  • Teamarbeit: Wer emotional etwas auf dem Kasten hat, übt im richtigen Moment Zurückhaltung, hält sein Ego in Schach und kann andere zur Geltung kommen lassen. Er oder sie handelt im Sinne der Gruppe und der Sache, behält das gemeinsame Ziel im Visier und ist offen für neue Ideen und Informationen.
  • Verhandlungsgeschick: Um jemanden beeinflussen und überzeugen zu können, müssen Taktiken angewendet werden, die emotionale Intelligenz voraussetzen: Jemand muss selbstbewusst auftreten, Impulskontrolle üben und bei Uneinigkeiten und Disharmonie stabil bleiben. Ebenfalls sollte ein guter Verhandlungspartner seine eigenen Stärken und Schwächen kennen sowie die Grenzen des Verhandlungsspielraums spüren.

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