17.05.2016

Energie-Management: Was Intro- und Extrovertierte zur Regeneration brauchen

Wir leben in anstrengenden Zeiten. Burnout scheint überall zu lauern, Firmen machen die Mitarbeitergesundheit zum Thema und entwickeln Strategien – vom Email-Verbot am Abend bis hin zur Fitness am Arbeitsplatz. Doch nicht für jeden wirken Zumba-Kurse und Online-Abstinenz entspannend. Hirnforschung und Psychologie bestätigen: Energie-Management ist dann am besten und effektivsten, wenn es zur Persönlichkeit passt. Und das wiederum ist viel leichter umsetzbar, als es aussieht!

Von: Sylvia Löhken   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dr. Sylvia Löhken

Dr. Sylvia Löhken ist Expertin für persönlichkeitsbasierte Kommunikation. In ihren Vorträgen, Coachings und Workshops zeigt sie, welche Stärken verschiedene Persönlichkeitstypen bei der Verwirklichung ihrer beruflichen und privaten Ziele nutzen können. Sie versteht es dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse und komplexes Know-how in einfache Worte und gut umsetzbare Strategien zu übersetzen. Mit ihrer Erfahrung als Wissenschaftlerin und als Managerin in einer grossen internationalen Organisation kennt sie wichtige Arbeitsumfelder ihrer Kunden aus eigener Erfahrung: Politik und Verwaltung, Lehre und Forschung, Management und Beratung sowie japanische, amerikanische und deutsche Kommunikation.

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Energie-Management

Mit der eigenen Energie haushalten:

Menschen, die gern und dauerhaft etwas leisten, können das. Um ein gutes Energie-Management zu planen, lohnt dabei ein Blick auf den täglichen Stress.

 

Stress ist nicht immer böse  

Stress ist wichtig, denn er sorgt dafür, dass wir morgens aufstehen, uns in die Arbeit stürzen und in einigen Monaten den nächsten Karriereschritt umsetzen.  

Rein physisch gehört Stress zu unserem vegetativen Nervensystem. Dieses körpereigene Betriebssystem besteht aus zwei voneinander unabhängigen Nervensträngen, die sich vom Gehirn aus in den ganzen Körper verzweigen. Die Namen: Sympathikus und Parasympathikus. Für den Stress ist der Sympathikus zuständig. Er mixt einen Hormoncocktail, der Hirn und Muskeln ordentlich in Schwung bringt. Ein Leben ohne diesen Impuls wäre antriebslos und passiv. Das Zeichen eines guten Lebens ist also nicht die Stressvermeidung, sondern die richtige Dosis und die richtige Art von Stress. Konkreter: Wir brauchen Stress, der nicht zu lange dauert und den wir selbst in den Griff bekommen können. Gefährlich wird es erst dann, wenn wir uns hilflos ausgeliefert fühlen – dem cholerischen Vorstandsvorsitzenden und dem Teamkonflikt im Büro oder auch dem anstrengenden Teenager zu Hause. Völlig erschöpfen kann uns die Situation, wenn wir starkem Stress ausgesetzt sind: dem Gespräch mit austickendem Vorgesetzten, der fruchtlosen, aber hochemotionalen Teambesprechung oder der Diskussion mit dem Teenager, knallende Türen inklusive – und im Anschluss keine Erholung finden, wenn also Anspannung und Entspannung sich nicht abwechseln, sondern die Anspannung dominiert.  

Entspannung bringt der Parasympathikus. Er bringt Regeneration und für neue Energie. Dazu muss sich der Sympathikus zurückziehen. Dann lassen sich die Kraftreserven für das nächste Gespräch mit dem Chef und dem schwierigen Team herstellen. So kann man die Teenager-Tochter ertragen, anstatt sie endgültig in gute Hände abzugeben. Auch die besten Impulse für die Karriereplanung kommen – das ist bewiesen – in der Entspannung.  

Wie aber tun wir das in Zeiten, in denen eng getaktetes Tun zählt und in denen der Sympathikus zum Alleinherrscher zu werden droht? Die Antwort liegt in einem artgerechten Energie-Management.

Artgerechtes Energie-Management  

Genau in diesem Punkt wird der Unterschied zwischen Intro- und Extrovertierten wesentlich, der so wichtig ist wie der Unterschied zwischen Mann und Frau. Intros und Extros unterscheiden sich dabei physisch vor allem in einem Bereich: zwischen den Ohren.  

Der "andere kleine Unterschied"  

Ihren Entspannungsmodus finden Sie, wenn Sie Ihre persönliche Ausstattung kennen. Intros und Extros unterscheiden sich vor allem in zwei Bereichen.

Intros:

  • sind von vielen Eindrücken leicht überwältigt und mögen deshalb Überschaubares und Kalkulierbares. Grund: hohe Aktivität im Bereich des bewussten Denkens begrenzt die Verarbeitung von Sinneseindrücken.
  • schätzen Sicherheit. Grund: stärkeres Angstzentrum im Gehirn.

Extros:

  • mögen viele unterschiedliche Eindrücke und deshalb auch den Wechsel zwischen verschiedenen Informationen und Medien. Grund: viele Andockstellen für Sinneseindrücke im Gehirn 
  • schätzen Belohnungen und Reizvolles. Grund: stärkeres Belohnungszentrum im Gehirn

Diese Unterschiede können durchaus in einem einzigen Menschen liegen: Wir sind alle Mischungen zwischen intro- und extrovertierten Eigenschaften, meist mit einem mindestens leichten Übergewicht zu einer Seite.   Wo sind Sie selbst angesiedelt? Die Antwort hat eine wichtige Bedeutung für die Art und Weise, in der Sie Ihre Batterien aufladen. Mit dem Test unter http://www.intros-extros.com/online-test/ finden Sie sie.

Intro- und Extro-Erholung  

Als Intro helfen Ihnen beim Entspannen und Aufladen andere Massnahmen als den Extros. Deshalb helfen pauschale Entspannungsrezepte wenig. Für einen Extro mag eine Feier nach der Arbeit entspannend wirken – für eine Intro blockiert sie durch die Überstimulation den Parasympathikus. Sie brauchen also Ihre eigene Strategie, um den Parasympathikus in den Entspannungsmodus zu locken.

Intro-Erholung:

  • Ruhe ist wichtig: niedrige Lärmpegel, womöglich Alleinsein und auch ein echtes physisches Ausruhen.
  • Geborgenheit, Rituale und Struktur geben Sicherheit – optimale Voraussetzungen für Erholung und Kreativität.

Extro-Erholung:

  • Grundstimulation ist wichtig. Es darf gern aktiver zugehen – mit einer Entspannung, bei der es auch etwas zu tun gibt.
  • Auch in der Erholung sind Reizvolles und Abwechslung gefragt – z.B. Wettbewerbe.

Jetzt wissen Sie, warum es mehr Intros gibt, die Meditation mögen, und mehr Extros, die ihren Stammtisch lieben. Auch im Beruf zeigt sich der Unterschied: Für Intros ist es an einem vollen Tag anstrengend, mit dem ganzen Team gemeinsam zu Mittag zu essen. Für Extros ist der gleiche Ablauf eine Kraftquelle.  

Die folgende Auflistung zeigt Ihnen Intro- und Extro-Entspannungswege. Was gefällt Ihnen spontan? Unser Unterbewusstes zeigt uns, was uns gut tut. Da wir ja alle Intro- und Extro-Eigenschaften haben, kann es sein, dass Sie auch in beiden Aufzählungen etwas für sich finden!

Intros:

  • Suchen Sie zum Erholen stimulationsarme Situationen, um die Eindrücke aus der Aussenwelt in Ruhe zu verarbeiten, ohne Musik, Radio und TV. Gut sind Bewegungen, die Sie ohne Nachdenken über eine längere Zeit oder langsam durchführen. Oder einfach: gar nichts tun!
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie sich sicher und geborgen fühlen. Besonders hilfreich ist es, bestimmte Rituale zu pflegen.
  • Beispiele: Schlafen, Meditation, Hatha-Yoga, Wandern, Jogging, Tai-chi, Pilates, Kraftübungen allein

Extros:

  • Versorgen Sie Ihr Hirn auch in der Erholungsphase mit Eindrücken aus der Aussenwelt – Sie fühlen sich so lebendig. Das sind z.B. Aktivitäten mit netten Menschen oder mit Abwechslung, Aktionen in Teams aktiv sind oder mit Musik.
  • Gönnen Sie sich kleine reizvolle Abschnitte spassbesetzter Aktivität: Fussball mit Freunden, Wettkämpfe...
  • Beispiele: Bewegungsmeditation, Kundalini-Yoga, Teamsportarten, Fitness-Kurse

Finden Sie heraus, was für Sie besonders gut passt. Und dann leben Sie Ihr ganz eigenes Energie-Management!

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