06.06.2017

Glaubenssatz: Von Erfolgsblockaden zum Erfolgsturbo

Glaubenssätze sind verwurzelte Überzeugungen, erkennbar in Sätzen, die wir häufig im Dialog mit uns selbst anwenden. Es gibt unterstützende, positive wie auch negative, einschränkende Glaubenssätze. Die Schwierigkeit ist, dass sie uns oft nicht bewusst, aber trotzdem sehr machtvoll sind.

Von: Rolf Rado, Sue Rado   Drucken Teilen   Kommentieren  

Rolf Rado

Viele Jahre tätig als Manager von diversen Klein- und Mittelunternehmen (KMU), bis zu Grosskonzernen, heute Mitinhaber der Firma Axios. Er ist Berater, Trainer, Coach.

Sue Rado

Sue Rado, eidg. dipl. Ausbildungsleiterin, ist Betriebsausbilderin und Performance Improvement Coach. Sie verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz aus verschiedenen Funktionen (Einkäuferin, Key Account Manager, Projektleiterin, Stv. Geschäftsleiterin, Schulungsleiterin) und ist Dozentin im Bereich Bildungs-Controlling. Als Selbstständige betreut sie viele unterschiedliche Firmen aus verschiedenen Branchen (Einführung/Umsetzung Personalentwicklung, Veränderungsprojekte, Kundenservice-Optimierungen) und gibt diverse Trainings im Bereich Führung, Verkauf/Kundendienst und Teamentwicklungen. Ihre praxisnahen Trainings sind bekannt für hohe TeilnehmerInnen-Aktivität, den Einbezug aktueller Beispiele von den Teilnehmenden und die Abgabe vieler zusätzlicher, zeitsparender Hilfsmittel für den Alltag (Checklisten, Vorlagen).

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Einschränkende Glaubenssätze

Einschränkende Glaubenssätze hindern uns an der Erfüllung unserer Wünsche und Ziele:

  • Ich werde nur geliebt, wenn ich Leistung bringe.
  • Das schaffe ich nie.
  • Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Reiche gehen über Leichen.
  • Geld verdirbt den Charakter.
  • Ohne Fleiss kein Preis.
  • Ich darf nicht erfolgreich sein/ich bin nicht erfolgreich, wegen ...
  • Ich kann mir keine Namen merken.
  • Die neuen Medien sind etwas für Junge, das lerne ich nie mehr.
  • Das werde ich nie lernen.
  • Ich war schon immer schlecht in...
  • Ich brauche eine Beziehung, um glücklich zu sein.
  • Wenn ich nur mehr Zeit hätte ...
  • Wenn ich nur andere Eltern gehabt hätte ...
  • Wer hoch hinaus will, fällt tief.
  • Ich werde nie mehr als X verdienen.
  • Wegen meiner mageren Ausbildung ...
  • Geld ist nicht alles.
  • Man muss mit dem zufrieden sein, was man hat.
  • Übergewicht/Krankheit liegt in unserer Familie.

Wie Glaubenssäzte entstehen

Glaubenssätze entstehen,

  • indem wir in der Kindheit die Glaubenssätze von wichtigen Bezugspersonen, hauptsächlich den Eltern, aber auch von Lehrern, Geschwistern oder anderen für uns wichtigen Personen übernehmen.
  • aus unseren eigenen Erfahrungen: Wir erleben bestimmte Dinge wiederholt (nur wenn ich anderen helfe, wird mir geholfen) oder sehr intensiv (gebissen werden von einem Hund in der Kindheit = Hunde sind gefährlich).

Diese Glaubenssätze werden nun im Unterbewusstsein abgespeichert.

Was ist problematisch an Glaubenssätzen?

Einschränkende Glaubenssätze hindern uns daran, unsere Wünsche und Ziele zu erfüllen, indem sie uns an notwendigen Aktionen hindern. Da wir den Fokus auf das Negative gerichtet haben, sehen wir im Aussen das Negative, und dadurch bestätigt und verstärkt sich dieser Glaubenssatz.

Wie kann man einschränkende Glaubenssätze verändern?

Glaubenssätze verändern sich in der Regel, wenn wir wiederholt gegenteilige Erfahrungen machen. Nur kommt dies praktisch nicht vor, denn wenn wir etwas nicht wagen, weil wir es uns nicht zutrauen, dann machen wir auch keine gegenteiligen Erfahrungen. Oder wenn wir davon überzeugt sind, nie wohlhabend zu sein, werden wir uns entsprechend verhalten, dass wir nicht wohlhabend werden.

Wie erwähnt, sind Glaubenssätze im Unterbewusstsein abgespeichert, und darauf zuzugreifen ist willentlich unmöglich.

Wir können Glaubenssätze aufgeben, die uns einschränken, und Einstellungen aufbauen, die mehr Spass und Erfolg in unser Leben bringen. Ein erster Schritt ist es, die eigenen Glaubenssätze zu kennen und eine Einstellung zu entwickeln, die es uns erlaubt, erfolgreich zu sein.

Sie lernen Ihre eigenen Glaubenssätze kennen, indem Sie spontan die folgenden Sätze ergänzen

  • Es ist wichtig, dass ...
  • Jeder sollte ...
  • Ich kann nicht ...
  • Ich bin zu ...
  • Immer wenn ..., dann ...
  • Ich glaube bestimmt, dass ...
  • Schon immer ...
  • Geld bedeutet für mich ...
  • Ich bin nicht ... (sprachbegabt, der Zahlenmensch, etc.)
  • Arbeiten ist für mich ...

Weiter ist es hilfreich, sich selbst zuzuhören. Welche Sätze sagen Sie sich immer wieder selber vor, was erzählen Sie sich immer wieder, was Sie scheinbar nicht gut können?

Jetzt machen Sie sich bewusst, welche Folgen es hat, diese hinderlichen – meistens alten und überholten – Glaubenssätzen beizubehalten. Fragen Sie sich:

  • Was geschieht auf jeden Fall, wenn ich diesen hinderlichen Glaubenssatz beibehalte?
  • Welchen Preis habe ich in der Vergangenheit dafür bezahlt, was hat es mich gekostet (finanziell, emotional, geistig, nervlich ...), diesen Glaubenssatz aufrechtzuerhalten?
  • Was kostet es mich jetzt in meiner gegenwärtigen Lebenssituation? Was wird es mich in Zukunft kosten, wenn ich diesen Glaubenssatz unverändert beibehalte?

Der nächste Schritt ist nun, diese Glaubenssätze positiv umzuwandeln.

Positive, unterstützende Glaubenssätze

  • Mir wird alles locker, leicht gelingen.
  • Wer nicht wagt, wird nicht gewinnen.
  • Ich kann alles erreichen, was ich erreichen möchte.
  • Ich glaube, es verdient zu haben, im Überfluss zu leben.
  • Ich bin grosszügig im Umgang mit Geld.
  • Ich mache mir selten finanzielle Sorgen.
  • Ich habe meistens mehr Geld auf meinem Bankkonto, als ich brauche.
  • Geld scheint mir mühelos zuzufliessen.
  • Ich muss mir selten überlegen, ob ich mir eine Anschaffung leisten kann.
  • Ich habe es verdient, glücklich und erfolgreich zu leben.
  • Man ist nie zu alt, um etwas Neues zu lernen.
  • Etwas Neues lernen erhält geistig fit.
  • Viele sehr erfolgreiche Menschen waren Schulabbrecher.
  • Ich bin ein Glückskind.

Wenn Sie nun Ihre negativen Glaubenssätze erkannt und in positive umgewandelt haben, dann gilt es, abzuchecken, ob es stimmig ist.

Achten Sie auf Ihre Gefühle, ob Sie den alten Glaubenssatz wirklich durch den neuen ersetzen wollen. Fühlen Sie nach, ob der neue Glaubenssatz stimmig ist. Es ist sehr wichtig, dass Sie beim neuen Glaubenssatz ein gutes Gefühl haben, denn das Gefühl ist die Sprache des Unterbewusstseins! Feilen Sie am neuen Satz, bis er für Sie stimmig ist.

Beantworten Sie sich auch die Frage, was der negative Glaubenssatz für Vorteile hatte. Das tönt zwar absurd, ist es aber nicht. Wenn Sie sich einreden, Sprachen seien nicht Ihre Stärken, dann ist dies eine gute Ausrede, eine Fremdsprache nicht lernen zu müssen. Wenn Sie sich einreden, nie erfolgreich sein zu können, dann liegt es auf der Hand, dass Sie sich nicht 100% anstrengen werden. Wenn Sie der Überzeugung sind, Übergewicht liege in der Familie (und nicht in Ihrem Essverhalten), dann ist das der Freipass, essen zu können, wie es bliebt. So weit klar, warum jedes Verhalten einen Vorteil hat?

Wenn Sie nun auch das geklärt haben und alles für eine Veränderung spricht, dann gilt es, den neuen, positiven, unterstützenden Glaubenssatz im Unterbewusstsein zu verankern. Finden Sie ein Ritual, sich vom negativen Glaubenssatz zu verabschieden (z.B. Papier zerknüllen/zerreissen/verbrennen, Glaubenssatz auf dem Papier fett durchstreichen ...). Anschliessend heissen Sie den neuen, unterstützenden Glaubenssatz willkommen (z.B. sagen Sie sich den neuen Glaubenssatz mehrmals laut und feierlich vor, hängen Sie ihn irgendwo hin, wo Sie ihn gut und häufig sehen können, oder schreiben Sie Kärtchen und tragen Sie diese bei sich ...).

  • Sagen Sie sich die Sätze dauernd und immer wieder vor – insbesondere kurz vor dem Schlafen.
  • Suchen Sie ab jetzt bewusst nach vielen Bestätigungen, dass der neue Glaubenssatz wahr ist. Damit festigt er sich, wenn sie neue positive Erlebnisse erleben und erkennen.
  • Bleiben Sie wachsam und nehmen Sie es wahr, wenn der alte Glaubenssatz wieder aktiv wird – ohne sich selbst zu verurteilen!

Unser Tipp

Achten Sie immer wieder auf Ihre Glaubenssätze, das ist eine lebenslange und spannende Aufgabe. Stellen Sie infrage, was Sie denken. Achten Sie bei Ihren Mitmenschen darauf, ob Sie Glaubenssätze entdecken. Und bitten Sie eine Ihnen nahestehende Person, dass sie darauf achtet, welche Sätze Sie sehr häufig von Ihnen hören.

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