12.12.2014

Perfektionismus: Vom Zeitdieb zum perfekten Zeitbringer

Etwas perfekt erledigen zu wollen, konzentriert den eigenen Fokus auf die einzelnen Aufgaben, die dann gewissenhaft und mit hohem Engagement bearbeitet und erledigt werden. Deshalb wird das Ergebnis der Quartalszahlen besser zwei oder drei Mal kontrolliert, damit diese auch wirklich korrekt sind. Oder einzelne Präsentationsfolien, die für die Kundenpräsentation erstellt werden, werden wieder und wieder überarbeitet, um so den perfekten Auftritt zu erreichen.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 
Perfektionismus

Wenn die Zeit vergessen geht

Vielleicht wird auch viel zu lange am internen Bericht gefeilt, weil jede Aussage perfekt auf den Punkt gebracht werden soll. Doch diese Konzentration auf das eigene Ziel «Es muss perfekt sein» - und damit auf das «Wie» (Wie wird die Aufgabe erledigt? Wie soll das Ergebnis sein?) - vernachlässigt einen wichtigen Aspekt, der zu jeder Bearbeitung dazugehört: Die Zeit.


Durch Ihren Perfektionismus verlieren Sie die Zeit und Ihr Zeitmanagement (völlig) aus den Augen.

Und dies hat oftmals fatale Folgen für Sie und Ihr Tun:

  • Sie registrieren nicht wirklich, dass Ihr Wille, etwas perfekt durchführen und zu Ende führen zu wollen, Sie oftmals das Doppelte oder Dreifache an Zeit kostet, die Sie normalerweise für diese Aufgabe benötigen würden.
  • Sie geraten unter Zeitdruck, weil Ihnen (plötzlich) nicht mehr genug Zeit für all die anderen Aufgaben, die Sie zu erledigen haben, verbleibt.
  • Sie überschreiten Deadlines oder halten diese nur mit grosser Mühe ein.
  • Sie arbeiten Ihre Pausen durch.
  • Sie machen Überstunden (auch ungenehmigte) und/oder arbeiten am Wochenende.
  • Sie nehmen Arbeit mit nach Hause.
  • Sie fühlen sich gestresst und Ihre Work-Life-Balance gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht.
  • Die Zusammenarbeit mit anderen Kollegen verschlechtert sich, weil diese auf Ihre Arbeiten warten müssen.
  • Sie werden für die zeitlichen Verzögerungen von Ihrem Vorgesetzten kritisiert, statt für die perfekte Arbeit ein Lob zu erhalten.
  • Sie fühlen sich immer öfter missverstanden und ungerecht behandelt. Dadurch sinken Ihre Leistungsbereitschaft und Ihre Motivation.

So wird eins deutlich: Der Wunsch und Wille, etwas perfekt zu tun, entpuppt sich als Zeitdieb. Um wieder die Kontrolle über die eigene Zeit zurückzugewinnen - und dadurch automatisch ein Mehr an Zeit zu erhalten - wird jedoch schnell versucht, einem beliebten Ratschlag zu folgen: Geben Sie sich mit «gut genug zufrieden». Doch dieser Ratschlag vernachlässigt zwei Aspekte:

1. Ihr Perfektionismus erfüllt stets einen Zweck. Sei es, keine Fehler machen zu wollen. Und dieser Zweck wird bei «gut genug» eben nicht befriedigt, wodurch dieser Ratschlag - und diese Lösung – über kurz oder lang scheitern wird.

2. Etwas perfekt erledigen zu wollen, ist auch ein persönlicher Wesenszug, gegen den nicht angekämpft, sondern der als Gabe betrachtet werden sollte. Allerdings muss diese Gabe eine neue Richtung erhalten und in ihrem Einsatz unbedingt optimiert werden.

Werden beide Aspekte berücksichtigt, ist Ihr Perfektionismus für alle ein Gewinn und kein Zeitdieb mehr - garantiert.

  • Perfektionismus hat ein Stigma erhalten. Verwunderlich ist dieser Wandel nicht. Denn diese Ära richtet ihren Fokus auf Effizienz und vor allem auf die Zeit. Alles muss und soll schneller bearbeitet werden. Es bleibt kein Raum - und keine Zeit -, sich einer Aufgabe, länger als unbedingt notwendig ist, zu widmen. Dadurch werden Sie (fast) in eine Aussenseiterrolle gedrängt und sehen sich mit Kritik, als auch guten Ratschlägen konfrontiert. Doch Sie sollten unbedingt dieses negative Stigma für sich auflösen und ablegen. Denn etwas perfekt erledigen zu wollen, heisst auch etwas:
  • einwandfrei,
  • vollständig,
  • vollkommen,
  • korrekt,
  • fehlerfrei,
  • und mustergültig ausführen zu wollen.

Eigenschaften, die auch in dieser schnelllebigen und vernetzten Zeit gefragt sind. Behalten Sie dies bitte beim Lesen, als auch bei der Bearbeitung Ihres Analyse-Tools unbedingt im Gedächtnis. Denn Ihr Perfektionismus soll kein Anlass sein, dass Sie sich selbst kritisieren, noch Ihren Selbstwert herabstufen. Noch sollen Sie sich gezwungen fühlen, diesen abzulegen, sondern das Ziel lautet: Setzen Sie Ihren Perfektionismus perfekt in dieser heutigen Zeit ein.

Produkt-Empfehlungen

  • Persönlichkeit!

    Persönlichkeit!

    Schritt für Schritt entwickeln und entfalten

    CHF 98.00

  • Work-Life-Balance

    Work-Life-Balance

    Ihr Weg zu mehr Gelassenheit in Beruf und Alltag

    Mehr Infos

  • Office Management

    Office Management

    Vom Chaos- zum Wohlfühlschreibtisch

    Mehr Infos

Seminar-Empfehlung

Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

Souveräner Auftritt

Überzeugen, wenn’s darauf ankommt

Nächster Termin: 15. Mai 2018

mehr Infos