27.04.2021

Persönliche Entwicklung: 3 Tipps, wie Sie dank eines Journals sich gezielt weiterentwickeln

Sie wollen sich weiterentwickeln – und das eigene Potenzial ausschöpfen. Führen Sie ein Journal. Denn ein Journal unterstützt Sie bei Ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Von: Brigitte Miller  DruckenTeilen 

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

Persönliche Entwicklung

Persönliche Entwicklung: Eine Sehnsucht zeigt sich

Da ist eine Sehnsucht in Ihnen. Eine Sehnsucht, zu wachsen. Eine Sehnsucht, das, was in Ihnen steckt, endlich zu entfalten und freizusetzen. Sie wollen Ihre Potenziale ausschöpfen. Sie wollen sich weiterentwickeln. Sie wollen aktiv Ihre Persönlichkeitsentwicklung gestalten.

Vielleicht wird diese Sehnsucht durch die Bewunderung eines Menschen getriggert. Sei es eine bekannte Persönlichkeit aus Geschichte oder Gegenwart, die viele Menschen mit seinen Taten und seinen Worten bewegt hat. Oder vielleicht ist auch einfach der Nachbar, der für seine Rechte eintritt. Oder der Kopf einer Bürgerbewegung. Oder der Kollege, der geschickt seine Argumente vorträgt.

Vielleicht spüren Sie aber auch immer wieder einmal, dass Sie unter Ihrem Level bleiben. Sie halten sich zurück. Sie bremsen sich selbst aus. Vielleicht, weil Sie es nicht anders gelernt haben. Vielleicht, weil Sie auch nicht genau wissen, wie Sie anders auftreten können. Das frustriert. Das macht unzufrieden. Und aus diesem Frust und dieser Unzufriedenheit wächst mehr und mehr der Wunsch: Mache es anders. Verhalte dich anders. Entwickele dich weiter.

Persönliche Entwicklung – Sie tun es längst

Persönliche Entwicklung ist ein grosses Thema. Ein Thema, bei dem Sie längst ein Profi sind. Denn Sie entwickeln sich jeden Tag weiter – und zwar seit Ihrer Empfängnis. Zuerst zweifelsfrei in gigantischen Schritten: Von der Zellteilung zum Baby. Von dem Krabbeln, zum Stehen und den ersten Schritten. Vom Gebrabbel zu den ersten Worten.

Heute geht es (vielleicht) ein wenig gemächlicher und ruhiger zu. Ihnen fällt es kaum noch auf, wenn Sie wieder eine neue Entwicklungsstufe erreicht haben. Meist deshalb, weil die Entwicklung fast nebenher verläuft. Aber auch, weil ein Entwicklungsschritt als nichts Besonders mehr gefeiert wird. Leider. Denn dadurch berauben Sie sich der Verankerung: „Hey, ich habe gerade etwas hinzugelernt. Ich habe mich weiterentwickelt. Diese Ressource und Fähigkeit habe ich mir angeeignet. Diese kann ich ab heute in meinem Leben nutzen.“

 

Übung: Die eigene Persönlichkeitsentwicklung einmal feiern

Erinnern Sie sich, als Sie bei Ihrem eigenen Kind in ein Frohlocken ausbrachen, als es sich aufstellte, den ersten Schritt machte oder „Papa/Mama“ sagte. Falls Sie kein eigenes Kind haben, stellen Sie sich es sich einfach vor – am besten, wie Ihre eigenen Eltern über Ihre eigenen ersten Schritte und Worte in Entzücken gerieten.

  • Wie fühlt sich diese Begeisterung an?
  • Auf einer Skala von 1 – 10, wobei 1 = sehr niedrig und 10 = sehr hoch ist, bei welchem Wert stufen Sie die Begeisterung ein?
  • Wo in Ihrem Körper spüren Sie die Begeisterung für die Weiterentwicklung des Kleinkindes?
 

Erinnern Sie sich jetzt einmal an einen eigenen Entwicklungsschritt – egal, wie gross oder klein. Erlauben Sie es sich jetzt, die Begeisterung, die Sie für den Entwicklungsschritt des Kleinkindes entfachten, auf sich selbst zu übertragen. Juchzen Sie. Frohlocken Sie. Klopfen Sie sich anerkennend auf die Schulter.

 

Sich weiterentwickeln – und endlich verankern mit einem Journal

Was die persönliche Entwicklung angeht, sind Sie ein Profi. Würdigen Sie dies. Sie haben sich im Laufe der Zeit viele, viele Fähigkeiten und Ressourcen angeeignet, die Ihnen bei Ihren nächsten Etappen der persönlichen Weiterentwicklung dienlich sind.

Gleichzeitig darf ein Profi sich auch auf sein Können rückbesinnen. Und – ganz wichtig – die zukünftige Persönlichkeitsentwicklung gezielt in sich verankern. Holen Sie also Ihre Persönlichkeitsentwicklung aus dem „Schattendasein“ heraus. Lassen Sie Ihre Persönlichkeitsentwicklung nicht mehr nur so nebenbei geschehen, sondern zelebrieren Sie diese ganz bewusst im Alltag – Schritt für Schritt in Ihrem Tempo.

Führen Sie dafür ein Journal oder ein Tagebuch. Denn ein Journal bietet Ihnen bei Ihrer Persönlichkeitsentwicklung viele Vorteile:

  • Fortschritte festhalten.
  • Motivation aufrechterhalten.
  • Zweifel und Unsicherheiten beleuchten.
  • Rückfälle hinterfragen und Lösungen finden.
  • Blockaden aufbrechen.
  • Verharren und sich nicht weitertrauen als Sprungbrett nutzen.
  • Eigenlob notieren.
  • Persönliches Wachstum gezielt wahrnehmen und verankern.

Persönlichkeitsentwicklung – und Ihr Journal-Fokus

Vielleicht haben Sie in Ihrem Leben immer wieder mal ein Journal – ein Tagebuch – geführt. Vielleicht tun Sie es auch heute. So haben Sie auch beim Schreiben eines Journals Erfahrungen gesammelt. Meist waren es Erfahrungen, wie das Journal aufzuschlagen, sich einen Stift zu nehmen und das, was in Ihnen gärte zu Papier zu bringen. Sie haben das Journal genutzt, um sich freizuschreiben. Oder anders ausgedrückt: Um sich Ihre Gefühle und Gedanken von der Seele zu schreiben. Wunderbar.

Für Ihre Persönlichkeitsentwicklung ist auch dieser Ansatz sehr hilfreich. Gerade bei Unsicherheiten und Frust hilft das schriftliche Loslassen. Dennoch dürfen Sie auch andere Schreibmethoden für das Führen Ihres Journals anwenden. Lenken Sie beim Schreiben gezielt Ihren Fokus auf bestimmte Aspekte Ihrer Entwicklung, die die folgende Tabelle aufzeigt.

Hinweis: Selbstverständlich können Sie von Tag zu Tag festlegen, welchen Fokus Sie an dem jeweiligen Tag nutzen möchten. Wählen Sie den Fokus, der Sie am besten bei Ihrer Persönlichkeitsentwicklung an diesem Tag unterstützt.

 

Ein Journal führen: Viele Schreibmethode für Ihren Fokus

Der Bericht-Fokus

Notieren Sie jeden Tag, was Ihnen gelungen ist, wie es Ihnen gelungen ist, ob es Schwierigkeiten gab und wie Sie mit diesen umgegangen sind.

 

Beispiel: Entwicklungsziel: Gelassener bleiben

Heute Morgen stand ich für 30 Minuten im Stau. Meine Anspannung stieg sofort sprunghaft an. Habe mit den Fingern aufs Lenkrad getrommelt und auf alle und jeden geflucht. Habe gut 20 Minuten benötigt, um den Automatismus zu stoppen. Als ich es unterbrach, gelang es mir durch tiefe Atemzüge herunterzukommen und gelassen auf das Weiterfahren zu warten.

Der Erfolgs-Fokus

Blicken Sie konkret auf Ihren täglichen Erfolg – wie klein oder gross dieser sein mag. Verankern Sie so Ihren Fortschritt. Würdigen Sie Ihre Ergebnisse.

 

Beispiel: Entwicklungsziel: Gelassener bleiben

30 Minuten im Stau. Nach 20 Minuten den Stress-Automatismus unterbrochen. Mit wenigen tiefen Atemzügen mich entspannt. Mir gelingt es immer besser, den Automatismus zu erkennen und ihn zu stoppen. Allein dieses Wissen und diese Erkenntnis entspannen mich. Ich weiss, ich bewirke etwas. Ich hole mir mehr und mehr die Kontrolle zurück.

Der Selbstempathie-Fokus

Achten Sie auf unterschwellige Gefühle, aber auch negative Gedanken, die (vielleicht) aufpoppen. Fühlen Sie sich in sich selbst ein. Stehen Sie sich zur Seite. Entwickeln Sie für die Höhen und Tiefen Ihrer Veränderung Empathie.

 

Beispiel: Entwicklungsziel: Gelassener bleiben

Heute Morgen wieder Stau. Sofort geriet ich in Stress. Wie immer. Ja, ich habe diesen nach 20 Minuten erkannt und mein Verhalten gestoppt. Das macht mich froh und auch stolz. Aber ich spüreauch ein nagendes Gefühl in mir. Auch eine Stimme, die mich antreibt „Mach mal hin. Das ist doch lächerlich, dass du immer noch in Stress gerätst.“

Jetzt schnell meinen Fokus ändern und Verständnis für mich zeigen. Ich habe schon viel erreicht. Stress wird immer wieder aufkommen. Es war auch nie mein Ziel, stressfrei zu sein, sondern bei Stress gelassener zu reagieren. Und dies übe ich. Staus sind halt mein stärkster Stress-Trigger. Da werde ich wohl noch länger üben müssen. Und dies ist ok.

Der Dialog-Fokus

Sie dürfen mit sich selbst in Dialog treten. Vielleicht stellen Sie sich dabei als „zweite“ Stimme, die Stimme eines guten Freundes oder eines wohlwollenden Elternteils vor, der Ihnen zur Seite steht, Sie auffängt und bei Ihrer Entwicklung positiv unterstützt.

 

Beispiel: Entwicklungsziel: Gelassener bleiben

Wieder im Stau. Habe 20 Minuten gebraucht, um meinen Stress zu stoppen.

Hey, das ist doch super. Du hast es hingekriegt.

Schon, aber …

Da höre ich einen Einwand. Welchen Einwand?

Ich wäre gerne weiter.

Wie weiter?

Ich möchte gar nicht mehr in Stress geraten, wenn Stau ist.

Was ist daran so schlimm?

Es kostet mich so viel Kraft, die mir später fehlt.

Wozu benötigst du denn Kraft?

Ach, auf der Arbeit wird so viel umgestellt. Das fordert mich und das Team sehr.

Wie kannst du denn mit diesem Stress besser umgehen?

Das habe ich mich noch gar nicht gefragt. Da werde jetzt einmal drüber nachdenken.

Der Krisen-Fokus

Hinterfragen Sie das Problem, die Schwierigkeit oder die Hürde, die aufgetreten sind. Lenken Sie dabei Ihren Fokus auf vier Bereiche:

  1. Das Problem, wie es ursprünglich aussah
  2. Neue Sicht auf das Problem
  3. Die Lösung und Veränderung
  4. Die geplanten Schritte zur Lösungsrealisierung

 

Beispiel: Entwicklungsziel: Gelassener bleiben

Problem: Wieder im Stau. Wieder Stress getriggert. 20 Minuten benötigt, um Stress zu durchbrechen.

Neue Sicht: Stau ist für mich ein starker Stress-Trigger. Das geht ganz automatisch. Dies endlich verankern: Stau = rotes Tuch = Stress-Risiko. Was bewirkt ein Stau? Anspannung im gesamten Körper. Zähne zusammenbeissen. Muskeln anspannen. Schweiss bricht aus. Gefühle? Fühle mich hilflos und ausgeliefert. Fühle, dass ich etwas tun müsste. Gedanken: Bin dem Leben nicht gewachsen.

Lösung: Akzeptieren, Stau löst Stress aus. Gegensteuern, Muskeln entspannen durch Progressive Muskelrelaxation (PMR). Lieblingslied anstellen. Gedanken weitererkunden – und Glaubenssatz ändern.

Schritte: PMR üben. Stau, soweit es geht, frühzeitig umfahren. Mir mental vorstellen, ich stehe im Stau und dann mein Entspannungsprogramm durchziehen.

Ein Journal führen: 3 Tipps

Jetzt sind Sie mental gut vorbereitet. Fehlt nur noch einiges Praktische. Kaufen Sie sich ein schönes Journal, das Sie einlädt, täglich darin zu schreiben. Durch das Schreiben mit der Hand vernetzen Sie in Ihrem Hirn mehrere Areale – und dies stärkt die Verankerung der Veränderung. Nehmen Sie das Journal ruhig überall mit. Vielleicht entsteht nach einer Situation das Bedürfnis, Gedanken und/oder Gefühle schnell festzuhalten. Damit stellen Sie sicher, nichts zu vergessen. Ansonsten dienen die folgenden Tipps als Impulse, wie Sie Ihr Journal bestmöglich für sich „arbeiten“ lassen.

Tipp 1: Zeit reservieren

Reservieren Sie sich am Tag eine fixe Zeit. Es kann am Morgen sein. Es kann am Nachmittag sein, wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen. Oder am Abend, bevor Sie schlafen gehen. Vielleicht wollen Sie dafür sogar eine Uhrzeit festlegen. Vielleicht reicht es Ihnen, sich in diesem Zeitfenster Zeit frei zu halten. Seien Sie allerdings gegenüber sich selbst verbindlich.

Tipp 2: Maximal eine halbe Stunde

Ein Journal zu führen, ist eine sehr intime Angelegenheit. Und obwohl Sie sich sicherlich viel zu erzählen haben, überspannen Sie das Schreibintervall nicht. Oft reichen fünf Minuten aus. Manches Mal benötigt es 15 bis maximal 30 Minuten. Halten Sie lieber den Fokus, statt sich „im Schreiben zu verlieren“. Achten Sie darauf, dass Ihnen das Aufschreiben Wohlbehagen spendet.

Tipp 3: Nur ein Satz ist auch erlaubt

Es ist Ihr Journal. Sie dürfen ausführlich über Ihre Fortschritte berichten. Sie dürfen aber auch nur einen einzigen Satz notieren – wie beispielsweise „Heute stressfrei.“

Überwinden Sie auf diese Weise Schreibhemmungen, Schreibblockaden und auch Glaubenssätze wie „Ich war nie gut im Schreiben“. Denken Sie daran, ein Journal zu führen, bedeutet nicht eine Präsentation zu erstellen oder ein Essay zu verfassen. Es geht nur um Sie allein.

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