12.05.2017

Persönlichkeitsentwicklung: So entfalten Sie sich weiter

Sie entfalten sich bereits – und zwar tagtäglich, ohne dass Sie es vielleicht wahrnehmen und ohne dass Sie es momentan gezielt steuern. Ihre Entwicklung geschieht fast ein wenig «nebenbei».

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Persönlichkeitsentwicklung

Die 5 Bausteine für Ihre Persönlichkeitsentwicklung

Das Zauberwort «Persönlichkeitsentwicklung» wandelt sich in diesem Kontext wirklich zu einem Zauberwort. Simsalabim – und einige Zeit später (es mag vielleicht Jahre dauern) hat wieder eine Entfaltung stattgefunden. Es ist schon ein wenig magisch. Oder doch eher evolutionär? 

Manches Mal ist es gar nicht der nächste Entwicklungsschritt, sondern eher einmal anzuerkennen, wie toll Sie eigentlich sind. Oder es ist höchste Zeit, die eigene Persönlichkeit und/oder Entfaltung auch dem Aussen deutlich zu signalisieren – durch Kommunikation oder Ihre Körpersprache.

Deshalb suchen Sie sich einen der folgenden Bausteinen für Ihre Persönlichkeitsentwicklung aus, der Sie momentan anspricht, reizt und etwas in Ihnen in Schwingung versetzt.

Baustein 1: Wertschätzen, was ist

Der Wunsch nach Anerkennung ist gross. Jedes Jahr bestätigt der Gallup Engagement Index: Die Mitarbeitermotivation und das Mitarbeiterengagement sinkt, weil u.a. der Vorgesetzte zu wenig Feedback gibt und Wertschätzung ausspricht. Obwohl sich solch ein Lob sicherlich vordergründig auf die Leistung bezieht, wird natürlich stets ein Teil der gesamten Persönlichkeit angesprochen – der Sensitiv-Empfindende erkennt das Feedback zum «Praxisbezug» als eine persönliche Eigenschaft, der Intuitive die gelobte «Kreativität» oder der Extrovertierte seine «Kontaktfreudigkeit».

Fällt dieses Feedback aus oder ist es nach der eigenen Meinung und dem persönlichen Empfinden «emotional zu schwach, zu wenig präzise und übersieht wichtige Fakten», passiert oftmals eins: Die Persönlichkeit gerät ins Wanken. Betroffene Charakterzüge können in Zweifel gezogen werden, weil der «positive Spiegel des Aussen» fehlt.

  • Höchste Zeit, hier eine Umpolung einzuleiten. Beginnen Sie, sich selbst Wertschätzung entgegenzubringen. Die Vorteile überwiegen:
  • Unabhängigkeit von äusseren Feedbackäusserungen. Sie werden sich über jedes Lob freuen. Entfällt es aber, sinkt dadurch nicht automatisch Ihr Selbstwert.
  • Stabilisierung der Persönlichkeit. Sie wissen, wer Sie sind. Eine äussere Bestätigung ändert an diesem Wissen nichts.
  • Selbstbild wird positiver. Sich selbst Anerkennung auszusprechen, richtet das Selbstbild bejahender aus. Denn mit jeder Wertschätzung bauen Sie sich auf.
  • Motivation, Engagement und Zuversicht steigt. Der innere Kritiker verliert an Macht – und dadurch erhalten Sie einen «inneren Energieschub», der sich konstruktiv auf Ihre Sichtweise und Ihr Handeln auswirkt.

Baustein 2: Ziel der Persönlichkeitsentwicklung entdecken

Im Grunde dürfen Sie sich entspannt zurücklehnen. Ihre Entwicklung hat ja bisher auch «ohne Ihr bewusstes Zutun» stattgefunden. Der Druck entfällt, oder etwa doch nicht? «Um ein schöner, interessanter, origineller und erfolgreicher Mensch zu werden, reicht es natürlich nicht, wenn Sie dafür lediglich Ihre Fähigkeiten verbessern: Auch Ihre Persönlichkeit, Ihre Seele und Ihr Körper müssen optimiert werden. Am besten wäre es, Sie hätten mit Ihrer Selbstverbesserung schon gestern angefangen, denn es gibt so viel zu tun!» (Rebecca Niazi-Shalhabi, Ich bleib so scheisse wie ich bin, Piper-Verlag, 2013, S. 62).

Na, schwingt hier nicht ein Funke Wahrheit mit? Die Zustimmung kommt doch wie von selbst. Ein leichtes Nicken. Ein leises «Jaja»-Murmeln – und schon hat die Falle der Selbstverbesserung wieder zugeschnappt. «Eigentlich sind wir nicht die Person, die wir gerade sind, sondern die, die wir sein könnten!» (ebd. S. 19). Die Persönlichkeitsentwicklung wird wieder zu einem Muss. Denn «dieser Person, die wir sein könnten, sind wir etwas schuldig – und wir versündigen uns gegen sie mit jedem Tag, an dem wir nicht unser Bestes geben oder es zumindest versuchen».

Gedanken und Schlussfolgerungen, die – leider – viel zu vertraut sind. Und die eins, wie bereits gesagt, ausser Acht lassen: Selbst, wenn Sie sich nicht «optimieren» möchten, werden Sie sich «optimieren», d. h. Ihre Entwicklung ist nicht zu stoppen. Wenn dem so wäre, wären Sie tot – und selbst dieser wird ja, abhängig vom eigenen Glauben, als ein Zwischenstopp zur höheren (Persönlichkeits-) Entwicklung betrachtet. Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung – und somit letztendlich die eigene Entwicklung.

Deshalb lehnen Sie sich endlich entspannt zurück. Und verankern Sie zwei Fakten:

1. Entwicklung – oder Evolution – geschieht

Charles Darwin hat es auf den Punkt gebracht. «Die natürliche Auslese sorgt dafür, dass immer die Stärksten oder die am besten Angepassten überleben», was weiterhin für Diskussion sorgt. Denn es ist natürlich fraglich, ob die Abstammungslehre auf Kulturen und Gesellschaften, in denen Werte wie Solidarität herrschen, so einfach übertragbar ist. Auch, wenn sich einzelne Gruppen immer wieder darauf berufen und damit das eigene Verhalten rechtfertigen.

Wird der Darwin’sche Gedanke jedoch einmal auf die Persönlichkeit mit seinen Eigenschaften und Präferenzen angewandt, wandelt sich (ein wenig) die eigene Perspektive. Sie passen Anteile Ihres Charakters an, weil es eben äussere Situationen erfordern. Gleichzeitig treten andere Charakterzüge stärker hervor. Eine natürliche Auslese hat begonnen.

2. Entwicklung darf von Ihnen gelenkt werden

Geniessen Sie den Fakt, dass Sie jetzt und für alle Zeiten Ihre Entwicklung bewusst gestalten dürfen – in Ihrem Tempo, zu Ihren Vorstellungen und in der Richtung, die Sie für sich aktuell als die richtige und stimmige definieren. Erwartungen, Meinungen und Vorschläge von Dritten dürfen Sie sich gerne anhören, aber ebenso schnell auch wieder ad acta legen und vergessen, falls Sie dies möchten. Es geht um Sie. Um Sie allein. Und um die entscheidenden Fragen:

Wohin soll die Reise gehen? Welche Art der Entfaltung wünschen Sie sich für sich – jetzt?

Kommen Sie also bei sich an. Halten Sie inne. Spüren Sie oder, falls eine andere Persönlichkeitspräferenz Ihnen eher zusagt, überlegen Sie, welche Entfaltung Sie nun gerne bewusst einleiten möchten. Vielleicht entsteht ein Bild. Vielleicht formuliert sich ein Gedanke. 

Baustein 3: Entfalten Sie sich

Wie Sie Ihre Entfaltung gestalten, hängt – Sie werden es ahnen – ein wenig von Ihrer Persönlichkeitspräferenz ab. Mal werden Sie zielstrebig die Entwicklung als «Projekt» angehen. Mal sich per Intuition vorantasten. Oder eher zig Ideen freisetzen, denen Sie dann mehr oder weniger folgen werden. Jede Entfaltung ist somit individuell – und sollte so verstanden werden. Es gibt kein «richtig» oder «falsch». Es gibt Ihren Weg.

Dennoch müssen Sie das Rad nicht neu erfinden. Greifen Sie auf Kompetenzen und Fähigkeiten zurück, die Ihnen in der Vergangenheit gute Dienste geleistet haben.

Baustein 4: Kommunikation – nach innen und aussen

Sie kommunizieren – verbal und/oder nonverbal – jede Ihrer Persönlichkeitseigenschaften. Vielleicht mag dies ein wenig irritieren. Wie kommunizieren Sie denn beispielsweise Zurückhaltung? Sie werden ja kaum sagen «Ich bin verschlossen». Vielmehr gibt es viele unterschiedliche Optionen der Kommunikation, wie Sie Ihre Zurückhaltung zeigen: 

  • Sie geben in Gruppengesprächen den anderen Beteiligten mehr Raum sich zu äussern.
  • Sie offenbaren nicht so schnell etwas von sich persönlich.
  • Sie wahren im Gespräch körperlich Distanz, indem Sie sich aufrecht hinsetzen oder an der Stuhllehne anlehnen.
  • Sie modulieren Ihre Stimme entsprechend, indem Sie leiser sprechen. Sie bringen also Ihre Charakterzüge auf eine für Sie typische Art und Weise zum Ausdruck. Für Ihre Persönlichkeitsentwicklung ergeben sich somit drei entscheidende Fragenkomplexe:

1. Körpersprache. Wie können Sie Ihre Körpersprache neu ausrichten? Wie können Sie Ihren typischen nonverbalen Ausdruck verfeinern? Welche nonverbalen Signale dürfen Sie verstärkt zeigen, welche dagegen ein wenig reduzieren?

2. Worte, Worte, Worte. Gibt es Redewendungen, Phrasen, Ausdrücke oder Worte, die die Entwicklung am besten transportieren würden?

3. Mentale Power stärken. Mit welchen Gedanken und Affirmationen dürfen Sie sich selbst «füttern», um Ihre Entfaltung zu realisieren?

Fokussieren Sie also gezielt Ihre Kommunikation. Denn Sie wollen ja Ihre Persönlichkeitsentwicklung auch zum Ausdruck bringen.

Baustein 5: Hindernisse als Sprungbrett nutzen

Sie haben im Laufe Ihres Lebens schon viele, viele Erfahrungen in puncto persönlicher Entwicklung sammeln können. Aus diesen haben Sie ein Wissen herausgefiltert: Entwicklungen benötigen Raum und Zeit. Persönliche noch mehr. Und ohne Hindernisse gelingt es selten. Denken Sie nur an ein typisches frühkindliches Hindernis, das Sie in Ihrer Entwicklung vom Krabbeln zum Laufen hinderte – es war die Unfähigkeit, die Balance zu halten. Plupppsss sind Sie wieder auf dem Popo gelandet, um nach kurzem Verschnaufen und ohne innere Abwertung (denn so etwas kannten Sie in diesem Alter noch nicht) wieder einen neuen Anlauf zu nehmen.

Trotz diesem Wissen setzt sich heutzutage leider ein Erwartungsdruck und eine Erwartungshaltung durch, die eine fast lineare Zielerreichung vorsieht – auch bei der Persönlichkeitsentwicklung. Alles sofort. Alles schnell. Alles korrekt. Wer nicht mithalten kann, macht dann wohl etwas falsch.

Hindernisse, die entstehen, werden «persönlich» genommen. Für Ihre Entfaltung eine fatale Perspektive. Denn der Frust, die Verärgerung und/oder die innere Kritik, die meist eine automatische Reaktion auf das Hindernis ist, beziehen Sie auf Ihre gesamte Person «ICH bin ja so blöd. ICH kriege es nie hin. ICH habe nicht das Zeug dazu.» Allerdings dürfen Sie Hindernisse auch völlig anders bewerten. Lassen Sie sich von Ihrer Erfahrung als Kleinkind leiten. Sehen Sie Hindernisse als Sprungbrett – die Sie durchaus auf eine andere Entwicklungsebene katapultieren können.

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