07.05.2018

Selbstmotivation: Mit allen Sinnen fit im Job

Der moderne Büroalltag ist vielfach geprägt durch stundenlange Bildschirmarbeit in fast regungsloser Sitzhaltung, mit angespannten Armen und Schultern und verkrampften Beinen. Hinzu kommt der Druck aus stetig steigenden Arbeitsanforderungen. Kein Wunder, dass wir uns manchmal wie der berühmte «Affe auf dem Schleifstein» fühlen – erschöpft mit abgestumpftem Körper, Geist und Sinnen.

Von: Dorit Schmidt-Purrmann, Michael Schmidt-Purrmann   Drucken Teilen   Kommentieren  

Dorit Schmidt-Purrmann

Dorit Schmidt-Purrmann, Inhaberin von iAngels smart communications (iangels-pr.ch), bietet Unternehmen seit 20 Jahren Impulse für eine stimmige Resonanz in der Öffentlichkeit. Die PR- und Kommunikationsberaterin ist Expertin für wirkungsvolle Unternehmensgeschichten und lebt seit 2000 in der Schweiz.

Michael Schmidt-Purrmann

Er ist Inhaber von Impulswerk, ein Bündnis der iAngels smart communication (PR-/Kommunikationsberatung) und M/S/P Consulting (Unternehmensberatung) mit Sitz in Neuhausen/SH.

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Selbstmotivation

Monotonie bekommt dem Menschen nicht sonderlich gut. Er braucht den abwechslungsreichen Reiz seiner Sinne für einen ausgewogenen Dopaminhaushalt. Als Nervenbotenstoff dient dieses Hormon unserem Glücksgefühl. Es steigert unsere Leistungsbereitschaft und unser Wohlbefinden und ist damit von grosser Bedeutung für unsere physische und psychische Gesundheit.

Abwechslung macht fit

In diesem Zusammenhang spielen unsere fünf Sinne eine wesentliche Rolle.

  • Visuell –> Sehen mit den Augen
  • Auditiv –> Hören mit den Ohren
  • Kinästhetisch –> Spüren und Fühlen über die Haut
  • Olfaktorisch –> Riechen mit der Nase
  • Gustatorisch –> Schmecken mit der Zunge

Nun geht es darum, jeden dieser einzelnen Sinne gezielt zu aktivieren. Damit steigern Sie das eigene Wohlbefinden, insbesondere im Office-Umfeld. Diese Tipps unterstützen Sie dabei:

Visuell – Sehen

Das Sehen ist unser dominantester Sinn, die meisten Menschen sind stark visuell orientiert. Sobald Sie Ihren eigenen Arbeitsplatz mit optischen Reizen anreichern, tragen Sie entscheidend zu Ihrem Wohlbefinden bei. Mit gutem Grund bieten sich für Sitzungsräume je nach Zweck wie Brainstorming, Konflikt- oder Planungsgespräch kreative Farbgestaltungen an.

  • Verwenden Sie Bilder oder Skulpturen, die bei Ihnen positive Erinnerungen oder Emotionen wecken.
  • Auch das Foto eines Ferienziels schafft «gute Aussichten». Aktivieren Sie es als Bildschirmschoner.
  • Sorgen Sie für genügend Tageslicht. Bei trübem Wetter und im Winter, wenn die Tage kurz und dunkel sind, können Sie das triste Weiss der Bürobeleuchtung mit entsprechenden Farblampen anreichern. Auch Farbprojektionen an eine Wand sorgen für positive Stimmung.
  • Damit sich Ihr Gehirn nicht daran gewöhnt, wechseln Sie von Zeit zu Zeit die Farbabfolgen sowie die Platzierungen der Bilder und Objekte.

Auditiv – Hören

Egal, ob wir schlafen oder wach sind, wir haben wenig Einfluss darauf, welche Geräusche in unsere Ohren dringen, ausser wir halten uns ständig die Ohren zu. Dort, wo unangenehme Geräusche und Lärm belasten, können wohlklingende Töne für Wohlbefinden sorgen, da sie in unserem Gehirn das Belohnungssystem aktivieren. Eine kurze klangvolle Auszeit von fünf Minuten genügt, um Sie wieder in die Balance zu bringen.

Kinästhetisch – Spüren

Wer kennt nach körperlicher Anstrengung nicht das gute Gefühl, sich mal wieder so richtig gespürt zu haben. Auch wenn das Büro kein Fitnessstudio ist, bieten diese Methoden ebenso einfache wie wirksame Fitnessimpulse für Ihren Körper:

  • Verschaffen Sie sich schnelle Temperaturwechsel. Es muss ja nicht gleich die kalte Dusche sein. Im Winter bringt ein intensives Durchlüften neben frischer Luft auch einen erfrischenden Kick. Lassen sich Fenster nicht öffnen, gehen Sie kurz nach draussen.
  • Bewegen Sie sich ausreichend. Verwenden Sie den Drucker eine Etage höher statt den eigenen in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz.
  • Reflexzonenmassagen auf Hand- und Fussflächen wirken oftmals Wunder. Sie regen die Durchblutung an und sorgen für ein wohliges Gefühl. Auch die Ohrläppchen freuen sich über kurze «Knetbehandlungen».
  • Klopfen Sie 10 bis 20 Sekunden leicht mit beiden zur Faust geballten Händen auf Ihr Brustbein, etwa 10 Zentimeter unterhalb der Kuhle vom Halsansatz. So aktivieren Sie die Thymusdrüse, was unmittelbar belebt. Regelmässig angewendet, stärkt diese Methode Ihr Immunsystem und fördert die Gelassenheit.

Olfaktorisch – Riechen

Der Geruchssinn ist der «direkteste» unserer Sinne, der eng mit unserer Erinnerung verknüpft ist und unmittelbar auf das limbische System wirkt. Dieser Bereich unseres Gehirns ist primär für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich. Daher brennen sich gute wie schlechte Gerüche intensiv in unser Gedächtnis ein. Bei Männern übrigens stärker als bei Frauen. Wirkt ein Geruch als Gestank abstossend und abweisend, verursacht er Anspannung und Ekel. Ist er für uns hingegen als Duft anziehend und stimulierend, zeigt er entspannende Wirkung. Entscheidend ist immer die Dosis.

  • Frische Luft wirkt auf den Menschen immer belebend; daher auf ausreichende Belüftung am Arbeitsplatz achten.
  • Frische Duftnoten wie Citrus zeigen verstärkt eine belebende Wirkung, holzige und erdige Duftnoten sind eher beruhigend.
  • Verwenden Sie ausschliesslich natürliche Essenzen.
  • Verwenden Sie Duftstoffe nur an Orten, an denen Sie sich möglichst alleine aufhalten, da andere Personen diese Gerüche als störend empfinden können. Oder Sie einigen sich mit Ihrem Team auf einen Duft, der allen zusagt.

Gustatorisch – Schmecken

Ähnlich dem Geruchssinn hat auch der Geschmackssinn intensiven Einfluss auf unser Wohlbefinden. Schmeckt etwas sehr gut, dann steigert das die Stimmung merklich; Gleiches gilt umgekehrt. Wählen Sie daher mit Bedacht, was Sie Ihrer Zunge und Ihrem Gaumen gönnen.

  • Essen Sie möglichst nur frisch zubereitete Speisen.
  • Achten Sie darauf, dass Augen und Nase ebenso Freude daran haben.
  • Reichern Sie Ihr Wasser durch Zugabe von klein geschnittenen Früchten und/ oder Kräutern mit verschiedenen Aromen an. Das bringt Abwechslung, und Sie trinken automatisch mehr, kommen also schneller auf die empfohlenen zwei bis drei Liter pro Tag.
  • Wechseln Sie mehrmals täglich bewusst zwischen den sechs bekannten Geschmacksrichtungen süss, sauer, salzig, bitter, umami und fettig.

Um wirklich fit im Job zu sein, bedarf es Methoden, die dem Menschen dienen. Wenn es um die Gesundheit der Mitarbeitenden geht, ist der berühmte Obstkorb auf dem Schreibtisch oder die Rückenschule längst nicht mehr das «Mass aller Dinge». Zu oft sind solche Massnahmen zum Pflichtprogramm verkommen, das nur auf die funktionale Leistungsoptimierung ausgerichtet ist – und damit am Ziel vorbeigeht.

Gesundheit und Wohlbefinden sollten, ja sie dürfen geradezu Spass und Freude bereiten, denn nur dann zeigen sie Wirkung. Die folgenden Seiten bieten Ihnen ein breites Spektrum unterschiedlichster Anregungen für Ihr «sinn-volles» Arbeiten.

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