02.05.2017

Zeitmanagement: Zeit ist mehr als Geld

Sie kennen es bestimmt: Den ganzen Tag über rennen Sie gehetzt von einer zur anderen Sache. Haben tausend Dinge erledigt, Ihre Tages-To-Do-Liste ist bis auf wenige Punkte abgehakt, aber irgendwie beschleicht Sie ein unangenehmes Gefühl der Leere. Unzufrieden und total erschöpft fallen Sie in Ihre Federn. Nicht, dass es bei dieser Eintagsfliege bleibt, nein Tag für Tag wiederholt sich dieses Dilemma: die nicht enden wollende Fahrt im Hamsterrad. Optimieren Sie jetzt Ihr Zeitmanagement, unsere Tipps helfen Ihnen dabei.

Von: Heike Eberle   Drucken Teilen  

Heike Eberle

Heike Eberle, Jahrgang 1967, ist Unternehmerin und Beraterin. Seit fast 10 Jahren leitet sie die kaufmännischen Geschicke des familiengeführten Bauunternehmens. Als engagierte Dipl.-Betriebswirtin und Kommunikationstrainerin schlägt ihr Herz für die drei wichtigen Betriebssäulen KLR: Kommunikation (intern wie extern), Liquidität und Rentabilität. Sie führt, treibt an, hinterfragt und setzt sofort um – alles unkompliziert, zielstrebig und ergebniswirksam. Mit anderen Worten ausgedrückt: Die heutige Herausforderung besteht darin, das Unternehmen und sich selbst klug zu managen.

Zeitmanagement

Die Arbeits- und Lebenszeit

Welche Fahrtrichtung müssen Sie einlegen, damit die Fahrt im Hamsterrad endet? Meiner Erfahrung nach gibt es für die voll gepackte Arbeits- und Lebenszeit nur ein Konzept: Entschleunigung auf jeder Front. Hinterfragt man nämlich die Gründe für unsere Zeitjagd, dann liegen die häufig in unserem eigenen Drang alles perfekt zu machen, nicht Nein-Sagen zu können und den gestiegenen technischen Ansprüchen genügen zu wollen. Also überwiegend hausgemachte Probleme. Packen Sie diese Probleme bei den Hörnern!

Ent-perfektionieren Sie Ihren Arbeitsstil

Ist es nicht so, dass Sie in Zeitschwulitäten kommen, weil Sie zum tausendsten Mal Ihren Briefentwurf überarbeiten, um scheinbar treffendere Worte zu finden? Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Beim Aufsatzschreiben waren Sie nie fertig, immer wieder fiel Ihnen etwas Neues dazu ein. Dagegen gab es in Mathe nur eine einzige Lösung. Stand die auf dem Blatt, konnten Sie beruhigt Ihr Heft zuschlagen.

Wenn Sie zu perfektionistisch veranlagt sind, dann merken Sie das am einfachsten, dass die Zeit nie ausreicht und Sie nie fertig werden. Auch wenn der Tag die doppelten Stunden hätte, würden Sie die doppelte Zeit brauchen. Das klingt jetzt erst mal bitter. Entgegnen können Sie dem nur, indem Sie sich für Ihre Aufgaben strenge Zeitlimits setzen. Begrenzen heißt das Zauberwort.

Im obigen Beispiel sieht das dann konkret so aus, dass Sie sich für einen anspruchsvollen Werbebrief einen Zeitrahmen von einer Stunde vorgeben. Ist diese Stunde vergangen, sollten Sie ohne wenn und aber mit dem Werbebrief aufhören. Schlafen Sie lieber eine Nacht drüber. Sie können nämlich gewiss sein, dass Ihr Unterbewusstsein Sie in der Nacht mit frischen Ideen füttert, so dass Sie am nächsten Tag ganz anders an das Tageswerk gehen. Falls diese Strategie nicht aufgeht und Ihr innerer Nörgler immer noch unzufrieden nervt: „Das klingt alles noch nicht rund“, geben Sie die Sache einer neutralen Person, die Ihnen ein objektives Urteil abgeben soll.

Haben Sie Mut, nein zu sagen

Zu viele Tasks, zu viele Gefälligkeiten hier und da, zu gut für die Welt – das alles bringt Sie nicht weiter. Unterscheiden Sie bewusst zwischen „für mich wichtig“ – „für andere wichtig“ und sprechen Sie beherzt ein Nein aus. Nein-Sagen richtet sich entweder an eine fremde Person für eine kleine Gefälligkeit oder an unwichtige, nicht dringende Aufgaben.

Wichtig sind Aufgaben, die Sie Ihren Lebens-Zielen näher bringen. Wenn Sie ein guter Trainer werden wollen, ist es wichtig täglich eine kleine Trainingseinheit „Rhetorik“ einzulgen. Sind Sie selbständig, ist es wichtig, sich jeden Tag eine Stunde mit Ihrer Marktpositionierung zu beschäftigen. Ein guter Tipp, den ich aus dem Buch „Weniger ist mehr“ von Leo Babauta habe, ist: Konzentrieren Sie sich auf Ihre wichtigsten Aufgaben – das sind maximal 3 am Tag. Alles andere lassen Sie einfach weg. Füllen diese drei Aufgaben nicht den ganzen Tag, dann dürfen Sie noch weitere 3-5 kleinere Aufgaben hinzu nehmen. Mehr ist einfach zu viel: Sie verzetteln sich unnötig, sind wenig effektiv und schlittern blindlings ins Burn-out.

Zeitmanagement - Entkommen Sie dem Technik-Schnickschnack

Begonnen hat es vor 10 Jahren: Der Hype-Wahnsinn war geboren. Internet & Mails waren die Anfänge, heute kommen SMS, Blogs, Twitter und und und dazu.

Schwimmen Sie nicht auf jeder Technikwelle mit. Trotz der „Schnell-Schnell-Mentalität“ müssen Sie nicht sofort sekundengenau auf jede Mail-Nachricht reagieren. Es braucht Sie auch gar nicht nervös zu machen, wenn Sie eine Nachricht erst mal einen Tag liegen lassen. Schalten Sie in den Müßiggang. Das ist an dieser Stelle leicht gesagt.

Machen Sie es zu einer erfolgreichen Gewohnheit und rufen Sie Ihre Mails nur noch 3-mal am Tag ab und beantworten Sie davon nur die wichtigsten 5. Sie können der Informationsschwemme allerdings nur dann die kalte Schulter zeigen, wenn Sie Mut zur Lücke beweisen. Aber es lohnt sich, weil Ihre Lebensqualität rapide zunimmt.

Viele Zeitmanagement-Experten setzen noch einen Tipp obendrauf: Kein Mail-Abruf in den ersten Morgenstunden. Ich dagegen plädiere dazu direkt nach dem Hochfahren meines PC’s alle Mails abzurufen. Damit sorge ich für den ersten Tagesüberblick: Ist etwas Wichtiges dabei, wird es innerhalb von 2 Minuten erledigt, alles Unwichtige wird direkt gelöscht. Danach starte ich mit meinen wichtigen Aufgaben durch.

Fazit

Sie sehen «Zeit ist mehr als Geld». Zeit zu managen geht einher mit einem konsequenten Selbstmanagement. Im Kern geht es darum, seine Aufgaben inhaltlich und zeitlich zu begrenzen. Wenn Sie bereit sind, nur ein paar kleine Stellschrauben in Ihrem Alltag zu verändern, ist das ein großer Schritt aus dem Hamsterrad-Lauf. Herzlichen Glückwunsch!

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